NRG I Love You, But / Everything’s Gone Brenda i Funky Proste życie Jazz Vost Canal Cool Whiphouse Sleep Futuro The Norm Whippets C-Thru Dadgad Pirupiru The Ghoulies Magnetic Scum WWW Odio Humanoide Gurk Uneasy Feeding Tube Fashionites
Hugayz Sweatness Raya Un despertar Wax Minds The Pain Power Pants Switchblade Spam Shine (Las Pelotas) The Pancake Haus Turn On Yr Hope Vacation Armory of Bays Proto J’étais prevenu Heather The Jerk Parasites Snow Caps Broke Bay Soup Activists Black and White Television Screens
Tracklist
Ballistix Day In Day Out Silo Kids Sick Licks Foil Null And Void Seudo Youth The Hang Up Käräjät Se on demokratiaa The Ashies Two Steps Back Ninth Circle Twisted Life, Twisted City Nukies Wish for better Smertegrænsens Toldere Arbejde Er Et Tvunget Fællesskab Cucuy Speed Of Smell Rifle Cut Me Loose Fast johnny and The Slow Burners Self Depreciation Pleasants Sick Sad Situation
Outside View Ft. Dogmagogue Culture Vs Class Macrophonics Diesel Disco Krystian Quint & The Quitters Outer Drive Dry Leaves Puing Dead Bug Landfill Yacht Fire Suffering Good Flying Birds Pulling Hair Liquids Water It Down Shooting Losers I Wanna Be A Star Answering Machines Archie’s Walk Sex Mex Slipping Away Jacked Chicks Alarmed The States Carol
Das neue Jahr ist noch keine Woche jung und schon hat die Erste Theke den ersten Blockbuster-Titel für 2025 draußen… digital zumindest. Die Ghoulies aus Perth, Australien sind eine dieser Bands bei denen es sich anfühlt, als wären sie schon viel länger unterwegs, nicht zuletzt weil sie sich schon lange ihren eigenen festen Platz im Garage-/Synth-/Eggpunk-Spektrum erstritten haben – und das nicht etwa weil sie besonders an dessen Fundamenten wackeln würden, sondern eigentlich eher indem sie existierende Formeln auf maximalen Feinschliff hochpolieren – mit explosiven Resultaten. Nicht zuletzt haben sie dann aber auch noch genau das verhexte Songmaterial am Start, das man so leicht nicht mehr aus dem Kopf kriegt. An vielen Stellen erinnert ihr Sound vage an halbwegs oldschoolige Artefakte aus einer Ära noch vor der Etablierung des allgegenwärtigen Eggpunk-Sammelbegriffs wie etwa von frühen Ausmuteants, Quitter oder Drug Sweat, passt aber gleichermaßen auch gut zusammen mit jüngeren Erscheinungen á la Cherry Cheeks, Satanic Togas, Research Reactor Corp., Gee Tee, Kitchen People oder Tommy Cossack & The Degenerators.
Eine unverschämt starke dreifach-Splitkassette bringt hier ein paar Bands zusammen, die man zukünftig definitiv im Blick behalten sollte. Answering Machines aus Chicago machen den Anfang mit einem beachtlichen Knall in der Form von eingängigen Pop-Tunes, welche die besten Qualitäten vereinen von den Fuzz Punk-Exzessen der frühen 2010er und Bands wie Wavves und No Age, mit dem kräftigen Power Pop etwa von Bad Sports, Warm Soda, Sonic Avenues oder Scupper, wobei die durchweg ausgebombte Ästhetik und Produktionswerte auch etwas rohere Vertreter des letztgenannten Spektrums wie Violent Change, The Wind-Ups, Famous Mammals, Honey Bucket, Germ House, Far Corners und vielleicht auch frühe Chronophage ins Gedächtnis rufen. Good Flying Birds aus Inadianapolis (die wohlbemerkt genau einen Tag zuvor bereits ein sehr beeindruckendes Debütalbum vorgelegt haben) präsentieren daraufhin drei neue Ohrwürmer, die irgendwo im Weißraum zwischen ’80er Jangle Pop, C86-Popqualitäten und auch reichlich spätachtziger Sarah Records Indiepop-Vibes herumverkehrt. Abgerundet wird das Ding durch neue Songs von den Artrockern Soup Activists aus St. Louis, für die ich mich anfangs ja noch nicht so richtig erwärmen konnte und die ich auch jetzt noch am besten in kleinen Dosen genießen kann. Eine angemessen kleine Dosis ist das hier aber fraglos und ich muss dann auch zugeben, dass mir kaum ein besserer, entspannter Ausklang für dieses bemerkenswerte Album eingefallen wäre.
Krystian Quint mag am besten bekannt sein als ein Mitglied der Garagenpunks The Stools aus Detroit. Auf seinem ersten The Quitters-Album dreht sich der Wind jedoch in eine unerwartet melodisch-melancholische Richtung und die Platte alterniert weitgehend zwischen zwei Betriebsmodi. Einer davon versprüht den Flair von melodischen Garage Punk-Acts wie Sonic Avenues, Cheap Whine, Marked Men, Bad Sports, Sweet Reaper und aus jüngerer Zeit etwa auch Eye Ball oder The Dumpies. Die Kehrseite davon erinnert hingegen mehr an geringfügig emofizierten ’90er Indie Rock á la frühe Superchunk, Archers of Loaf, Sebadoh, Lync und Seam aus der alten Schule, aber auch an jüngere Erscheinungen wie Tape/Off, Treehouse und Pardoner.
Das aus Hattiesburg, Mississippi operierende Label Earth Girl Tapes hat hier erneut ein köstliches Häppchen für uns parat mit den Debüt-Tape von Cucuy aus Chicago. Das sorgt für sechs ordentliche Erschütterungen aus Noise-lastigem und wunderschön schrägem Hard- und Postcore, der Chaos und Dissonanz perfekt ausbalanciert gegenüber einer überduchschnittlichen Musikalität. Das erinnert mich ein bisschen an das unkonventionelle frühe Schaffen von Minutemen, Really Red und Saccharine Trust, hat aber auch einiges gemeinsam mit jüngeren Phänomenen wie Rolex, Launcher oder Mystic Inane.
Exzellenter Scheiß dringt da aus irgendeinem Kellerloch in Bremen. Die Machart des satt angetriebenen Garage Punks dieser Band entfaltet sich ein bisschen wie eine Mischung aus mehr oder weniger Hardcore-lastigen Acts wie Vexx, Warm Bodies, Fugitive Bubble, Sniffany and the Nits, Warp, Skin Tags und Dots einerseits, aber auch mit Anklängen an stärker im zeitgenössischen Eggpunk beheimateten Bands á la Cel Ray, Snooper, Prison Affair, Autobahns oder Beer.
Hattiesburg Hardcore enttäuscht selten und auch dieses Tape der Silo Kids stellt erneut das explosive Potenzial dieser Szene unter Beweis. Dem Ganzen wohnt so eine rohe und Fuzz-lastige oldschool-Qualität inne, aber gleichzeitug ist der Schaiß auch verdammt catchy und abwechslungsreich. Niemals zufrieden zu stellen mit einem öden Aufguss geläufiger Genre-Regeln und Konventionen, ist da ganz klar ein haufen kreative Freigeister am Werk, was ja überhaupt auch ein primäres Attribut so vieler Bands dieses unscheinbaren Städtchens ist.
Nach dem die Band aus Rom bereits einen ganzen Arsch voller netter EPs und Splits veröffentlicht hatte, die alle recht bequem in etablierte Muster des fluffigen Eggpunk gepasst haben, markierte ihre letzte Veröffentlichung dann eine bemerkenswerte Wandlung zu einer roheren, Fuzz-verseuchten Ästhetik. Die neueste EP klingt jetzt wie eine erfolgreiche Verquickung beider Tendenzen und beinhaltet gewisse Qualitäten nicht unähnlich zu so durchweg hochgeschätztem Vertretern wie Die TV, Electric Prawns 2, Temporary Curse oder auch gegenwärtigem Erik Nervous.
Wie schon auf ihren drei Demos veranstaltet die Band aus New Jersey auch auf dieser neuesten EP eine unsittliche Orgie der puren Klangperversion in einer köstlich verschrobenen Mischung aus Egg- und Post Punk, vollgestopft mit abgehackten Rhythmen, ungeraden Takten und komplett durchgebrannten Klangparametern.
Was dieser Typ aus Chico, Kalifornien auf seiner Debüt-EP abzieht lässt sich am besten beschreiben als ein angenehm antiquiert wirkender Ausbruch des melodischen Lärms, bestehend einerseits aus dem Fuzz Punk von Bands der späten Nullerjahre und frühen 2010er wie z.B. Wavves, Male Bonding und frühe Terry Malts, aber gleichermaßen auch durchtränkt von einer gewissen Art der Surf-infizierten Psychedelia ungefähr aus der gleichen Ära, nicht unähnlich zu Bands wie Crystal Stilts oder Fresh & Onlys.