Cool Jerks - England

Mann, ist Eng­land ge­ra­de eins von so ei­ni­gen Län­dern, in de­nen ich der­zeit nicht woh­nen möch­te. Nun ja, Cool Je­rks le­ben je­den­falls dort und ihr La­ge­be­richt in Form des ers­ten Lang­spie­lers zeich­net ein an­ge­mes­sen grim­mi­ges Bild, wäh­rend sie sich klang­lich weit­ge­hend ih­rer frü­he­ren Ga­ra­gen­ele­men­te ent­le­di­gen zu­guns­ten ei­nes recht simp­len, mo­der­nen Post­core-Sounds mit Noi­se-las­ti­gen Ober­tö­nen, durch­aus ver­gleich­bar mit ei­ner ge­rad­li­ni­ge­ren Va­ri­an­te von Bad Bree­ding, au­ßer­dem mit As­cot Stab­ber oder Acry­lics.

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Cutters - Cutters

Die­se De­büt-7" ei­ner Band aus Mel­bourne ist ei­ne ein­zi­ge Wucht aus hoch­ent­zünd­li­chem Ga­ra­ge­core mit Ele­men­ten von Noi­se und Post­core als zu­sätz­li­che Brand­be­schleu­ni­ger. Das Zeug ver­bin­det den Punch von ADVLTS oder Bad Bree­ding mit ei­nem Ga­ra­gen- und old­schoo­li­gem Hard­corerum­mel, dem man Ge­mein­sam­kei­ten et­wa zu Fried E/​M, Electric Chair oder Mo­dern Needs zu­schrei­ben kann.

Future - Demo

Na das ist ja mal 'ne or­dent­li­che Wucht, was mir die­se ver­mut­lich pol­ni­sche Band ent­ge­gen schmet­tert. Zu glei­chen Tei­len Hard­core- und Ga­ra­ge Punk, vor­züg­lich an­ge­trie­ben von ul­tra-simp­len Schlag­werk, das den Tex­tu­ren aus der Sai­ten­quä­ler-Ab­tei­lung den nö­ti­gen Raum lässt, sich aus­zu­brei­ten. So et­was ähn­li­ches hat man in der Ver­gan­gen­heit viel­leicht von Bands wie Le­che, Mur­de­rer, Yam­bag, Lux zu hö­ren be­kom­men… oder viel­leicht ver­birgt sich da­zwi­schen so­gar noch ei­ne Spur von Wymyns Pry­syn.

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Tower 7 - Entrance To A Living Organism

Aus der klei­nen New Yor­ker Krach­ma­nu­fak­tur, die uns un­ter an­de­rem be­reits den kräf­ti­gen und schlau­en Hard-/Post­core von Ka­lei­do­scope be­schert hat, be­kom­men wir hier ei­ne wei­te­re Na­tur­ge­walt zur Ver­ar­bei­tung vor­ge­setzt. Das De­büt­al­bum von Tower 7 hat oh­ne Fra­ge ei­ne ge­wis­se Ähn­lich­keit zu den be­reits er­wähn­ten Ka­lei­do­scope, gleich­zei­tig kom­men ih­re Schall­at­ta­cken aber noch ei­ne Spur un­nach­gie­bi­ger da­her - nicht zu­letzt weil man sich an­ders als letz­te­re auch recht groß­zü­gig bei Vor­bil­dern der bri­ti­schen Crust-Früh­ge­schich­te be­dient. Frag­los sind ih­re be­vor­zug­ten Werk­zeu­ge et­was stump­fer, aber glei­cher­ma­ßen ef­fek­tiv.

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DeStructos - Blast!

Auf ei­ner De­büt-EP, an der es ab­so­lut nichts aus­zu­set­zen gibt, ver­schießt ein Duo aus Phil­adel­phia vier treff­si­che­re La­dun­gen aus schlau ar­ran­gier­tem, viel­sei­ti­gem Lärm ir­gend­wo im Um­feld von Post­core, Noi­se Rock- und Post Punk, lie­fert da­bei As­so­zia­tio­nen an das Schaf­fen di­ver­ser Bands á la Da­s­her, Cu­tie, Do­nors, Litt­le Ugly Girls, Hit Bar­gain, Street Ea­ters oder Xe­tas.

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Flat Worms - Antarctica

Nach be­reits ei­nem Al­bum und ei­ner Hand­voll EPs wis­sen wir ja schon in et­wa, was man von ei­ner neu­en Flat Worms-Plat­te er­war­ten kann. Das heißt aber nicht, dass sie auf der Stel­le tre­ten; viel­mehr ha­ben sie mit je­der neu­en Ver­öf­fent­li­chung ei­ne be­stimm­te Fa­cet­te ih­res Sounds ge­nau­er er­forscht und er­wei­tert. Die­ses mal ha­ben sie mit Ste­ve Al­bi­ni in sei­ner elek­tri­schen Au­dio­fa­brik auf­ge­nom­men und pas­sen­der­wei­se kommt das Er­geb­nis nicht nur mit des­sen ty­pi­scher Klang­cha­rak­te­ris­tik da­her, son­dern scheint sich auch ein biss­chen In­spi­ra­ti­on aus sei­ner lang­jäh­ri­gen Ge­schich­te als Pro­du­zent Ton­tech­ni­ker ge­zo­gen zu ha­ben. Ins­be­son­de­re ist hier ein kla­rer Schwenk in Rich­tung Noi­se Rock und Post­core wahr­nehm­bar, der ir­gend­wie auch schon im­mer ein un­ter­schwel­li­ger Teil ih­res Sounds war, aber noch nie so im Zen­trum stand wie hier, un­ter an­de­rem ver­gleich­bar mit ge­gen­wär­ti­gen Bands wie Me­at Wa­ve, Metz oder USA Nails. Wei­te­re klei­ne aber an­ge­neh­me Über­ra­schun­gen sind der fast als re­laxt zu be­zeich­nen­de Ti­tel­track und die 90er In­die Rock-Vi­bes in Mar­ket For­ces.

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Fucking - Superior Firepower

Hat ganz schön ge­dau­ert, bis nach ih­ren ge­nia­len ers­ten zwei 7"s end­lich mal neu­es Ma­te­ri­al der Punks aus Min­nea­po­lis auf­ge­taucht ist. Ich freue mich aber zu be­stä­ti­gen, dass der Fun­ke in ih­rem ur­ei­ge­nen Mix aus chao­ti­schem Hard-/Ga­ra­ge-/Post-/Weird­core nach wie vor über­springt und ih­re er­fri­schen­de Gleich­gül­tig­keit ge­gen­über den gän­gi­gen Gen­re­kon­ven­tio­nen er­strahlt wie eh und je. Al­so mal wie­der fünf Mi­nu­ten ex­zel­len­ter Lärm, so wie ich es von die­ser Band auch nicht an­ders er­war­tet hät­te.

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Das Drip - _​

Scha­de zu er­fah­ren, dass die­se EP - nicht all­zu lan­ge nach ih­rem Gen­re-trot­zen­den/-fi­cken­den/-de­kon­stru­ie­ren­den/-spren­gen­den Al­bum im letz­ten Jahr - schon der Schwa­nen­ge­sang der hei­ßes­ten Hard­core-Haus­num­mer in North Ca­ro­li­na sein soll. Al­so nehmt die Chan­ce wahr noch mal über Das Drip's am­bi­tio­nier­ten Hardcore/​Postcore/​Artcore/​Weirdcore - de­fi­ni­tiv nie­mals Bo­ring­core - zu stau­nen.

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Stuck - Change Is Bad

Das De­büt­al­bum der Band aus Chi­ca­go er­weist sich als so stark wie man es sich nur er­hof­fen konn­te, ein mas­si­ver Qua­li­täts­sprung in Rei­fe und Fi­nes­se ver­gli­chen mit ih­rer be­reits mehr als so­li­den EP aus dem vor­letz­ten Jahr. Ge­nau wie da­mals ha­ben Stuck kei­ne Am­bi­tio­nen das Gen­re auf links zu dre­hen, be­wei­sen aber statt­des­sen ein um­fas­sen­des Ver­ständ­nis der Mit­tel und Mög­lich­kei­ten ih­res Gen­res, ei­ne dif­fe­ren­zier­te An­wen­dung von des­sen Vo­ka­bu­lar und Gram­ma­tik zu ei­nem mit­rei­ßen­den Er­geb­nis. Klar lässt sich ein ge­wis­ser Ein­fluss ver­gan­ge­ner Haus­num­mern aus ih­rer Hei­mat­stadt nicht ver­leug­nen und auch die ob­li­ga­to­ri­schen Spu­ren von 90er Wa­shing­ton sind durch­aus vor­han­den - aber noch stär­ker er­in­nert mich ihr Sound an ak­tu­el­le Acts vom Schla­ge USA Nails und ganz be­son­ders an die der­zei­ti­ge Wel­le aus­tra­li­scher Bands wie Bat­piss, Bench Press und Noughts.

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Xetas - The Cypher

Ih­re drit­te LP - er­neut auf dem ge­schmack­voll be­nann­ten La­bel 12XU Re­cords er­schie­nen (ich bin da nicht in­vol­viert, Eh­ren­wort) - prä­sen­tiert die Xe­tas aus Aus­tin und ih­ren Sound in sei­ner ih­rer bis­lang reifs­ten In­kar­na­ti­on, was sich vor al­lem in ei­nem selbst­be­wuss­te­ren, ab­wechs­lungs­rei­chen und im­mer grund­so­li­den Song­wri­ting be­merk­bar macht. Im­mer noch ist das auf der Schwel­le zwi­schen strai­gh­tem Punk­rock und en­er­gi­schem Post Pun­k/-core zu ver­or­ten, wenn auch der Kom­pass dies­mal ver­stärkt in letzt­ge­nann­te Rich­tung aus­schlägt. Kann man et­wa als ei­ne Mi­schung aus Red Dons, Vi­deo, Me­at Wa­ve und Day­light Rob­be­ry be­zeich­nen. Oder an­ders aus­ge­drückt: Qua­li­täts­lärm!

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