Cruciflys – The Became What They Beheld

Nicht furchtbar schwer zu beschreiben was die Band aus Atlanta da auf ihrer Debüt-LP veranstaltet, deren Titel genau so gut A Crass Discharge of Rudimentary Peni lauten könnte, aber wenngleich das alles ausgesprochen spezifisch und geradeaus klingt, ziehen Cruciflys diesen Scheiß in durch und durch überzeugender Manier ab mit reichlich Intelligenz und Variation in ihren Songstrukturen, die die sich einerseits weitgehend in den üblichen Parametern ihres gewählten Rahmens aus frühem Hardcore, 1st gen Anarcho Punk und Death Rock bewegen, sich dabei aber niemals wiederholen und ein ungewöhnlich großes Maß an frischer Energie und unerwarteten Wendungen aus den jahrzehntealten Genre-Tropes herausholt. Alles an dieser Platte operiert auf einem Level meilenweit über’m Durschschnitt was oldschoolige Genre-Flashbacks angeht.

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Fantasma – Quase

Das brilliante Demo von 2023 und eine ebenbürtig Arschtretende 2-Track-Single in ’24 hatten mir schon ordentlich Hunger gemacht auf mehr von dieser Band, die sich um zwei Brasilianer in New York dreht mit weiterer Beteiligung unter anderem von Margaret Chardiet von Dollhouse und Pharmakon. Hier ist zu guter Letzt also ihr erster Langspieler auf dem britischen Bollwerk Drunken Sailor Records und ihr hättet es sicher kaum erraten… Es handelt sich erneut um eine phänomenal starke Platte! Zuvor habe ich an dieser Stelle ihren Sound mit Straw Man Army verglichen und teilweise trifft das hier immer noch durchaus zu, aber da ist auch reichlich Evidenz am Start, dass die Band ihren musikalischen Horizont massiv erweitert und besonders erwähnenswert ist dabei, wie sehr sie sich ihren melodischeren Tendenzen widmen und einer ätherischen, meditativen und geradezu psychedelischen Unterströmung besonders in Songs wie Lugares Mais Altos. Der Bandcamp-Waschzettel erwähnt außerdem auch alten UK Anarcho-Krempel sowie Wire als Einflüsse und ich sage dazu dass passt auch wie Arsch auch Eimer und insbesondere im Bezug auf Wire wisst ihr, dass ich sowas generell immer befürworte!

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Worker – Demo

Brilliant einfach gestrickten, Anarcho-infizierten Post Punk setzt es auf diesem Demo einer Band aus Perth, Australien, die darauf in einer ausgesprochen rohen, unpolierten Klangästhetik mit minimalen Mitteln auf maximalen Impact hinarbeitet und mich dabei an eine handvoll Bands erinnert von etwas offensichtlicheren Referenzen wie Institute, Impotentie und frühen Rank Xerox etwa, bis hin zu einer empfindlich im Tempo gedrosselten Variante von Nag oder Pyrex.

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Parliament Ruins – Piss Take

Die jüngste EP dieser Kids irgendwo aus dem Umfeld von London und Buckinghamshire klingt äußerst einladend mit einer Handvoll schön primitiver Sprengungen des rohen, olschooligen Hardcore- und Anarcho Punk, die sich viel älter anfühlen als sie sind, so als hätten sie nach ca. ’82 nichts neues mehr gelernt und ich würde mal sagen was nicht kaputt ist, muss hier auch nicht repariert werden. Die Songs gehen rein, so einfach ist das!

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Subdued – Abattoir

Starker Anarcho Punk-Scheiß aus London, der sich weitgehend einer genaueren Kategorisierung verweigert und das ist ja sowieso immer der aufregendste Punkscheiß. Aufgenommen bei D4MT Labs in New York, hat das auch tatsächlich eine flüchtige Ähnlichkeit zu dessen bekanntestem Export Kaleidoscope und ferner vielleicht auch ein bisschen was von Straw Man Army. Gleichermaßen gehören aber auch so so Bands wie frühe Bad Breeding, Acrylics und Daydream zu den ersten Referenzen, die mir spontan in den Sinn kommen.

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Unknown Liberty – Chain Of Madness

Interessanter Mix aus Hardcore-, Anarcho- und Post Punk, den hier eine Band aus Kingston, New York zusammenbraut mit ein paar definitiven KBD-Vibes à la Launcher, ein bisschen UK82-mäßiger Energie, jeder Menge rudimentärer Peni(sse) und dem gelegentlichen Anflug von Crass.

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Slimy Member – Ugly Songs For Ugly People

Auf dem ersten „Lang“-Spieler von Slimy Member aus Dallas setzt es simpel gestrickten als auch kompromisslosen Death (duh!) Punk um die Ohren. Frei von überflüssigen Schnörkeleien und gerade deshalb äußerst effekvoll.



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