The Carp – Knock Your Block Off

Lange erwartet, ist hier endlich das Debütalbum der Art Punks The Carp aus Cleveland, Ohio, einer Band bestehend aus Leuten unter anderem mit Verbindungen zu Perverts Again, Knowso und Cruelster. Die meisten der Songs sind schon vom 2022er Demo geläufig, werden her aber mit deutlich polierteren Produktionswerten und angemessener Wucht präsentiert, wobei ihr Sound es sich irgendwo in der Lücke zwischen den Klangparametern von Knowso und Cruelster breit macht und die elaborierten und rigiden Strukturen ersterer mit dem Spaß und der Energie letzterer kombiniert und obendrein gibt's in The Old Ways noch einen Hauch von Cowpunk á la Murderer zu bestaunen.

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Beef – Il Manzo

Der Nachfolger zur tollen letztjährigen EP der Band aus Cincinnati, Ohio versucht gar nicht zu fixen was nicht kaputt ist und liefert stattdessen einfach kurzangebunden vier neue Schläge von dem gleichen großartigen Scheiß ab, der sich aus Elementen von Noise Rock, Post-, Garage- und Synth Punk zusammenfügt und mich auf die eine oder andere Art an so unterschiedliche Bands wie Busted Head Racket, Brandy, R.Clown, ISS, Spyroids and Knowso, De()t, Toy Brigade oder Nervous Tick and the Zipper Lips erinnert.

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The Hammer Party – Fever Dreams

Ziemlich genau sechs jahre nach ihrer Debüt-EP bekommen wir endlich neuen Scheiß von The Hammer Party aus Houston zu hören, der jetzt leider auch ihren Schwanengesang darstellt. Oder genauer gesagt, hat sich die Band wohl schon vor einigen Jahren aufgelöst und das hier sind ihre letzten Aufnahmen, die jetzt neu gemischt ihren Weg auf Bandcamp gefunden haben und eine Band auf der Höhe ihres Schaffens dokumentieren. Ihre Songs haben darauf stark an einer erdigen und düsteren Qualität zugelegt, einer ganz neuen Öl- und Dreckschicht die besonders stark bei jenen Songs auffällt, die bereits auf ihrer ersten LP vertreten waren. Ebenso wenig fehlt es hier an kraftvollem Antrieb und fesselnden Hooks, wozu beispielhaft mal der Doppelschlag von Antidepressants und E.M.B.R.Y.O. dienen mag, in welchen ein volles Maß an folkigem Geschrammel die Basis bildet für eine beeindruckende Explosion eingängiger Melodien. Wie schon zuvor finde ich darin eine ähnliche melancholische Qualität zu so Bands aus dem Mothers Milk/Wymyns Prysyn/Uniform-Umfeld, aber in anderen Momenten erscheinen mir auch Vergleiche zu Sievehead oder frühen Low Life nicht ganz abwegig.

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Pisse – Dubai

Was gibt es noch neues zu sagen über Pisse? Das schlechte Gewissen des deutschsprachigen DIY Punk hat mal wieder einen Batzen exzentrischer und wie immer ausgezeichneter neuer Songs in ihrer einzigartigen Fusion aus gleichermaßen angepisstem und quirligem Post-, Garage- und Synth Punk wie üblich ohne großes Getöse bei Bandcamp abgeladen und bald™ soll das ganze dann auch als LP via Phantom Records zu bekommen sein.

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Lohn Der Angst – Untergang Vom Untergang

Die zweite EP dieses Berliner Duos knüpft genau an der Stelle an, wo ihr Vorgänger aufgehört hat, bringt aber auch ein paar graduelle Verfeinerungen mit in ihrer Zelebrierung des repetitiven Synth Punk, der einerseits einige der Kernzutaten von so alten Haudegen wie Screamers, Units, Visitors, Nervous Gender, Minimal Man und den unvermeidlichen DAF vereint und bis auf die Knochen herunterkocht, andererseits aber auch ein stark krautig-motorisches Fundament hat über welchem deutlich der Geist von Conny Plank schwebt. All das fließt hier zusammen zu einer seltsamen Art von Krautrock-Suicide aus einem alternativen Realitätszweig.

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Fantasma – Single 2024

Die New Yorker Band wartet nach ihrem brillianten '23er Demo mit einer nicht weniger berauschenden neuen digitalen Single auf, deren zwei Songs definitiv zu wenig sind, um meinen Durst zu stillen nach mehr von ihrem in tiefste Melancholie getränkten Post Punk, den sie zu weit offenen Klanglandschaften auszuweiten verstehen mit filigran und komplex strukturierten Songfundamenten unter einer dichten Oberfläche reich an farbenfroh glitzernden Texturen und Details. Wie schon anlässlich ihres Demos kommen mir als naheliegendster Vergleich die Stadtnachbarn Straw Man Army in den Sinn, aber da verbergen sich auch noch ganz andere Elemente drin, insbesondere im zweiten Track Onde Eu Estou?, das einen sehr folkigen Unterton beinhaltet welcher mich gleichermaßen etwa an Angst erinnert wie auch an jüngere Bands wie die Neuseeländer Trust Punks oder deren in Berlin bestehende quasi-Nachfolgeband Dead Finks.

Jëg Hüsker – My Dawn

Nach der schon äußerst neugierig machenden Teaser-EP von einigen Wochen bekommen wir jetzt endlich das Langspieldebüt der Dungeon Punk-Zauberer aus Karlsruhe in voller Länge zu hören und meine Fresse, fegt das mal alles weg! Die Mischung aus Neuaufnahmen von Songs, die bereits vom letztjährigen Demo geläufig sind und absolut ebenbürtigem neuem Material wird hier zu einem atemlosen Ritt verwebt, dessen maximal schmuddelige und verhallte, zwischen lo- mid-fi rangierende Produktion, die ein bisschen so klingt als hätte man Dreck in irgendeinem Parkhaus aufgenommen, hier einfach so perfekt sitzt wie Arsch auf Eimer. Da gibt es tonnenweise funkelnder Psychedelia zu verorten im Opener Locket, simple und primitive Protopunk-Energie in Tear It Up, während Songs wie As Loud As Me und My Dawn mit unerwartet melodischen Lichtblitzen daherkommen, was im letzteren Fall durchaus etwas an die frühen The Men erinnern mag. Den Kontrast dazu setzen die beiden Hardcore-meets-Motörpunk-Attacken in Give Me Beat und All This Heat sowie die oldschool Sabbath-Überreste, die sie etwa in Suppression mit einer guten Ladung an Space Rock-Exzess á la späte Destruction Unit verschweißen. Die Dungeon Punk-Hymne Fomo Boy hat natürlich immer noch die gleiche Zerstörungskraft wie wir sie auf dem Demo erlebt haben und der darauf folgende neue Track Inte Mer Hem folgt ganz nahtlos in dessen Fußstapfen. Fickt mich, geht die Scheiße ab!

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Orchid Club – Orchid Club

Die Debüt-EP der Band aus Minneapolis betritt die Bühne mit einer bereits voll ausgeformten und realisierten Vision, die liebevoll gewisse Stränge des unkonventionellen '80er bis '90er US Postcore und -punk aufgreift und wiederaufleben lässt. Lap It Up tritt die Sache los mit so einer Art von '90er AmRep-meets-Touch&Go-Flickenteppich, der aber dann plötzlich eine Wendung nimmt zu stärker Dischord-mäßigen Soundscapes, die insbesondere Rites Of Spring und frühe Nation Of Ulysses ins Gedächtnis rufen. Über Untitled / Back Inside schwebt klar der Geist etwa von Mission Of Burma, Wipers, Moving Targets und Volcano Suns mit einem subtilen Unterton von Bitch Magnet, bevor das ganze wiederum nahtlos in einer Orgie des Angst- und Dinosaur Jr.-mäßigen, leicht folkigen Geschrammels aufgeht. Freak Disease sitzt dann irgendwo zwischen den Stühlen von grunge-lastigem '90er Alternative Rock (oder fast schon: Cock Rock) und gewissen Postcore-Stilblüten, die man sonst irgendwo am langsameren Ende der Output-Skala von so Bands wie Drive Like Jehu, Jawbox oder 90er Gray Matter erwarten würde. Life Takes Time hat wieder diesen starken Burma-Vibe aber ich kann gleichzeitig auch nicht anders, als mich an so Zeug wie Really Red und frühe Saccharine Trust erinnert zu fühlen.

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It Thing – Spirit Level

Auf dem Papier klingt das vielleicht etwas unterwältigend, was die Band aus Melbourne da auf ihrer neuesten EP veranstaltet und sich durchaus als New Wave-iger Post Punk beschreiben lässt, der offenbar einige inspiration von so üblichen Verdächtigen schöpft wie früher Siouxsie, Pylon, XTC, Delta 5 und Gang Of Four. Aber dieser Scheiß hier wird ganz klar auf ein höheres Niveau befördert durch ihre herausragenden Fähigkeiten darin, gleichermaßen eingängige wie auch raffinierte, kunstvoll ausbalancierte Kompositionen zu erschaffen, die durchaus offensichtliche Vergleiche zu mehr oder weniger aktuellen Acts wie Sweeping Promises, The Missed, Marcel Wave oder Display Homes hervorrufen werden. Darüber hinaus würde ich aber sagen, dass da auch viel vom kreativen Chaos und dem breitwandigen Drama der frühen Protomartyr drinsteckt - besonders im Falle von ...In Ruins - während der melodische Rausschmeißer A Fireplace durchaus an das melancholische, spätere Material der Band erinnert.

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De()t – Think Of Your Future

Vorzügliche Lärmware hier, die irgendwo zwischen den groben Koordinaten von Noise-getränktem Post-, Garage- und Synth Punk ihr Unwesen treibt auf dem Langspieldebüt dieser Band aus Raleigh, North Carolina. Jederzeit grimmig und wütend aber gleichsam auch bis zum Bersten abgefüllt mit gefährlichen Hooks, erinnert mich das Zeug unter anderem äußerst positiv an so Kraftpakete á la Freak Genes, Isotope Soap, Broken Prayer, Powerplant, Kerozine, Cthtr, Beef und S.B.F..

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