Raya – Malas Noticias

Das dritte Kurzform-Artefakt der Band aus Madrid ist ihr stärkstes bisher würde ich mal sagen und liefert zwei explosive neue Ladungen von etwas, das man ganz ohne Not als Eggpunk bezeichnen kann, wie er im Buche steht und in einer Reihe mit so Bands wie Beta Máximo, Beer, Pringue, Prison Affair, Möney, Goblin Daycare und Hugayz. Aber so sehr die Ästhetik hier auch vordefiniert scheint, bringen Raya doch genug eingene Substanz zum Klingen um auf eigenen Beinen zu stehen. Niebla ist hier das wahre Highlight, das sich traut etwas beherzter auf die Zwölf zu hauen und in etwas dunklere Abgründe hinein zu schauen als wir es von der durchschnittlichen Genre-Veröffentlichung gewohnt sind in Form einer perfekten Post Punk-Miniatur.

Möney – Hegemony

Möney aus Bristol haben 'nen Moment gebraucht um als Band zu sich selbst zu finden, aber nachdem ihr 2023er Demo durchaus vielversprechend klang und das Split-Tape mit SPRGRS von stetigem Fortschritt zeugte, fügt sich zu guter letzt alles perfekt zusammen auf ihrer neuesten EP dank ihres ausgereiftesten Songmaterials bislang in ihrer ausgesprochen psychedelischen, Post Punk-lastigen Herangehensweise an zeitgenössichen Eggpunk, die man hier ins beste Licht zu setzen vermag mit einer ordentlich fluppenden Performance und einer vergleichsweise glitzernden Produktion. Ich würde mal sagen damit katapultiert sich die Band erstmals in die Erwachsenen-Liga des Genres und das in einer Sub-Nische, die ihnen relativ zu eigen erscheint. Ungeachtet dessen würde ich aber auch mal behaupten, dass der Krempel auf Bewunderer von so Acts wie Molbo, Prison Affair, Winky Frown, Electric Prawns 2 und Beta Máximo magisch anziehend wirken sollte.

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Embargo – Demo

Diese Leipziger Band präsentiert eine verdächtige Mixtur aus geringfügig garagigem Post Punk, der angenehm vertraut klingen wird für aufmerksame Beobachter der hiesigen Szene aber gleichzeitig doch auf einem Level ein paar Stockwerke über dem durchschnittlichen deutschsprachigen Punk-Artefakt agiert. Die EP fängt bereits stark an mit den leichten Death Rock-Vibes von A-B-C Alarm und wird daraufhin nur noch viel besser, wobei Songs wie Trikont und Un Día En Grimma ein paar Echos von anderen lokalen Garage-Acts wie Lassie, Ambulanz und Exwhite transportieren und in anderen Momenten die DIY Post Punk-Vibes von Onyon oder auch von berliner Bands wie Pretty Hurts, Pigeon, Aus, Benzin reflektieren und nicht zuletzt mag man auch die ebenfalls teilweise in Leipzig beheimateten Laff Box zu der Liste geistesverwandter Bands hinzufügen.

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Intermission – Power Corrupts

Auf dieser verdammt brillianten Debüt-EP betätigt sich die Band aus San Diego an einer relative oldschool klingenden Herangehensweise an groben und düsteren Post Punk mit einem Hauch von Oi!, der zwar nichts neues versucht aber dafür alles richtig macht und mit Sicherheit auf Gegenliebe stoßen wird etwa bei Bewunderern von Bands wie Impotentie, Pyrex, Rank/Xerox und Institute, dabei aber mit einem ungewohnten Gespür für Melodie heraussticht, kleinen Lichtblitzen innerhalb einer relativ eingelatschten Genre-Ästhetik die mich ein wenig an frühe Iceage oder jüngere Werke etwa von Corker und NRG erinnert.

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Kudzu – Glassed

Der Scheiß ist aber mal so richtig meine Baustelle! Die Debüt-EP dieser Band aus Providence, Rhode Island hat einfach so viel Klasse, verpackt in eine voll ausgeformte Postcore-Ästhetik die man irgendwo verorten könnte zwischen oldschooligem Zeug á la Drive Like Jehu, Rites Of Spring, Dag Nasty und jüngeren Genre-Phänomenen wie Waste Man, Bloody Gears, Glittering Insects (f.k.a. Uniform) und Dollhouse, verfeinert mit einer leisen Ahnung von '90er Emocore und basierend auf unerwartet melodischen Songfundamenten als bombenfeste Verankerung für die ihre ausgefuchste Klangarchitektur.

Silicon – Evil. Eye. Mind. Power.

Exquisite neue Qualitätsware der leicht abgespaceten Sorte gibt's auf der ersten EP dieser Band aus Singapur, deren Acid-getränkter Nebel aus Garage-, Post- und Synth Punk sich ein bisschen so anfühlt wie eine stärker angepisste Variante von so Bands wie Useless Eaters, Ex-Cult, Pow!, oder Mononegatives, abgerundet mit einer ausgesprochen räudigen Energie in einer Performance, die mich etwa an frühe Strange Attractor erinnert.

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Normal Weirds – No Lease On Life

Eine ausgezeichnete zweite EP von dieser Band aus San Leandro, Kalifornien, die darauf eine unerwartet eingängige Mischung aus Post Punk und Postcore rausbläst, was einerseits auf so lärmige, unkonventionelle Punkbands der 80er zurück zu blicken scheint wie etwa Flipper, Really Red und frühe Saccharine Trust, aber ebenso gut in eine Reihe passt mit gegenwärtigen Acts wie The Unfit, Hood Rats und Lackey, wobei dann der Vokalist in gewisser Weise auch noch ein bisschen den inneren Jello Biafra zu channeln scheint, insbesondere in Sachen Sarkasmus und subversivem Storytelling. Oh und nicht zuletzt finden beide Männer Vermieter ganz super!

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Stdees – Steroid Dojo

Eine sensationelle Debüt-EP von einer Band oder einem Projekt aus Lethbridge, Alberta, welche sechs perfekte Schläge aus einer Machart des Post Punk beherbergt, deren ohrenbetäubenden Wände aus Lärm und pulsierende elektrische Beats zeitweise so klingen als kollidiere eine seltsame Art Eggpunk-Big Black mit den mehr oder weniger psychedelischen Qualitäten von so Garage-Größen wie den frühen Useless Eaters, Pow! und Mononegatives - oder aber auch mit den vernebelten Punk-Experimenten von Métal Urbain / Dr. Mix and the Remix - in einer atemlosen Abfolge hochendzündlicher Banger. Darüber hinaus habe ich auch noch so 'ne leise Ahnung, dass auch Freunde von so abgespaceten Krawallmachern á la Corpus Earthling oder dem französischen Magier Pablo X dieser Band aus der Hand fressen werden.

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Ismatic Guru – An Incredible Amount Of Overwhelming Information

Schon wieder eine starke Veröffentlichung von Ismatic Guru aus Buffaly, NY, die wenn ich das richtig sehe, mal eben die komplette bisherige Diskografie der Band enthält, aber das primäre Interesse gilt hier natürlich den fünf neuen Songs mit denen die LP beginnt - seht den Rest einfach als netten Bonus, falls ihr das Zeug noch nicht gehört habt. Das frühe Material der Band fand ich ja noch von etwas wechselhafter Güte aber die Qualitätskontrolle hat sich seitdem spürbar verschärft und insbesondere die dritte EP war diesbezüglich schon ein bemerkenswerter Quantensprung. Hier ist jetzt also ihr fünfter Kurzspieler und erneut übertrumpfen sie darauf alle Vorgänger, haben nie zuvor so unangestrengt und selbstbewusst geklungen in ihren Mutant-Funk Post Punk-Klangentwürfen, die man auch als eine seltsam Egg-ifizierte Fusion beschreiben könnte zwischen einer funky Version von Landowner, frühen Minutemen und vielleicht auch noch The Pop Group? Darüber hinaus kann ich mir vorstellen, das auch Bewunderer der Cartoon LP vom letzten Frühling da einen neuen Kick drin finden.

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Nick Cage – Intruder

Die dritte EP dieser Band aus Brooklyn, New York ist mal zweifellos ihre ausgereifteste Veröffentlichung bislang und häit ohne Not eine heikle Balance zwischen vergleichsweise stumpfen und simplen Hardcorepunk-Smashern und ungleich filigraneren Postcore-Versatzstücken, die mir unter anderem so schräge Vögel wie Mystic Inane, Launcher oder Rolex ins Gedächtnis rufen und immer hat das reichlich heiße Kohlen unter'm Arsch, aufgeladen mit einem konstanten Grundpegel der Verunsicherung und Unberechenbarkeit.

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