Fünf Minuten der betörenden Geräusche und des strukturierten Chaos‘, zu superdichten, kurz angebundenen Song-Konstrukten verkantet von einer israelischen Band. Gleichermaßen wuchtig, eklektisch und verspult, bewegt sich das irgendwo im Sweet Spot zwischen Post Punk, Noise Rock und Garage Punk – ein freidrehender Sound aus alles-ist-erlaubt, der mich an so Bands wie zum Beispiel Big Bopper, Brandy, Patti, Reality Group oder Cutie denken lässt.
Zeitloser und minimalistisch-hypnotischer Psychedelic-Krenpel in einer besonders sturen und repetitiven Machart von dem Franzosen Remy Pablo der, wenn ich das richtig sehe, auch in so Bands wie The Anomalys und Weird Omen seine Finger drin hat. Man kann klare Echos der alten Schule von Bands wie MX-80, Chrome, frühen Telescopes and Metal Urbain erkennen, aber gleichermaßen auch von jüngeren Vertretern á la Peace de Résistance, A Place To Bury Strangers, Jean Mignon and Writhing Squares.
Beef aus Cincinnati setzen auf ihrer zweiten EP ein hochflammbares Cocktail in Brand mit Grundzutaten aus den Graubereichen von Noise Rock, Post-, Garage- und Synth Punk… ein bisschen wie ein chemisch instabiler Mix aus Busted Head Racket, Brandy, R.Clown, ISS, Spyroids und Knowso, herunterkondensiert zu fast schon ’70er/’80er The Fall-mäßiger Repetition und Simplizität.
Eine schön überwältigendes Schlammbad aus Noise-versifftem Postcore, die Debüt-EP dieser Band aus Minneapolis die klar auch einige DNA der lokalen Noise Rock-Geschichte geerbt hat, ohne dabei aber altbacken zu klingen – mich erinnert das vor allem an jüngere Bands á la Dollhouse, Launcher, Mystic Inane, Wymyns Prysyn and Optic Nerve… und vielleicht noch einem gewissen Aroma von Hot Snakes obendrein.
Ich hatte diese Band aus San Francisco schon ziemlich aus den Augen verloren, die jetzt überraschend mit einem Nachfolger zu ihrem beeindruckenden 2019er Album aufwartet. Die neue EP präsentiert ihren verschrobenen Sound an den Tellerrändern von Noise Rock, Hard- und Postcore in etwas roherer aber gleichzeitig auch verfeinerter Form, die reichlich Echos von einigen der herausragenden Noise- und Weirdcore-Phänomenen jüngerer Zeit beinhaltet, unter anderem von Warm Bodies, Sniffany & The Nits, Vexx, Dots, Judy & The Jerks oder Mystic Inane.
Ein durchweg entzückendes Debütalbum von einer Band aus Philadelphia, an unser Ufer gespült vom lokalen Label SRA Records. Ich würde das hier mal als eine gemischte Grabbelkiste im besten Sinne beschreiben, eine exzentrische Fundgrube von leicht Cowpunk-infiziertem Art Punk, der sich einerseits irgendwo zwischen Garage- und Noise-lastigem Hardcorezeug bewegt dass vage an frühe Electric Chair oder Soupcans erinnert, und auf der anderen Seite, diverse Echos alter Bands im Umfeld von ’80er Noise Rock und Proto-Grunge beinhaltet wie z.B. U-Men, Scratch Acid, Volcano Suns, Butthole Surfers, Minutemen, Saccharine Trust, Feedtime und ganz frühe Meat Puppets, um nur mal ein paar der offensichtlicheren Vergleiche zu nennen.
Irgendwie hatte ich ja meine leichten Zweifel an dieser Platte (keine Ahnung, vielleicht war es die etwas polierte Produktion? Bäh, verständliche Lyrics!) aber jetzt nach Begutachtung des ganzen Albums muss ich zugeben dass es sich wiederholt um ausgesprochen geilen Scheiß handelt, was die Band aus Chicago hier von der Leine lässt und inkrementell sogar noch die hohen Standards vorheriger Veröffentlichungen übertrifft mit ihrem durchweg schlauen und ausgefuchsten Postcore, der in manchen Augenblicken etwa an Bands wie Batpiss, Meat Wave, Bench Press, Bloody Gears erinnern mag oder an etwas älteres Zeug von Tunic, Pile oder USA Nails, an verkanteten Postpunk á la Lithics, Pill und Marbled Eye und nicht zuletzt kommt dabei auch immer wieder ein Hauch von Jawbox, Smart Went Crazy, Q and not U oder mitt-’90er Fugazi auf.
Die Berliner Band um Mitglieder u.a. von Useless Eaters, Idiota Civlizzatto, Exit Group und Clock Of Time liefert hier mal wieder reichlich Klasse ab in Form von raffiniert konstruierten, leicht Deathrock-infizierten Post Punk-Grooves, wobei Clock Of Time hier am ehesten als Referenz taugen für ihren Sound den ich gar nicht anders als „klassische Berlin-Schule“ der vergangenen 10+ Jahre einordnen kann, was hier in eine ähnliche Kerbe schlägt wie schon etwa Pigeon, Liiek, Diät, Pretty Hurts… Ich sehe das aber auch absolut positiv, denn der etablierte „Berlin-Sound“ wäre ja auch erst gar kein Begriff geworden, würde er nicht für ein so konsistent hohes Niveau stehen.
Mit einer schlauen, filigran konstruierten Mischung aus Post Punk, Noise Rock und Postcore begeistert mich dieses Demo einer New Yorker Band. Um den Elefanten im Zimmer kommen wir hier nicht rum: Das hat wohl einiges von den Stadtnachbarn Straw Man Army absorbiert, besonders von ihrer ersten LP, aber es gibt ja wohl schlimmeres als mit den Besten verglichen zu werden, oder? Auch Freunde von Bloody Gears, Faraquet, Meat Wave und ähnlichem wird das sicher einen netten Tritt verpassen.
Hat ’ne Weile gebraucht, dass sich die Debüt-LP dieser Band endlich materialisiert hat nachdem das Label Chunklet Industries die Platte schon 2021 anlässlich der Birds of Juneau 7″ angekündigt hatte. Vermutlich ist die Schuld mal wieder bei der anhaltend brutalen Presswerk-Warteschleife zu suchen. Es ist aber eine wie erwartet eine sehr starke Platte dabei rausgekommen, auf der die Band um Mitglieder u.a. von Spray Paint, Wilful Boys, Brandy, Pampers and Pyrex die Spannung durchweg aufrecht erhält. HoloLens klingt ein bisschen so als würden Swell Maps ganz einen auf Synthwave machen. In Mallman regiert dann ein Dub-Vibe, der was von frühen Exek in doppelter Geschwindigkeit hat. Aber den Elefant im Zimmer muss ich doch ansprechen, dass das Zeug nach wie vor den größten Teil seiner musikalischen DNA von Spray Paint, besonders deren später Phase, geerbt hat (aber beim Schlagwort DNA fällt mir auch auf… auch ein klarer Funken von No Wave ist hier ebenfalls immer irgendwie am Start…). Darüber hinaus hab ich aber mal auch so eine Vorahnung, dass sich starke Echos dieser Platte auch auf der angekündigten Pyrex LP auf Total Punk wiederfinden werden!