Batpiss - Nothing 7"

Bat­piss aus Mel­bourne blei­ben ei­ne der in­ter­es­san­te­ren Nois­rock-Ka­pel­len. Mit je­der bis­he­ri­gen Ver­öf­fent­li­chung hat ihr Sound ein we­nig an Fein­schliff, die Ar­ran­ge­ments an Rei­fe und Kom­ple­xi­tät zu­ge­legt. Auch der neue Kurz­spie­ler be­sticht mit ei­ner Spiel­art von Noi­se Rock und Post­core, die ih­re Sa­che im­mer ein paar Schrit­te wei­ter denkt als star­re Gen­re­stan­dards es er­for­dern.

Eat - Dance and Die /​ Shit

Gleich zwei schön ge­stör­te Tapes hat zu­letzt die­se Band aus Phil­adel­phia raus­ge­hau­en, voll­ge­macht mit kru­dem Dreck, der sich gut mit so man­chen Pio­nie­ren des Art­punk, No Wa­ve und Pro­to-Noi­se­rock as­so­zi­ie­ren lässt. Ir­gend­wo zwi­schen Feed­ti­me-Mo­no­to­nie und Flip­per-Hirn­fick; au­ßer­dem steht das z.B. MX-80, Mental­ly Ill, Mem­bra­nes und Half Ja­pa­ne­se nicht all­zu fern.

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USA Nails - Life Cinema

Die Lon­do­ner Noi­sero­cker er­wei­tern nicht groß ihr sti­lis­ti­sches Vo­ka­bu­lar auf ih­rem be­reits vier­ten Lang­spie­ler, klin­gen da­für aber so ent­schlos­sen und selbst­si­cher wie nie zu­vor. Ein Sound der tight wie Schei­ße ein­fach al­les platt walzt, was ihm im Weg steht.

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YC-CY - Béton Brut

Ir­gend­we konn­te ich die be­geis­ter­ten Re­ak­tio­nen auf das De­büt­al­bum der Schwei­zer im vor­letz­ten Jahr noch nicht so hun­dert­pro­zen­tig nach­voll­zie­hen. Zu über­la­den klang mir das; nach reich­lich Ideeen aber ei­nem emp­find­li­chen Man­gel an Ori­en­tie­rung und Fein­schliff. In den letz­ten zwei Punk­ten hat der nun er­schie­ne­ne Nach­fol­ger dra­ma­tisch zu­ge­legt. Das klingt nicht nur ver­dammt gut, son­dern hat dies­mal auch durch­weg Hand und Fuß - so zieht mich ihr wuch­tig ro­tie­ren­der Sound zwi­schen Noi­se Rock und Post Punk letzt­end­lich doch noch auf sei­ne Sei­te. Oft klingt mir das nach ei­ner selt­sa­men Ver­schmel­zung von Lar­do und Haun­ted Hor­ses.

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Dead Arms - Simply Dead

Vier Jah­re nach ih­rem De­büt­al­bum legt die Lon­do­ner Band um Mit­glie­der von De­ath Pe­dals und USA Nails jetzt ei­nen Nach­fol­ger vor - zeit­gleich mit dem neu­es­ten Streich der letzt­ge­nann­ten. Selbst­si­che­rer kom­men sie da­bei rü­ber mit ei­nem Sound, der ei­ni­ges an Druck zu­ge­legt hat. Noi­se Rock und Post­core, der wie ein dumm und stur ge­ra­de­aus dre­schen­der Cou­sin der ge­nann­ten Bands klingt, au­ßer­dem hat man dem Pen­ner ei­ne hoch­do­sier­te Dri­ve Li­ke Je­hu-In­fu­si­on ver­passt.

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Brandy - Clown Pain 7"

Nach ih­rem sehr gei­len ers­ten Tape hat es ein biss­chen Zeit und ei­ne Vi­nyl-Reis­sue auf Mono­fo­nus Press ge­braucht, bis mal ein paar mehr Leu­te die New Yor­ker Band wahr­ge­nom­men ha­ben. Ihr neue 7" ist mit To­tal Punk er­neut auf ei­nem La­bel er­schie­nen, das ein­fach für Qua­li­tät steht. Die Pro­duk­ti­on ist dies­mal et­was Hoch­wer­ti­ger, der Sound da­durch et­was zu­gäng­li­cher. Was aber nicht heißt dass ihr pri­mi­ti­ves Rif­fing auf der Schwel­le zwi­schen Noi­se und Ga­ra­ge sei­nen Beiß­re­flex ver­lo­ren hät­te. Es knarzt auch dies­mal wun­der­schön.

Dasher - Dear Humans

Die Post­punk-For­ma­ti­on aus Bloo­m­ing­ton, In­dia­na um Schlagzeugerin/​Vokalistin Ky­lee Kim­b­rough hat sich im letz­ten Jahr auf­ge­löst und spiel­te ih­ren letz­ten Gig in At­lan­ta. Ein Mit­schnitt da­von ist nun bei Chun­klet In­dus­tries er­schie­nen, was an sich ja mal nichts welt­be­we­gen­des wä­re. Aber die­se Live-EP un­ter­schei­det sich von den meis­ten Art­ge­nos­sen, weil es sich mit Aus­nah­me des letz­te Tracks durch­weg um neu­es, bis­lang un­ver­öf­fent­lich­tes Ma­te­ri­al han­delt. Prä­sen­tiert in ei­ner Klang­äs­the­tik, die ich mal als gu­ten Boot­leg-Sound be­zeich­nen wür­de. Sub­ti­le De­tails ha­ben da na­tür­lich kei­nen Platz, aber der bra­chia­len Wucht die­ser Band wird er da­für um­so mehr ge­recht.

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Spring Breeding - Suck Eggs

Noi­se Rock aus Las Ve­gas, der wie­der mal ei­ne stark No-Wa­vi­ge Prä­gung zeigt, was ge­ra­de ja als ziem­lich schick zu gel­ten scheint. Kann man sich in et­wa vor­stel­len wie ei­ne et­was ge­ord­ne­te­re, zeit­wei­lig gar tanz­ba­re, aber kei­nes­falls we­ni­ger schrä­ge Va­ri­an­te von Gay Cum Dad­dies, The Se­di­ment Club oder Fle­sh Narc. Wenn sie mal et­was mehr Gas ge­ben, kann auch ein ge­wis­ser Light­ning Bolt-Vi­be auf­kom­men.

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Fun - Death Star

Es ist jetzt auch schon wie­der ei­ni­ge Jah­re her, seit­dem die nun schon min­des­tens an­dert­halb Jahr­zehn­te ak­ti­ven Noi­sero­cker aus Hel­sin­ki mit ih­rer letz­ten 7" von sich hö­ren lie­ßen. Die ak­tu­el­le EP der Band klingt je­den­falls als wä­re die Zeit seit­dem ste­hen ge­blie­ben, aber auch so stark aus­ge­reift und rou­ti­niert wie man es von ei­ner so alt­ein­ge­ses­se­nen Band er­war­tet. Ihr Noi­se­rock wan­delt er­neut un­ver­kenn­bar auf den Pfa­den von Ra­pe­man und frü­hen Shel­lac - ab und an kann sich auch mal et­was Brai­niac, Kill­do­zer, Mu­le oder Jaw­box da­zwi­schen ver­ir­ren. Neu und ori­gi­nell ist das nicht, aber um­so hoch­wer­ti­ger und von An­fang bis En­de über­zeu­gend.

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Vangas - Facial Tissue

Der Ver­gleichs­wei­se freund­lich an­mu­ten­de, noi­se­pop­pi­ge Ein­stieg ir­gend­wo zwi­schen So­nic Youth und DI­no­saur Jr führt den Hö­rer erst­mal in die Ir­re auf dem De­büt­al­bum der Van­gas aus At­lan­ta. Was dar­auf folgt ist näm­lich ei­ne recht wil­de, ex­zen­tri­sche Tour, auf der es ei­ni­ges zu ver­ar­bei­ten gilt. Dis­so­nan­ten Noi­se Rock mit Sludge-Kan­te zum Bei­spiel, der die ro­he Dar­bie­tung der Blank Veins in den Sinn ruft. Sprö­der Post­core, wie ich ihn seit dem letz­ten Be­ha­vi­or Al­bum nicht mehr ge­hört hab. Ei­gen­wil­li­ger Weir­do-Noi­se­core/-punk, den man in der Nach­bar­schaft et­wa von Soupcans, Vul­tu­re Shit, An­xie­ty oder Gum­ming ver­mu­ten wür­de. Da­bei über­schrei­ten ih­re Songs re­gel­mä­ßig die sechs Mi­nu­ten-Mar­ke und er­ge­ben da­bei auch noch Sinn, lau­fen kei­nes­wegs Ge­fahr, zu viel des Gu­ten zu sein.

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