Eine sensationelle Debüt-EP von einer Band oder einem Projekt aus Lethbridge, Alberta, welche sechs perfekte Schläge aus einer Machart des Post Punk beherbergt, deren ohrenbetäubenden Wände aus Lärm und pulsierende elektrische Beats zeitweise so klingen als kollidiere eine seltsame Art Eggpunk-Big Black mit den mehr oder weniger psychedelischen Qualitäten von so Garage-Größen wie den frühen Useless Eaters, Pow! und Mononegatives - oder aber auch mit den vernebelten Punk-Experimenten von Métal Urbain / Dr. Mix and the Remix - in einer atemlosen Abfolge hochendzündlicher Banger. Darüber hinaus habe ich auch noch so 'ne leise Ahnung, dass auch Freunde von so abgespaceten Krawallmachern á la Corpus Earthling oder dem französischen Magier Pablo X dieser Band aus der Hand fressen werden.
Eine ordentliche Tüte voller netter Tricks und Überraschungen, diese Debüt-EP einer Band aus Memphis, Tennessee. Der Opener tut sein Bestes daran, die Sounds des Mittachtziger bis Frühneunziger AmRep- und Touch&Go-Multiversums wiederauferstehen zu lassen und obendrein erinnert es mich ganz besonders an die LoFi-Noiserocker Drunks With Guns, auch wenn die jetzt so direkt keinen Bezug zu den genannten Labels hatten. Diesel Disco hat daraufhin so einen leichten Geruch von frühem britischem DIY-Gedöns wie frühe Mekons, Swell Maps und Desperate Bycicles, transformiert in einen durchaus kontemporär wirkenden Fuzz Punk-Kontext. The Junt ist ein geradliniger Midtempo-Wipper im Gewand eines '80er Garage Rock und Proto Grunge-Zeitsprungs. Newspeak hat bizarren Spaß mit einer widerspenstigen stop-and-go-Dynamik und -Struktur. Zuletzt gibt sich dann Control noch als ein relativ standardmäßiger Garagenrocker vom Stooges-Wühltisch und ist ehrlich gesagt das unspannendste auf dieser ansonsten doch sehr ansprechenden EP.
Hochwertiger Stoff mal wieder vom zuverlässigen spanischen Spezialisten für eigenwilligen Post Punk, Flexidiscos. Auf ihrer Debüt-LP beschwört die Band aus Valencia, Spanien einen mehr als beachtlichen Sturm herauf aus schlauem, verwinkeltem, jedoch niemals ermüdend wirkendem Lärm, die ein bisschen so rüberkommt wie eine Verschmelzung der No Wave-igen Noise Rock / Post Punk-Abstraktionen von Spray Paint mit einer ganzen Reihe verwandter Genre-Grenzgänger wie etwa die gewundenen, ineinander greifenden Garage Punk-Grooves von Uranium Club, Reality Group und Vintage Crop einerseits, aber auch den exzentrischen Post Punk-Konstrukten von so Bands wie Rolex, Knowso, Meal, Exit Group, frühen Marbled Eye und Patti. Das alles fühlt sich dabe viel weniger bemüht und eingängiger an als man so erwarten würde, vorangetrieben mit unaufhaltsamem Drive, ökonomisch und punktgenau konzentriert angewandter Energie.
Wie ein perfektes Pendant zur zeitgleich erschienenen Demo Rally-LP über die ich heute auch noch etwas posten werde, liefert das Langspieldebüt dieser Band aus Leeds aus dem späten Sommer - jetzt als Tape wiederveröffentlicht vom französischen Label Discos Peroquébien - mehr vom exzellent lärmigen, No Wave-igen Post Punk, dessen mögliche Einflüsse irgendwo pendeln zwischen so Akteuren des dissonanten Chaos' wie Spray Paint, Brandy, Rolex, Lumpy and the Dumpers, Cutie und Soupcans, wobei vergleichsweise langsamere und disziplinierte Tracks wie etwa Bog witch sogar ein bisschen von einer klassischen '90er Chicago-Style Math-/Postcore-Energie ausstrahlen.
Die Band aus Portland entzückt auf ihrer Debüt-EP mit einem mühelos coolen Sound zwischen Garage- und Fuzz Punk, der sich abwechselt im Spektrum von melodischen Noise Pop-Songperlen die etwa an primitivere Varianten von frühen No Age, Terry Malts, Male Bonding, Why Bother?, The Wind Ups oder Deletions erinnern, sowie zwei noch mal deutlich simpler gestrickten Brocken die mich an Buck Biloxi, Lumpy and the Dumpers, Giorgio Murderer, Bart and the Brats und diesen Zhoop/Djinn/Feed/etc-Hansel denken lassen. Den Abschluss macht ein netter Akustik-Song, der sich ebenfalls keine Blöße gibt.
Wo die durchschnittliche Band des 12XU-kompatiblen Spektrums doch eher dazu tendiert, ausgefeilter und feingeistiger zu werden bis sie anfängt zu saugen, scheinen The Unfit aus Seattle genau den umgekehrten Weg einzuschlagen und immer simpler und primitiver zu klingen bis sie vermutlich auch irgendwann ziemlich saugen werden. Aber aktuell sind sie davon noch weit entfernt und der Scheiß entfaltet seine Wirkung ganz vortrefflich, auch wenn - oder auch gerade weil - ihre fuzzigen Garage- und Post Punk-Tunes stellenweise auf ein geradezu Feedtime-mäßiges Level an monoton-repetitiver simplizität heruntergekocht werden.
Diese Band aus Minneapolis deckt ein interessantes Klangspektrum ab auf ihrer neuesten EP, von der kräftigen Fuzz Punk-Attacke in Like A Dream? über den Math- und Noise Rock-angehauchten Post Punk von Yeehaw! zum vergleichsweise geradeaus gehenden Garage Punk in Saved, woraufhin dann der abschließende Track 5678 unerwartet zu einer Art vernebelten Space Rock-Jam abdriftet. In unterschiedlichen Momenten erinnert mich das an einen recht vielseitigen Haufen von Bands wie etwa frühe Rolex, Cutie, Shark Toys, Reality Group, The Cowboy und Big Bopper.
Der Nachfolger zur exzellenten, auf Automobile hyperfixierten EP aus dem letzten Dezember strafft und optimiert mal ganz deutlich das strukturelle Fundament der Songs dieser Punks aus Melbourne und diversifiziert gleichzeitig ihr musikalisches Spektrum, was in einem stärkeren Post Punk-Vibe resultiert und gleichsam auch klar ihrer lärmigsten und wuchtigsten Attacke bisher, selbst dann wenn sie wie in TV Screen zu einem midtempo Post Punk-Jam ansetzen, wohingegen der Rausschmeißer Tough Cunt noch einmal viel von der Hardcore-Energie mitbringt, die das frühere Schaffen der Band prägte. Wie auch immer, mich erinnert das an so viel großartiges aus dem letzten Jahrzehnt und mitunter an so Bands wie Romance, Vexx, Cel Ray, Gen Pop, Warp, Downtown Boys, Fugitive Bubble und Warm Bodies, um nur ein paar zu nennen... und vielleicht auch eine leise Ahnung von den alten australischen Noise Rock-/Post Punk-Haudegen Fungus Brains? Explosiver Scheiß ist das auf jeden Fall!
Wow, ist das mal eine fantastische Debüt-EP von einer Band aus Philadelphia, die sich darauf mit einem erdigen, dissonanten und mittelgradig exzentrischen Mix aus Art- und Post Punk zu schaffen macht. Das monotone, no wave-mäßige Geschrammel des Openers The Shield lässt dabei an den Minimalismus von Shop Regulars oder Honey Bucket denken, während Green Man mehr von einem früh-'80er The Fall-Vibe mitbringt und weitere Ähnlichkeiten etwa zu den Stadtnachbarn Toe Ring und B.E.E.F. 39X hat. Die Bösen Grooves in Gangstalker hingegen halten eine empfindliche Balance aus Dissonanz und Eingängigkeit und channeln damit eine etwas stacheligere Inkarnation von Lithics, gekoppelt mit so einiger dissonanter Glenn Branca- und '80er Sonic Youth-Gitarrentextur, wie wir sie vor nicht allzu langer Zeit etwa von Self Improvement gehört haben.
Der Nachfolger zur tollen letztjährigen EP der Band aus Cincinnati, Ohio versucht gar nicht zu fixen was nicht kaputt ist und liefert stattdessen einfach kurzangebunden vier neue Schläge von dem gleichen großartigen Scheiß ab, der sich aus Elementen von Noise Rock, Post-, Garage- und Synth Punk zusammenfügt und mich auf die eine oder andere Art an so unterschiedliche Bands wie Busted Head Racket, Brandy, R.Clown, ISS, Spyroids and Knowso, De()t, Toy Brigade oder Nervous Tick and the Zipper Lips erinnert.