Clang! - Whac-A-Mole

Ein sau­mä­ßig star­kes De­büt­al­bum ha­ben Clang aus Tam­pa, Flo­ri­da hier­mit ab­ge­lie­fert, das mit ei­ner zeit­lo­sen Spiel­art von Noi­se- und Math Rock, Post­core und -punk in­klu­si­ve mar­kan­tem Sa­xo­fon­ein­satz zu be­geis­tern ver­steht. Im Ge­samt­ein­druck klingt das Re­sul­tat et­wa so, als hät­te man di­ver­se Ver­tre­ter der ak­tu­el­len Post­punk-Ge­nera­ti­on mit Pio­nie­ren aus den Acht­zi­gern wie No­me­ans­no, Tra­gic Mu­lat­to und Flip­per ge­kreuzt.

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Multicult - Simultaneity Now

Auf ih­rem in­zwi­schen fünf­ten Al­bum ge­ben sich die Noi­se-/Mathro­cker aus Bal­ti­more mal wie­der in der ge­wohn­ten Top­form. Viel­leicht mehr als je zu­vor ver­la­gern sie da­bei das Ge­wicht auf die Math-las­ti­ge Sei­te, oh­ne dass sie Ge­fahr lau­fen, in selbst­ge­fäl­lig-tech­ni­sches Geg­nie­del zu ver­fal­len. Nein, hier wirkt je­der noch so ge­walt­sam zu­recht­ge­bo­ge­ne Takt or­dent­lich zu En­de ge­dacht. Auch wenn das Gen­re da­von mit Si­cher­heit nicht re­vo­lu­tio­niert wird, tref­fen Mul­ti­cult die­sen spe­zi­el­len Na­gel da­für mit ei­ner sel­ten ge­wor­de­nen Voll­endung auf den Kopf und lie­fern zum wie­der­hol­ten mal ei­ne Plat­te ab, die selbst zur Blü­te­zeit ih­rer Ni­sche als wasch­ech­tes High­light durch­ge­fluppt wä­re.

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Philary - I Complain

Was mir auf der De­büt-LP von Phil­ary aus Nash­ville, Ten­nes­see ent­ge­gen quillt wür­de ich mal als… un­er­war­tet be­zeich­nen. Es han­delt sich um ein Pro­jekt von Alex Mo­li­ni, der an­sons­ten bei Sto­ve und seit ge­rau­mer Zeit auch bei Pi­le mit am Werk ist. Da liegt es schon na­he, Phil­ary in die­ser spe­zi­el­len Ni­sche des In­die­rock ein­zu­ord­nen, wel­chem der Lärm noch ge­nau so ei­ne Her­zens­an­ge­le­gen­heit ist wie die Me­lo­dien; die der­zeit zu ge­fühl­ten fünf­zig Pro­zent vom New Yor­ker Gen­re-Boll­werk Ex­plo­ding In Sound Re­cords noch am Le­ben er­hal­ten wird - es ist al­so kein biss­chen ver­wun­der­lich, dass auch die­se Plat­te mal wie­der in be­sag­tem Hau­se er­schie­nen ist. Man darf sich zum Bei­spiel an Bands wie die be­reits er­wähn­ten Pi­le, an Dead Soft, frü­he Ovlov, Ge­roni­mo oder de­ren Qua­si-Fol­ge­pro­jek­te Mil­ked und Hung Toys er­in­nert se­hen. Aber das ist auch nur der al­ler­ers­te Ein­druck. Denn Phil­ary ge­hen Sound­mä­ßig so ei­ni­ge Ta­cken der­ber zur Sa­che, ver­mi­schen die er­wähn­ten Ten­den­zen mit ei­ner di­cken Schicht aus Noi­se und ton­nen­schwe­rem Sludge. Da kann man in den et­was psy­che­de­lisch ge­präg­ten Mo­men­ten, wie et­wa in The Litt­lest Mo­le, Ver­glei­che zu Fir Co­ne Child­ren zie­hen, die sich - wenn aus ei­nem et­was an­de­ren Gen­re-Blick­win­kel - ei­nem durch­aus ver­wandt klin­gen­den An­satz von ver­spiel­ter, zu­cker­sü­ßer Me­lo­diö­si­tät und dich­tem Noi­se­ge­wit­ter an­nä­hern.

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Lungbutter - Honey

Ei­ne ganz schön un­ge­müt­li­che Ge­räusch­ku­lis­se fa­bri­ziert die­ses Trio aus Mont­re­al. We­cken die ers­ten Klän­ge ih­rer De­büt-LP noch star­ke As­so­zia­tio­nen zu Noi­se­punks á la Soupcans und No Wa­ve-be­ein­fluss­ten Acts wie Fle­sh Narc, wird aber bald dar­auf klar wer hier am ehes­ten Pa­te ge­stan­den ha­ben dürf­te: Das riecht doch stark nach So­nic Youth in ih­rer wohl ra­di­kals­ten Pha­se - näm­lich die ih­rer bra­chia­len qua­si-Tri­lo­gie be­stehend aus den Al­ben Con­fu­si­on Is Sex, Bad Moon Ri­sing und Evol - aber ir­gend­wie auch nur die derbs­ten ten­den­zen dar­aus. Den­noch ver­birgt sich hin­ter dem dich­ten Ha­gel aus Dis­tor­ti­on so ei­ni­ges an Me­lo­die, man muss nur rich­tig zu­hö­ren. Nicht neu, das. Aber aus­ge­spro­chen er­fri­schend, weil man's in ei­ner der­art kom­pro­miss­lo­sen Pa­ckung schon lan­ge nicht mehr zu hö­ren be­kam.

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Omino - Omino N°2

Sel­ten pos­te ich hier Plat­ten die schon zwei, drei Jah­re auf dem Bu­ckel ha­ben, aber bei die­ser Band aus dem ita­lie­ni­schen Kaff Con­ca­ma­ri­se kann ich nicht an­ders als mal 'ne Aus­nah­me zu ma­chen und hab da­zu auch nicht viel mehr bei­zu­tra­gen au­ßer dass ihr ro­her und ei­gen­wil­li­ger Noi­se Rock vom An­fang bis zum En­de ih­rer zwei­ten EP ma­xi­mal und per­fekt ab­ge­fuckt klingt. Whoa…

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Clever - Hangin Egg

Cle­ver aus Bris­bane fie­len mir vor ca. drei Jah­ren schon mal sehr po­si­tiv auf mit ei­ner auf spe­zi­el­le Art räu­di­gen, leicht ex­zen­tri­schen Spiel­art von Noi­se Rock, der da­mals al­ler­dings noch ein we­nig Fein­schliff ver­tra­gen hät­te. Der wird nun auf dem zwei­ten Lang­spie­ler nach­ge­lie­fert; die Song­struk­tu­ren und Ar­ran­ge­ments lau­fen zu ei­nem deut­lich schlüs­si­ge­ren Ge­samt­pa­ket zu­sam­men, oh­ne da­bei an ih­rer Ori­gi­na­li­tät und Schrul­lig­keit ein­zu­bü­ßen.

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Acquaintances - 8 1/​2 Lives

Das zwei­te Al­bum die­ser Band aus Chi­ca­go ent­puppt sich als ein lu­pen­rei­ner, noi­sero­ckig an­ge­hauch­ter In­die Rock-Flash­back, der sei­ne Wur­zeln klar in den frü­hen bis mitt­le­ren Neun­zi­gern ge­schla­gen hat. Ab­wech­selnd füh­le ich mich da­bei mal an Pol­vo, 90er So­nic Youth, Cha­vez oder Lync er­in­nert. Und im ak­tu­el­len Ge­sche­hen könn­te sich das z.B. in der Nä­he von Tape/​Off oder Cham­pion Lo­ver wie­der­fin­den.

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Noughts - Content

Auf EP nu­me­ro zwei las­sen Noughts aus Mel­bourne den auf dem Vor­gän­ger noch deut­li­cher vor­han­de­nen Post­punk weit­ge­hend hin­ter sich und ver­schie­ben den Sound stär­ker in Rich­tung Noi­se Rock und Post­core. Viel­fäl­ti­ger als zu­vor, zei­gen die neu­en Songs aber auch reich­lich Zäh­ne und wer­den von der Band auf zu­neh­mend ela­bo­rier­ten Kon­struk­ten plat­ziert. Kla­re Ähn­lich­kei­ten hat das nach wie vor zu Bands aus ih­rem lo­ka­len Um­feld wie Bat­piss oder Bench Press.

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Vermute - Vermute

Die spa­ni­sche Sze­ne ist der­zeit ja ein ex­zel­len­tes Pflas­ter wenn es um lär­men­des Punk­zeug der ka­put­ten und durch­ge­knall­ten Art geht und Ver­mu­te aus dem Küs­ten­städt­chen Be­ni­car­ló sind ei­ne wei­te­re Band wie ge­macht, um die­sen gu­ten Ruf zu un­ter­mau­ern. Mit dis­so­nan­tem Ge­schred­der zwi­schen Noi­se Rock, Post Punk und (Neo-)No Wa­ve at­ta­ckiert ih­re ers­te EP das Trom­mel­fell, ver­sprüht da­bei noch ei­nen un­ge­heu­ren Spaß­fak­tor und wirkt nie­mals ver­kopft.

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Christian Fitness - You Are The Ambulance

Über man­geln­de Pro­duk­ti­vi­tät des Fu­ture Of The Left und Ex Mclus­ky-Front­man­nes An­dy Fal­k­ous kann ich mich ja echt nicht be­schwe­ren. Seit 2014 ist je­des Jahr ein neu­es Al­bum sei­nes So­lo­pro­jek­tes am Start. Die Qua­li­tät va­ri­iert. Schein­bar mit Ab­sicht haut der Typ im­mer ab­wech­selnd ein Al­bum raus das mich nicht so recht zu be­geis­tern ver­mag, dar­auf­hin dann wie­der eins das al­le rich­ti­gen Knöp­fe drückt. Ak­tu­ell be­fin­den wir uns in der bes­se­ren Hälf­te von die­sem eta­blier­ten Zwei-Jah­res-Zy­klus. Die Plat­te ist wie­der peak Fal­co und wird von min­des­tens so­li­dem, meis­tens aber aus­ge­spro­chen star­kem Song­ma­te­ri­al ge­tra­gen. Auf frag­wür­di­ge Ex­pe­ri­men­te wird dan­kens­wer­ter Wei­se ver­zich­tet - ich will Herrn Fal­k­ous un­ter kei­nen Um­stän­den noch mal beim Rap­pen zu­hö­ren. Aber so scheint der Typ halt zu ope­rie­ren. Ein mal den Dreck an die Wand schmei­ßen und schau­en was kle­ben bleibt, im nächs­ten Durch­gang dann auf ein ro­bus­te­res Song­fun­da­ment stel­len, was nicht so­fort Fun­gus ent­wi­ckelt oder Feu­er ge­fan­gen hat.

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