Constant Lovers - Experience Feelings

constant lovers
Ok, das ist es al­so. Das zwei­te Al­bum der Noi­sero­cker aus Se­at­tle, de­ren Erst­ling ich hier zu­letzt ja schon mal im Pro­gramm hat­te. Und was hat sich groß ver­än­dert? Nun, ich wür­de sa­gen, dass der auf dem De­büt noch eher la­ten­te Di­schord-Ein­schlag hier viel stär­ker zur Gel­tung kommt; der Post­core tritt dies­mal deut­lich in den Vor­der­grund ge­gen­über den nach wie vor vor­han­de­nen Noi­se- und Math-Ein­flüs­sen. Und sie ge­hen um ei­ni­ges fo­kus­sier­ter vor, bün­deln die En­er­gie ef­fek­ti­ver und tref­fen dann ge­nau im rich­ti­gen Mo­ment mit vol­ler Wucht. Die schlich­te aber druck­vol­le Pro­duk­ti­on fängt die­se neu ge­won­ne­ne Dy­na­mik her­vor­ra­gend ein. Er­in­nert mich häu­fig an ei­ne et­was bra­chia­le­re Ver­si­on von Q and not U. Ins­ge­samt klingt die Plat­te deut­lich selbst­be­wus­ter, auf den ers­ten Blick viel­leicht auch et­was Kon­ven­tio­nel­ler, gleich­zei­tig je­doch nicht we­ni­ger ver­spielt als ihr Vor­gän­ger. Nur halt et­was auf­ge­räum­ter.

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Great Western Plain - Elastic Smile

great western plain
Ei­ne sehr in­ter­es­san­te und ei­gen­wil­li­ge Ver­öf­fent­li­chung ha­ben Gre­at Wes­tern Plain aus Port­land da raus­ge­hau­en, die sich mal wie­der je­der Ka­te­go­ri­sie­rung ver­wei­gert. Zu­sam­men­fas­send kann man sa­gen, das sie ei­ne Vor­lie­be für aus­la­den­de Jams und re­lax­te, flä­chi­ge Gi­tar­renar­ran­ge­ments ha­ben. Im Lau­fe der Plat­te strei­fen sie dann un­ter an­de­rem mo­no­to­nen Spa­ce­rock und Post Punk, noi­si­ges Ge­schred­der, al­ten In­die­rock frei nach Pa­ve­ment oder Se­bad­oh, an spät­ach­zi­ger So­nic Youth-Plat­ten er­in­nern­de Gi­tar­ren­har­mo­nien und ent­spannt vor soch hin rum­peln­den Ga­ra­gen­rock. Das al­les ver­schmilzt hier zu ei­nem ho­mo­ge­nen Gan­zen, das sich kein Fan von psy­che­de­lisch an­ge­hauch­tem, pun­ki­gem Krach ent­ge­hen las­sen soll­te.

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Constant Lovers - True Romance

constant lovers
Wie­der mal so ei­ne Ent­de­ckung, die schon et­was Zeit auf'm Bu­ckel hat und auf die ich erst jetzt ge­sto­ßen bin. Kein Wun­der, denn so rich­tig Wind drum ge­macht hat seit­dem auch nie­mand, die selbst­ver­öf­fent­lich­te Plat­te scheint sich fast voll­kom­men un­ter dem Ra­dar der Me­di­en be­wegt zu ha­ben. Noch die­sen Mo­nat soll das neue Al­bum der Band aus Se­at­tle er­schei­nen, bis da­hin be­gnü­gen wir uns mal mit die­ser tol­len hal­ben Stun­de Noi­se Rock mit leich­ten old­schoo­li­gen Post- und Ma­th­core-Ein­flü­sen, die man viel­leicht als ei­ne et­was zu­gäng­li­che­re Mi­schung aus The Je­sus Li­z­ard und frü­hen Shel­lec mit ei­ner leich­ten Di­schord-No­te be­schrei­ben könn­te. Bin ge­spannt auf mehr.

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Worm Crown - Human Waste

worm cown
Worm Crown kön­nen kei­ne hal­ben Sa­chen. Sie den­ken nicht, sie ma­chen ein­fach. Mit Tun­nel­blick auf ein un­sicht­ba­res Ziel fi­xiert, kennt der Noi­se­punk der Band aus Mel­bourne nur ei­ne Marsch­rich­tung: Stur ge­ra­de­aus. Was ih­nen den Weg ver­sperrt wird ein­fach Platt­ge­walzt. Das ist Noi­se Rock in sei­ner ein­fachs­ten, je­doch viel­leicht auch ef­fek­tivs­ten Form. Die Songs sind auf ein Mi­ni­mum re­du­ziert, meist wird ein sim­pels­tes Mo­tiv mi­nu­ten­lang mit be­harr­li­cher Aus­dau­er auf die Ziel­ge­ra­de ge­wälzt. Doch was die Plat­te an Kom­ple­xi­tät ver­mis­sen lässt, macht sie pro­blem­los durch ih­re un­auf­halt­sa­me Wucht wie­der gut. Über­haupt ma­chen die Tex­tu­ren den be­son­de­ren Reiz die­ser Mu­sik aus, nicht ih­re ober­fläch­li­che Struk­tur.

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Creative Adult - Psychic Mess

creative adult
Die schon seit ge­rau­mer Zeit um sich grei­fen­de Wel­le düs­te­ren und - mal mehr, mal we­ni­ger - kom­pro­miss­lo­sen Post­punks scheint sich ein­fach nicht tot zu lau­fen. Klar gibt's auch 'ne Men­ge un­in­spi­rier­ter Drecks­ver­öf­fent­li­chun­gen zu er­tra­gen, aber es ist doch er­staun­lich mit welch ho­her Fre­quenz der­zeit im­mer wie­der neue Bands auf­tau­chen, die das Gen­re wie­der um ei­ne oft sub­ti­le, aber sehr ei­ge­ne Ge­schmacks­no­te be­rei­chern.
Die Mit­glie­der von Crea­ti­ve Adult aus San Fran­cis­co kom­men ur­sprüng­lich eher aus der Hard­core-Ecke, auf ih­rem De­büt­al­bum ha­ben sie sich sound­mä­ßig aber größ­ten­teils da­von frei­ge­stram­pelt. Es ist oh­ne Fra­ge ei­ne der ei­gen­stän­digs­ten Plat­ten aus dem Gen­re-Um­feld, von ei­ner Band, die - sehr sym­pa­thisch - of­fen­sicht­lich zu kei­ner­lei Kom­pro­mis­sen be­reit ist. Die Plat­te ist schon ein ganz schö­ner Bro­cken mit ei­ner für sol­chen Lärm end­los er­schei­nen­den Spiel­zeit von über 40 Mi­nu­ten, aber un­ter der rau­hen Ober­flä­che ver­ber­gen sich ton­nen­wei­se klei­ne Hooks, Me­lo­dien und bö­se klei­ne Wi­der­ha­ken, die sich ir­gend­wo zwi­schen den Syn­ap­sen fest­set­zen und ei­nen da­zu ver­an­las­sen, dann doch auf re­peat zu drü­cken, um ei­ne wei­te­re Run­de mu­si­ka­li­schen Sa­dis­mus über sich er­ge­hen zu las­sen. Au­ßer­dem be­her­schen die Jungs das Spiel von Zu­cker­brot und Peit­sche (na ja, Peit­sche über­wiegt hier), streu­en auf Song- wie auf Al­bum­ebe­ne im­mer im rich­ti­gen Mo­ment die klei­nen me­lo­di­schen Licht­bli­cke ein, än­dern die Marsch­rich­tung ein we­nig oder dros­seln das Tem­po. Es tritt nie die Über­sät­ti­gung ein, die we­ni­ger aus­ge­reif­te Gen­re­bei­trä­ge oft aus­zeich­net.
Fans von Bands wie den Ko­pen­ha­ge­ner Lower und Iceage, den eta­blier­ten Noi­sero­ckern Pis­sed Jeans, The Men in ih­rer frü­hen Pha­se oder al­tem Am­Rep-Krem­pel wer­den sich hier schnell zu­hau­se füh­len. Manch­mal kingt's auch wie et­was we­ni­ger ab­ge­spa­ce­te De­st­ruc­tion Unit.


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The Loyalists - First of the Mohicans

loyalists
Loya­lists, ei­ne frisch ge­schlüpf­te Band aus dem ka­li­for­ni­schen Oak­land, zei­gen sich auf ih­rem ers­ten Al­bum schon er­staun­lich aus­ge­reift. Es gibt stark an­ge­blues­ten Noiserock/​Postpunk mit häu­fi­gem Cel­lo-Ein­satz zu be­stau­nen, der vor al­lem durch sei­ne Kon­se­quenz über­zeugt. Er­in­nert stel­len­wei­se an die al­ten aus­tra­li­schen Blues­pun­ker Feed­ti­me. Das ist nicht so sehr die häss­li­che Tritt-in-die-Fres­se-Ver­si­on des Gen­res, son­dern ei­ne et­was ein­la­den­de­re, mo­no­ton-groo­ven­de und grad­li­nig ro­cken­de Va­ri­an­te von dem Dreck. Im letz­ten Track ent­läd sich die Span­nung dann kon­se­quent in ei­ner aus­gie­bi­gen Dro­ne-Or­gie. Su­per De­büt von ei­ner Band mit hau­fen­wei­se Po­ten­zi­al, die kom­men auf mei­ne Be­ob­ach­t­ung­lis­te.

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Bodyfather - Bodyfather

bodyfather
Noch so ein Noi­se­rock-/Post­core-Ge­döns, dies­mal von ei­ner Band aus At­lan­ta, Geor­gia. Hört sich an wie ei­ne Ver­schmel­zung von Fu­ga­zi und Shel­lac, mit Ver­wei­sen auf noch an­de­re 90er-Bands, et­wa Fudge Tun­nel oder al­te Am­phet­ami­ne Rep­ti­le Plat­ten. Bin durch­aus an­ge­tan da­von, was sich in die­sem Gen­re­pool ge­ra­de so tut, der von ei­ni­gen Jah­ren noch ziem­lich ab­ge­früh­stückt aus­sah.

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Karcher - Aero Lima

karcher

Kar­cher aus Saar­brü­cken wa­ren mal. Die Band war mir bis­her nie ein Be­griff, trotz­dem oder ge­ra­de des­halb et­was trau­rig zur Kennt­nis zu neh­men, dass das hier ihr Ab­schied­sal­bum ist. Ge­bo­ten wird mit­rei­ßen­der Noi­se­rock, der ge­nau so von US-Klas­si­kern wie Quick­sand, Shel­lac, The Je­sus Li­z­ard in­spi­riert scheint wie auch von deut­schen Noi­se­bands der 90er und Nul­ler-Jah­re, et­wa von Ul­me, Harm­ful oder Les Hom­mes Qui We­ar Es­pan­dril­los. Ir­gend­was muss mal pas­sie­ren un­ter deutsch­spra­chi­gen Mu­sik­blog­gern, da­mit ich so tol­le Bands nicht im­mer erst mit­be­kom­me, wenn sich sich schon auf­ge­löst ha­ben. Oder erst wenn ir­gend­wel­che Eng­lisch­spra­chi­gen Blogs drü­ber schrei­ben (zur Eh­ren­ret­tung der deutsch­spra­chi­gen Blogs muss ich aber hin­zu­fü­gen, dies­mal­mal durch ein sol­ches auf Kar­cher ge­sto­ßen wor­den zu sein). Die hie­si­ge Mu­sik­pres­se kann man be­züg­lich Krach ja eh in die Ton­ne hau­en.

*edit*
Wie rock­s­portro­cke­rU­we rich­ti­ger­wei­se an­merkt, gibt's das Al­bum so­wie sei­nen Vor­gän­ger bei Band­camp für um­sonst. Oder zum Preis eu­rer Wahl, wenn ihr doch et­was Koh­le rü­ber­wach­sen las­sen wollt.

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Death Pedals - The Carvery

death pedals
Die­ses Krach­quar­tett aus Lon­don kon­stru­iert hoch­ef­fi­zi­en­te Punk-Erup­tio­nen an der Schnitt­stel­le zwi­schen Noi­se­rock, Ga­ra­gen­punk und Post­core. Der en­er­gie­ge­la­de­ne Ga­ra­ge­core von Hot Sna­kes scheint hier mehr als ein­mal durch, auch ak­tu­el­le­re Ge­schich­ten wie et­wa Metz hat­ten wohl et­was bei­zu­tra­gen. Hier wird so­wohl der in­zwi­schen arg ram­po­nier­te Ruf des Post-Hard­core auf­po­liert, als auch dem häu­fig all­zu selbst­ver­lieb­ten und ver­kopf­ten Noi­se­rock-Gen­re zu neu­er Fri­sche ver­hol­fen.
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Slippertails - There's A Disturbing Trend

slippertails
Ein wahr­haft be­un­ru­hi­gen­der Trend ist das: Noi­se­rock ist plötz­lich wie­der en vogue. Ei­ne all­zu will­kom­me­ne Un­ru­he, die hof­fent­lich bald die ver­schla­fe­ne In­die­sze­ne et­was auf­zu­we­cken ver­mag. An­sons­ten ei­ne ganz ähn­li­che Marsch­rich­tung wie die ges­tern ver­han­del­ten Grass Is Green, mi­nus Blatt­ge­wächs, Ma­the­ma­tik und Post­zeugs; plus Mee­res­früch­te, grad­li­ni­ge Song­struk­tu­ren, Mel­vins-ar­ti­ges Ge­rif­fe und kap­put-me­lo­di­sche Son­ge­s­kiz­zen á la Pi­xies, Cho­ke­bo­re oder Gui­ded by Voices. Geht run­ter wie 'ne ab­ge­lau­fe­ne Do­se Karls­quell.

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