Big Bopper – Oh, The Irony
Amor, Muerte Y Leonora – No Love No Love
Robbie Thunder – Only Tonite
TV Crime – Never Been In Love
Shrapnel – Sedan Crater

Diese Band aus Sydney hat für uns eine fast schon peinliche Fülle an Hooks und Melodien auf Lager, die sie auf ihrer zweiten LP in eine Form von zeitloser Eleganz transformieren – belastungsfähiges Power Pop-Songwriting kleidet sich in den Tugenden von Byrds-inspiriertem, relaxtem Garage Rock und Jangle Pop, der die British Invasion und erste Welle britischer Psychedelia mit Löffeln gefressen hat – glitzernde Songjuwelen die teilweise so rüberkommen wie eine weniger Sarkasmus-getränkte Version der Soft Boys, eine stärker retro-mäßige Inkarnation von Guided By Voices oder die powerpoppigeren Bereiche der Bevis Frond-Galaxie. Genau so gut kann man sie aber auch einer Reihe jüngerer US-Bands gegenüberstellen wie The Resonars, White Fence, Honey Radar, Good Flying Birds, Chronophage, Violent Change, Scupper, Germ House oder Mo Troper, während stärker richtung Indie Rock tendierende Songs wie Winston ein kleines bisschen an die aus Hobart, Tasmanien agierenden Treehouse erinnern.
Album-Stream →Gus Baldwin and The Sketch – The Sketch

Die erste Hälfte der neuesten LP von diesen Texanern ist sicher nicht das subtilste, anspruchsvollste Ding der Welt und überzeugt mehr durch seine schiere Wucht – ein relativ klassischer, riff-lastiger brute-force-Ansatz an Garage Punk wie wir ihn etwa von Bands wie Jean Mignon, Sauna Youth, Hamer, D. Sablu, Clamm oder Sweet Reaper gehört haben. Es ist aber die zweite Halbzeit, in welcher diese LP letztendlich ihre eigene Identität entfaltet. Genau rechtzeitig, wenn der Reiz von raketengetriebenem Riffing aus dem Baumarktregal sich abzunutzen droht, werden hier die Karten neu gemischt und die wirklichen Schwergewichte der LP kommen zum Vorschein, wie etwa die melancholische Hymne Slacker’s Prom oder Beautiful Delilah, in welchem handelsübliche Versatzstücke von Psychedelia explosiv mit Elementen von Cowpunk reagieren. Die Midtempo-Ballade What The Freaks Say hat einen starken Vaguess-Vibe und der Rausschmeißer Sympathy For Sunday suhlt sich ganz schamlos im drogenversifften, satanischen Acid Rock-Exzess.
Album-Stream →Klint & The Gents – Split

Wie üblich ist das ein großes Kaliber von einer Split 7″, die uns von Italiens bester Adresse für abseitigen Lärm, Goodbye Boozy Records, angespült kommt. Der schleswiger Viking Synth Punk-Maestro Klint begibt sich für seine Tracks darauf in den vollen Hardcore-Modus und lässt drei massive Geschosse in seiner patentierten, abriebstarken Machart vom Stapel, die bei allem Geschepper aber auch saumäßig catchy sind – der gute Mann schießt selten daneben und nach wie vor bleibt sein Sound absolut einzigartig in der gegenwärtigen Punklandschaft. Die andere Seite gibt uns dann vier neue Tracks der Hamburger The Gents, die hier ebenfalls ein gutes Stück roher zur Sache gehen verglichen mit ihrer vorherigen EP in einer substantiellen Attacke aus geradeaus gehendem Garage Punk, nicht ganz unähnlich zu so Zeug wie Bart and The Brats oder The Uglies.
Album-Stream →Kowboje – Kowboje II

Das ist deutlich mehr Egg- als Cowpunk, womit diesen Band aus Posen, Polen (sagt man jetzt Posener Punk oder Poser Punk dazu?) sowohl die Vernunft als auch alle Sinne überwältigt – denn das hier ist klar eines der abgefahreneren Opfer am Altar des verspielten Irrsinns, die uns das Genre bisher dargebracht hat. Ein bodenloses Fass des unberechenbaren Spaßes, der jederzeit droht in sich zusammenzustürzen oder in Flammen aufzugehen, aber so verdammt anziehend ist so lange er existieren darf. Erinnert mich an einen vielseitiges kleines Bündel von so Bands wie den frühen Skull Cult, Goblin Daycare, Paulo Vicious, Beer, Metdog, Cool Sorcery… and natürlich dürfen auch die spanischen Genre-Overlords Prison Affair nicht unerwähnt bleiben.
Album-Stream →Fast Johnny and The Slow Burners – Fast Johnny and The Slow Burners

Nach langem Warten ist sie jetzt plötzlich da, die Debüt-EP von Fast Johnny and the Slow Burners aus Brisbane, Australien, auf welcher die Band sich in einer ausgesprochen oldschooligen Machart des Garage Punk austobt, ganz frei von neumodischem Scheiß – kein Egg, kein Synth, kein Bullshit aber dafür mehr als nur ein bisschen von einer klassischen Gun Club-Energie. Als solches ist das hier ein sehr angenehmer Gegenpol zu jüngeren Entwicklungen im australischen Untergrund und hätte so auch locker vor zehn, zwanzig oder dreißig Jahren erscheinen können ohne dabei aus dem Rahmen zu fallen. Was soll ich sagen, die Formel funktioniert immer noch tadellos und das zugrundeliegende Songmaterial ist mehr als tragfähig genug und manchmal bedarf es einfach nicht mehr als einer Reihe von Killer-Riffs und einem ordentlichen Beat damit ich mit den Zehen wippe und denke: „Hmmm… schön!“
Album-Stream →