Bike Thiefs – Lean Into It

Bike Thiefs - Lean Into It

Bike Thiefs sind ein Trio aus Toronto und hier­bei han­delt es sich um ihre dritte EP. Die macht ziem­lich Laune mit einem schön druck­voll vor­wärts wal­zen­den Klang­kos­tüm, das zwi­schen post­pun­ki­gem Indie­rock und wuch­ti­gem Post­core oszil­liert, bei­des ist mit einer herz­haf­ten Noise-Kante ver­se­hen. In der erst­ge­nann­ten Eigen­schaft erin­nert mich das ein wenig an die Goto­beds, in der letz­te­ren an aktu­elle Bands wie Tunic, Greys oder Bat­piss. Das fluppt ganz her­vor­ra­gend.


Album-Stream →

Sob Stories – Sob Stories

Sob Stories - Sob Stories

Emo­tio­nal Response hat mal wie­der zuge­schla­gen und sich mit die­sem Quar­tett aus Oak­land eine wei­tere Perle raus­ge­pickt. Die Debüt-EP von Sob Sto­ries über­zeugt auf gan­zer Linie mit ihrem aus der Zeit gefal­le­nen Power- und Jangle Pop. Der Klingt als wäre die Zeit so ca. 1980 ste­hen­ge­blie­ben und wer so was wie eine Seele besitzt, wird sich der Fülle and mit­rei­ßen­den Hooks und Melo­dien kaum ent­zie­hen kön­nen.


Album-Stream →

Yes I’m Leaving – Pure Joy

Yes I'm Leaving - Pure Joy

Auch schon wie­der drei Jahre her seit dem letz­ten Album der Noi­sero­cker aus Syd­ney. Und die Zeit haben sie hör­bar dafür genutzt ihren Sound zu ver­fei­nern, denn so kom­pakt haben sie noch nie geklun­gen. Ein­gän­gi­ger als zuvor, mit einer neu gewon­nen Melo­diö­si­tät. Ist natür­lich nur in Rela­tion zu den alten Plat­ten ver­ste­hen, das Zeug wummst immer noch ganz gewal­tig. Der Bra­chiale Noise alter Hel­den á la Green Magnet School oder Fudge Tun­nel, kom­bi­niert mit der rela­ti­ven Zugäng­lich­keit jün­ge­rer Bands wie frühe Greys, So Stres­sed oder USA Nails. Den gewis­sen Grunge-Fak­tor der ver­gan­ge­nen Alben haben sie sich aber auch bewahrt.



Album-Stream →

Haram – بس ربحت, خسرت (When You Have Won, You Have Lost)

Haram - بس ربحت, خسرت (When You Have Won, You Have Lost)

Die New Yor­ker Band fällt ja schon alleine durch den Sel­ten­heits-Fak­tor einer US-Band mit ara­bi­schen Tex­ten auf und auch die wie­der­hol­ten, uner­freu­li­chen Begeg­nun­gen des Sän­gers Nader Haram mit diver­sen in der Ter­ror­ab­wehr invol­vier­ten Orga­ni­sa­tio­nen haben ver­ein­zelt für Schlag­zei­len gesorgt. Nee, klar. Wer auf ara­bisch singt kann ja nur ein ganz fie­ser Ter­ro­rist sein.

Jetzt ist nach eini­gen EPs der erste Lang­spie­ler der Band erschie­nen und es stellt sich her­aus, dass man ihnen auch alleine auf­grund ihrer Musik seine Auf­merk­sam­keit wid­men sollte. Die weiß mich näm­lich pro­blem­los zu über­zeu­gen. Kräf­ti­ger aber roher Hard­core­punk, der zeit­ge­mäß und old­schoo­lig zugleich klingt, der nicht nur end­los die tau­send­mal gehör­ten, aus­ge­lutsch­ten drei­ein­halb Riffs auf­wärmt und sich auch nicht an der all­ge­mei­nen Break­down-Epi­de­mie betei­li­gen will. Die Beto­nung liegt hier auf „Punk“ und in den Songs ver­birgt sich tat­säch­lich ein gewis­ses Maß an dre­cki­gem Rock’n’Roll. Ich fühle mich etwas an diverse Ver­tre­ter des unmit­tel­ba­ren prä-Revo­lu­tion Sum­mer Dischord-Sounds der mitt­le­ren Acht­zi­ger erin­nert. Aber ich bin jetzt auch nicht so der große Experte im Hard­corebe­reich, Genre-Ken­ner wer­den da sicher noch ganz andere Ein­flüsse raus­hö­ren.



Album-Stream →

Acrylics – Structure/​Gluttony 7″

Acrylics - Structure/Gluttony 7"

Auch auf ihrer ver­mut­lich fünf­ten EP setzt die Band aus dem kali­for­ni­schen Santa Rosa noch­mal einen drauf. Das sind zwei durch­weg runde, unnach­gie­bige Noi­se­core-Atta­cken auf höchs­tem Niveau.

Wireheads – Lightning Ears

Wireheads - Lightning Ears

Seit eini­gen Jah­ren ste­hen die Wireheads aus Bris­bane jetzt schon für einen aus­ge­spro­chen kru­den Sound, der klingt als würde er jeden Moment in sich zusam­men fal­len und der auf seine ganz unver­wech­sel­bare Art Ele­mente aus Garage Rock, Proto-, Post- und Art Punk ver­mengt. Es tref­fen Ver­satz­stü­cke von Modern Lovers und Vel­vet Under­ground auf den Mini­ma­lis­mus und die quasi zur Reli­gion erho­bene Repe­ti­tion von The Fall. Aber mit einem Front­mann, der eher sui­zid­ge­fähr­det als streit­lus­tig klingt. Dabei gibt er eine eigen­wil­lige Lyrik von sich, die sich mehr auf einer emo­tio­na­len als auf einer logi­schen Ebene erschließt. Als wie­der­keh­ren­des Motiv lässt sich dies­mal eine selt­same Zah­len­mys­tik erken­nen. Kann was bedeu­ten, muss aber nicht.

Zugäng­li­cher klin­gen sie auf ihrem neuen Album und defi­ni­tiv ein­fa­cher an einem Stück zu hören als auf dem sehr guten, aber auch recht frag­men­ta­risch und sediert wir­ken­den Vor­gän­ger Arrive Alive aus dem letz­ten Jahr. Das meine ich kei­nes­wegs abwer­tend. Der schlep­pende, resi­gnierte Vibe der letz­ten Platte war kein Unfall, son­dern genau der sprin­gende Punkt, das zen­trale emo­tio­nale State­ment die­ses Albums. Auf Light­ning Ears sind hin­ge­gen nicht nur die rocken­den Num­mern zahl­rei­cher und haben deut­lich mehr Biss, auch viele der ruhi­ge­ren Momente gehö­ren zu ihrem bes­ten Song­ma­te­rial. Die Psy­che­de­lia von Is Fran­ces Faye God? und das folk­ige The Over­view Effect gehö­ren zu den defi­ni­ti­ven High­lights hier.



Album-Stream →

Flat Worms – Flat Worms

Flat Worms - Flat Worms

Flat Worms aus Los Ange­les dran­gen mir erst­mals vor andert­halb Jah­ren mit einer äußerst appe­tit­an­re­gen­den EP auf Volar Records ins Bewusst­sein. Jetzt hat die Band, die sich aus durch­aus bekann­ten Musi­kern mit Ver­bin­dun­gen zu u.a. Wet Illus­tra­ted, Kevin Morby, Oh Sees, Ty Segall und Sic Alps zusam­men­setzt, ihren ers­ten Lang­spie­ler – nahe­lie­gen­der Weise auf Castle Face – ver­öf­fent­licht. Die Platte passt natür­lich ganz her­vor­ra­gend ins Port­fo­lio des Labels mit ihrem ordent­lich Wind erzeu­gen­den, abge­fuz­z­ten Gara­ge­punk, den sie gele­gent­lich mit einer Mes­ser­spitze Noise und dem hier eher sub­ti­len, jedoch unver­meid­li­chen psy­che­de­li­schen Unter­ton ver­fei­nern.



Album-Stream (Spo­tify)→

Big Heet – On A Wire

Big Heet - On A Wire

Der die­ses Jahr aus der Taufe geho­bene Tape Club des New Yor­ker Labels Explo­ding In Sound hat mich vor kur­zem ja schon mit dem groß­ar­ti­gen Tape von Mil­ked sehr beein­druckt. Auch die neu­este Kas­set­ten­ver­öf­fent­li­chung der Bude weiß mir durch­aus zu gefal­len. Die kommt von von Big Heet aus Tal­la­has­see, Flo­rida und zu hören gibt’s recht ver­schwur­bel­ten und viel­sei­ti­gen Post­core, der neben vie­len ande­ren Ein­flüs­sen öfter mal an so Bands wie Unwound, Jaw­box oder Drive Like Jehu erin­nert. Den Song­struk­tu­ren würde hier und da noch etwas Fein­schliff und Ent­wir­rung gut tun, aber es gibt auch hau­fen­weise posi­tive Über­ra­schun­gen. Etwa wenn der Ope­ner On A Wire mit sehr mar­kan­ten Mis­sion Of Burma-Har­mo­nien auf­war­tet. Wenn in Mir­ror aus an 80er Sonic Youth erin­nern­den Dis­so­nan­zen plötz­lich ein kur­zes Gitar­ren­solo auf­poppt, das man so eher auf einem frü­hen Tele­vi­sion-Demo erwar­tet hätte. Oder wenn sie, wie in Incom­plete, in einen abso­lut tadel­lo­sen, melo­di­schen Punk­klop­per aus­bre­chen, der bei aktu­el­len Genre-Grö­ßen wie Red Dons oder Radioac­tivity nicht fehl am Platz wäre. Die wei­tere Ent­wick­lung der Band wird sicher span­nend.



Album-Stream →

Datenight & Spodee Boy – Split 7″

Datenight & Spodee Boy - Split 7"

Das in Port­land ansäs­sige Label Drop Medium hat eine sehr nette Split-7″ raus­ge­hauen mit zwei Gara­ge­punk-Band­s/­Pro­jek­ten aus Nash­ville. Datenight spie­len davon eine etwas tra­di­tio­nel­lere Vari­ente mit die­sem gewis­sen 77er-Touch. Das Solo­pro­jekt Spodee Boy hin­ge­gen kommt hier noch mal eine Spur unter­ir­di­scher in sei­nem LoFi-Sound rüber als auf der eh schon sehr knar­zi­gen letz­ten EP. Klang­lich ist das irgendwo in der Nähe von Neo Neos und Won­der Bread zu ver­or­ten, aber auch dem jün­ge­ren Schaf­fen von Erik Ner­vous, der sich hier auch an einem Song betei­ligt, ist das nicht ganz unähn­lich.


Album-Stream →

Drahla – Silk Spirit

Third Arti­cle erscheint am 24. Novem­ber auf Blank Ad.