SPRGRS – 4

Die neueste EP von Sprgrs aus Granada, Spanien ist mal wieder eins dieser Eggpunk-Artefakte, die sich auf den ersten Blick etwas zu treu an eine Standard-Genreformel halten und wäre nicht sonderlich erwähnenswert, wüde sie nicht sukzessiv die Messlatte höher legen und sich mit jedem Song etwas weiter von einer überstrapazierten Prison Affair-Schablone entfernen hin zu einer Qualität, die sich zunehmend auf die wachsende Qualität des zugrundeliegenden Songmaterials stützt und ab dem dritten Song so richtig in die Gänge kommt. Zugegeben, der Abschlusstrack Trabaja fällt dann wieder ziemlich in die Klischeekiste zurück. Aber hey, es ist das Jahr 2026 und offenbar können wir nicht mehr viel gute Dinge haben und erst recht nicht mehr in dieser Genre-Nische. Da nimmt man dann halt mit was man kriegen kann und ich werde mich nicht beschweren über eine EP mit drei so ausgemachten Knallern, immer noch klar ein Gewinner in dieser Ära der gemäßigten Erwartungen.

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Straw Man Army – Striking Home

True North erscheint am 6. November auf La Vida Es Un Mus Discos.

Cell Rot – Paradise / Parasite II

Paradise erscheint am 25. September auf Convulse Records.

Woollen Kits – Back Of A Truck

Weather The Storm erscheint am 20. November auf Anti Fade Records.

Fashion Change – Ego Trip

Paranoid erscheint am 30. Oktober auf Iron Lung Records.

Howardian – Chime In

You In The Perfect Light erscheint am 2. Oktober auf Starcleaner.

Party Dozen – Euro Stomper

21 Bum Salute erscheint am 6. November auf City Slang.

Verspannungskassette #111 (C-90)

Tracklist

Unga Joacim Kängslickare
Harry W Theme Song
6o6o Todo lo que dijo
Ruido Visual Desequilibrio Mental
Why Bother? Farm Pollution
Anytime Cowboy Concerned Citizen
Fast Johnny And The Slow Burners Cold World
Dragnet Para-noid
Press Release Plaster
Zongo! I Wanted You All To Myself
Spread Joy Pygmalion
Aidmoozic 1973
Guiding Light Haare
Xray Xeroxx That's Why I Do Drugs

The Moids It Aint Right
Doltz Sterling
Nose Hair Tangerine
Roo Stafford White Paint
Lithophones Too Tired To Hate
Headcheese Dump Run
OWOW M30 Blues Clues
Que Lindo What Else?
Attest Dread
Crazy Clue Slavedriver
Military School Hammerhead
Vague Fugue I'm Still High
Baby Killer Seven and Seven Is

Tracklist

Gloves Leeches Decoder
Honey Radar Song for the Public Universal Friend
Search Results Secret Bench in the Bardo
Traps PS Primitive Object
Soft Shoulder (The Theme From) Some Thing
Balaclava Love Bog
Ismatic Guru It’s Nothing
Snout Fever The Rat
Tense You Can´t Cheat
Hinin Cauchemars
Blank Chrome Punk Costume

TestXanny Stars See Right Through
JJ Sizza 50 Cent Coin
The Easy Eight Hanging On The Wall
Polish Gifts Buyer's Market
Grand Final Who Runs the Game?
Power Pants Any Day Now
Sex Mex Asshole
OBI Strip Polaroid Postcard
Monda Until it Shines
1-800-Mikey Pleasant Morning
I Will Die In This Jean Jacket Careless

Tense – No Cure

Dieses Ding ist auf dem früheren Pigeon-Bandcamp aufgepoppt und daher könnte es sich bei Tense vielleicht um genau die gleichen Leute handeln oder halt auch nicht - es ist einfach mal wieder die übliche Undurchschaubarkeit, die wir so schon seit langem von der berüchtigt anonym agierenden Berliner Post Punk-Arena gewohnt sind. Wenn es die gleiche Band ist, hat ihr Sound jedoch klar eine mittelgradige Transformation durchlaufen und kommt hier fokussierter und kompromissloser daher als je zuvor. Einerseits in mancher Hinsicht ziemlich eindeutige Berliner Post Punk-Schule wie sie im Buche steht, sticht der Scheiß aber dennoch deutlich heraus mit einem Level von beklemmender Weltuntergangslaune der hier komplett durch die Decke geht, alamierend selbst im Vergleich zu dem, was wir sonst so aus diesem nicht unbedingt für Partylaune bekannten Umfeld hören. Der vernichtendste Knall von da seit einer ganzen Weile, serviert mit eiskalt kalkulierter Präzision und unaufhaltsamer Rotationsgewalt. Eine hyper-ökonomisches Vorgehen in dem keine Note verschwendet wird stellt sicher, dass alle Schmerzpunkte zuverlässig aktiviert werden und dabei kann man trotzdem nicht anders, als in entrückter Ekstase mitzuwippen.

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Soft Shoulder – Particles (ETC)

Okay ich versuch mal hier nichts durcheinander zu bringen... Aaalso: Die neue Soft Shoulder LP ist ganz offenbar nicht primär eine Compilation von Material, das in den letzten Jahren bereits auf diversen Lathe Cut-EPs und -Singles veröffentlicht wurde, sondern vielmehr eine Sammlung von Songs aus einer gemeinsamen Aufnahmesession, die schon von Anfang an als ein Album konzipiert war und dessen letztendliche Veröffentlichung genauso im voraus geplant war auch die häppchenweise Erstveröffentlichung der Songs auf besagten Kurzspielern. Puh, das ist mal definitiv eine krude und eigentümliche Vorgehensweise die irgendwie doch passend erscheint für eine der krudesten, eigentümlichsten Bands unserer Zeit, die schon länger am Start ist als dieses Blog, jenes potenziell noch weit überdauern wird und seitdem noch nie darin versagt hat zu beeindrucken mit ihrer so chaotischen wie auch komplett unverkennbaren Vision von vage The Fall-inspiriertem, No Wave-informiertem Post Punk und Noise Rock. Und weißt du was? Ich glaube das hier ist nicht weniger als das bisherige deformierte Meisterstück des aktuell als Ein-Mann-Band agierenden Projekts, sogar nach dem massiven Doppelschlag der 2023er LPs Smile Building's Exit und It’s A Small World After. Diese Songs hauen sogar noch härter auf den Putz in ihrer gebündelten, neu sequenzieten Form - so viel kreative Brillianz konzentriert in ein superdichtes, 21 Songs und 45 Minuten langes Album, das bei aller klanglichen Sperrigkeit nicht eine langweilige Sekunde enthält und nicht zuletzt trägt hier auch viel neugewonnener Punch und Transparenz eines im Vergleich zu den EPs klar aufpolierten Audiomasterings dazu bei, dieses Ding sauber zu verschweißen zu etwas das am Ende mehr ergibt als nur die Summe seiner separaten Bestandteile.

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Snout Fever – Snout Fever

Heilige Scheiße, wie habe ich es geschafft die Debüt-LP dieser Wiener Band zu übersehen als sie im April erschienen ist? Die entpuppt sich jetzt nämlich mal als nicht weniger als eine der herausragendsten Veröffentlichungen des Jahres was Lärm vom etwas oldschooligeren Ende des Post Punk-Spektrums anbelangt mit einem Sound, der sich wie ein willkommener Flashback zu den einfacheren Zeiten eines gerade erst seine dritte Jugend erlebenden Genres in den 2010er Jahren klingt mit mehr als nur einer flüchtigen Ähnlichkeit zu so Bands wie Rank/Xerox und Negative Space, frühen Werken von Institute oder The Estranged, vielleicht sogar einem Hauch von Nervosas oder der allerersten Diät-7"? Ebenso ist da aber auch eine lebendig pulsierende Garagenkante am Start in so Songs wie Collecting Dust und nicht zuletzt ein nettes Sahnehäubchen aus leicht Wipers-mäßger Gitarrenarbeit. Genau die Art von aufs wesentliche reduzierter und unprätentioser, direkter Energie von der ich in diesen Zeiten gerne wieder mehr hören würde.

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1-800-MIKEY – In Yun

Ein neuer Langspieler von 1-800-MIKEY ist jedes mal eine angenehm vorhersehbare Erfahrung ohne besondere Zwischenfälle von einem Typen, der ansonsten auch unter anderem als Teil von Gee Tee sein Unwesen treibt und dessen eigene kleine Nische auf dem Garage Punk-/Power Pop-Spektrum man inzwischen als sauber etabliert ansehen kann. Das wird niemanden mit Originalität und Innovation wegblasen, aber dafür mit der reinen und unschuldigen Power von geradliniger, schnörkelloser Songwriting-Brillianz! Genauso lassen sie auch auf ihrer neuen, dritten LP zuverlässig ein Bündel so infektiöser wie auch liebenswerter Pop-Ohrwürmer von der Leine die sicher niemanden überraschen, aber ohne Ausnahme jedermann verzaubern auf einer Platte, die Mikey von seiner bislang wohl entspanntesten Seite zeigt mit Momenten, die vereinzelt fast schon einen oldschooligen Dream Pop-Vibe transportieren insbesondere in der zweiten Hälfte und so Songs wie K-Style and Falling In Love.

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Narkose – Chaosstaat

Originalton West erscheint am 23, Oktober auf Bretford Records.