Drahla - Useless Coordinates

Drahla - Useless Coordinates

Die Post-/Art­punk-Kapelle aus Leeds hat in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ja schon mit drei EPs für reich­lich Auf­se­hen gesorgt und sich dabei qua­li­ta­tiv mit jeder Ver­öf­fent­li­chung deut­lich gestei­gert - und dabei war schon die erste davon sau­gut. Die­ser Auf­wärts­trend wird auch mit ihrem Lang­spiel­de­büt fort­ge­führt, des­sen Song­struk­tu­ren und Arran­ge­ments so per­fekt aus­ba­lan­ciert, bis ins kleinste Detail aus­for­mu­liert und effek­tiv rüber kom­men wie kaum etwas, das ich in letz­ter Zeit zu Gehör bekam. Zum Ein­stieg gibt es wie­der die von den EPs bekann­ten Sonic Youth-Gitar­ren zu hören, man kann leichte Anflüge von Jaw­box oder aktu­el­le­ren Noi­sero­ckern wie Tunic ver­nah­men. Von all dem ent­fer­nen sie sich aber zuneh­mend im Laufe des Albums. Stel­len­weise erin­nert mich der Sound dann stark an die New Yor­ker Pill, aller­dings ver­schweißt mit dem kräf­ti­gen Motor von Drive Like Jehu. Starke Platte.

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Benzin - Demo

Benzin - Demo

Die Ber­li­ner mal wie­der, eine wei­tere Band von der X schon mit Y bei Z gespielt hat. Ich hab da den Über­blick schon lange ver­lo­ren. Ten­den­zi­ell geht's dies­mal eher Gara­gen­mä­ßig zu in den sie­ben kur­zen, schnör­kel­lo­sen, treff­si­che­ren Punk­kon­ser­ven, inklu­sive old­schoo­li­gem Hard­core­vibe. Wie aus der Ecke zu erwar­ten stimmt die Ener­gie und das zugrunde lie­gende Mate­rial.

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Hate Preachers - Bile Of Progress

Hate Preachers - Bile Of Progress

Nach dem gei­len Demo von kürz­lich ist auch das nach­fol­gende Tape der Hate Preachers aus Los Ange­les ein aus­ge­zeich­net alt­schu­li­ger Arsch­tritt aus Hard­core­punk, der von explo­si­ven Gara­gen­vi­bes den pas­sen­den Nach­bren­ner ver­passt bekommt.

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Pallet - Days Since Accident

Pallet - Days Since Accident

Ich muss sagen, das Debüt­al­bum die­ser Band aus Syd­ney ver­wirrt mich etwas. Nicht weil da irgend­was nicht zusam­men passt, son­dern weil ihre Musik gerade sehr spe­zi­fisch an die Post­core- und Indie­rock-Ära der spä­ten 80er/​ frü­hen 90er erin­nert, ohne dass mir auch nur ein halb­wegs treff­si­che­rer Ver­gleich aus der Zeit in den Sinn kommt. Irgend­wie ist das dem glei­chen Gen­pool ent­sprun­gen, hat aber sei­nen eige­nen Vor­stel­lun­gen, eigene Logik. Die deut­lichste und auch lang­wei­ligste Refe­renz sind mal wie­der Sonic Youth, aber dann auch wie­der gekreuzt mit Super­chunk-Melo­dien. In ande­ren Momen­ten klingt mir das nach einer unwahr­schein­li­chen, aber namens­tech­nisch natür­lich wun­der­ba­ren Jaw­box/Jaw­brea­ker-Ver­qui­ckung. Und noch wei­tere Bands im Span­nungs­feld der bereits genann­ten Eck­punkte fal­len mir ein wie Bitch Magnet, Stunt­man, Kero­sene 454, Moving Tar­gets oder frühe Pos­ter Child­ren. Und gegen­wär­tige Acts wie Tree­house oder Tape/​Off ste­hen dem auch nicht allzu fern. Wie dem auch sei, es bleibt am Ende eine saustarke Debüt­platte übrig, die alt­her­ge­brachte Stil­mit­tel auf stets etwas uner­war­tete Art und Weise zu einem vage ver­trau­ten Gan­zen zusam­men­schweißt, das sich irgend­wie alt anfühlt aber gleich­zei­tig aus­ge­spro­chen frisch klingt.

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Cleanheads - Clean

Cleanheads - Clean

Via Hel­ter Skel­ter Records wird ein Tape auf uns los gelas­sen von einer Band aus Perth, die sich inzwi­schen auch schon wie­der auf­ge­löst hat und Mit­glie­der u.a. von… ja, Hel­ter Skel­ter und Cold Meat mit dabei hatte. Ultrapri­mi­ti­ven aber sau­mä­ßig Popöchen tre­ten­den Fuzz- und Garage Punk gibt's auf dem Teil zu hören, des­sen Rif­fing kaum mehr basic sein könnte aber des­sen ent­schlos­sen räu­dige Per­for­mance im per­fek­ten LoFi-Schred­der­sound auch ihr Ziel nie ver­fehlt.

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Primitive Teeth - Primitive Teeth

Primitive Teeth - Primitive Teeth

Ich hatte mehr Musik mit Day­light Rob­bery-Bezug ver­spro­chen, hier ist sie. Pri­mi­tive Teeth ist eine recht neue Band um Day­light Rob­bery Front­frau und Bas­sis­tin Chris­tine Wolf. Der Sound ist im Ver­gleich zur ande­ren Band etwas gedros­selt und eine Spur dunk­ler gera­ten, das Song­ma­te­rial erneut von ers­ter Güte - wie ja auch nicht anders zu erwar­ten war.

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Dasher - Dear Humans

Dasher - Dear Humans

Die Post­punk-For­ma­tion aus Bloo­m­ing­ton, Indiana um Schlagzeugerin/​Vokalistin Kylee Kim­brough hat sich im letz­ten Jahr auf­ge­löst und spielte ihren letz­ten Gig in Atlanta. Ein Mit­schnitt davon ist nun bei Chun­klet Indus­tries erschie­nen, was an sich ja mal nichts welt­be­we­gen­des wäre. Aber diese Live-EP unter­schei­det sich von den meis­ten Art­ge­nos­sen, weil es sich mit Aus­nahme des letzte Tracks durch­weg um neues, bis­lang unver­öf­fent­lich­tes Mate­rial han­delt. Prä­sen­tiert in einer Klang­äs­the­tik, die ich mal als guten Boot­leg-Sound bezeich­nen würde. Sub­tile Details haben da natür­lich kei­nen Platz, aber der bra­chia­len Wucht die­ser Band wird er dafür umso mehr gerecht.

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Gad Whip - Ward 24 7"

Gad Whip - Ward 24 7"

Neuer Klein­krem­pel von den bri­ti­schen Post­pun­kern. Die A-Seite geht im eher gemäch­li­chen, Dub-infi­zier­ten Beat voran, die B-Seite knallt hin­ge­gen ein ener­gi­sches Minia­tur-Punk­epos in Cine­ma­scope vor den Latz. Dass letz­te­res stär­ker mei­nen Nerv trifft, ver­steht sich von selbst.

Spring Breeding - Suck Eggs

Spring Breeding - Suck Eggs

Noise Rock aus Las Vegas, der wie­der mal eine stark No-Wavige Prä­gung zeigt, was gerade ja als ziem­lich schick zu gel­ten scheint. Kann man sich in etwa vor­stel­len wie eine etwas geord­ne­tere, zeit­wei­lig gar tanz­bare, aber kei­nes­falls weni­ger schräge Vari­ante von Gay Cum Dad­dies, The Sedi­ment Club oder Flesh Narc. Wenn sie mal etwas mehr Gas geben, kann auch ein gewis­ser Light­ning Bolt-Vibe auf­kom­men.

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Fun - Death Star

Fun - Death Star

Es ist jetzt auch schon wie­der einige Jahre her, seit­dem die nun schon min­des­tens andert­halb Jahr­zehnte akti­ven Noi­sero­cker aus Hel­sinki mit ihrer letz­ten 7" von sich hören lie­ßen. Die aktu­elle EP der Band klingt jeden­falls als wäre die Zeit seit­dem ste­hen geblie­ben, aber auch so stark aus­ge­reift und rou­ti­niert wie man es von einer so alt­ein­ge­ses­se­nen Band erwar­tet. Ihr Noi­se­rock wan­delt erneut unver­kenn­bar auf den Pfa­den von Rape­man und frü­hen Shel­lac - ab und an kann sich auch mal etwas Brai­niac, Kill­do­zer, Mule oder Jaw­box dazwi­schen ver­ir­ren. Neu und ori­gi­nell ist das nicht, aber umso hoch­wer­ti­ger und von Anfang bis Ende über­zeu­gend.

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