Slippers – Lock You Out

So You Like Slippers? erscheint am 16. August auf Lame-O Records.

Verspannungskassette #79 (C-60)

„‚… ’ne verdammte Pause“ hab ich gesagt? Nee doch noch nicht ganz, denn ich hatte noch dieses Ding hier in der Pipeline. Welche Pipeline? Die im Popo. Jetzt ist das Wunderwerk draußen, sieht deutlich weniger schlimm aus als es riecht und klingt sogar noch geringfügig besser (YMMV) als es aussieht. Schnüffeln auf eigene Gefahr!

Adhesive Big City Knight
Cool Guy Club DTM
Möney Emacipation
SPRGRS Ando con los brazos rectos
General Baxter Dumb Luck
Cool Sorcery Bring It On!!! (Feat. Tombeau)
Jacket Burner Terminal Depression
Toy Brigade Nimbi Hipsters
Pirouette Glam
Piss Wizard Urination Station
Displeasure Fuck Your Ute
White Collar Anxious States

Rolex It’s Personal
Manic Splits Erratic Patterns
Draft Dodger Red Hands
Beer Piss Dryer
Gen Gap First Gen
Animated Violence Nonsense
FaFa Fanny Pack
House Arrest Too Close
Bedsores Agency
Lasso Fresta Na Terra
Grimly Forming Eyes Out
Unsheather Avalon

Praise Good Grief
Pinot Gringo Bus, PD
La Llama La luz
Clamm Change Enough
Dion Lunadon Zenith Forever
Seagate 9 Circles

Exo Butterfly
Love Fiend C.K.I.L.
Dirty Fences Get Out
Smooth Brain Pissed Off Forever
Smokers Cutting Class
Reduced Get Me Out Alive

Vom sehen und sägen

Es ist gerade ein ungewöhnlich lahmes Wochenende was neue Releases angeht und da ist mal einfach nicht viel passiert was mich in den Fingern juckt, darüber zu schreiben. Also halte ich einfach mal die Fresse und mach ’ne verdammte Pause, okay? Das nächste Wochenende verspricht wieder spannender zu werden.

Als würdigen Ersatz kann ich euch empfehlen, mal bei Evan Minsker’s brillianten und noch releativ jungen Blog/Newsletter SeeSaw vorbei zu schauen – einer raren und exzellenten neuen Stimme in der stark dezimierten Punk-Blogosphäre – und evtl. auch finanziellen Support zu leisten oder (ganz ernst gemeint) mit Evan zu feilschen. Vielleicht kennt ihr den Kerl noch aus älteren Pitchfork-Zeiten und von seiner damaligen Garage Punk-Kolumne Shake Appeal, deren Geist er jetzt bei SeeSaw wiederbelebt.

Bis dahin und falls wer nach mir fragt, sagt ich bin weg zum angeln.

Grimly Forming & Rolex – Split

Eine sensationelle neue Split-LP liefert uns endlich neues Material von zwei Bands aus Los Angeles, die sich von Anfang an jeweils den gängigen Regeln und Konventionen des Hardcore Punk verweigert haben. Von beiden hat man, abgesehen von jeweils einem halbgebackenen Promo-Tape in 2022, auch schon länger nichts „offizielles“ mehr gehört, was diese Platte natürlich umso erfreulicher macht.

Rolex agieren hier mit der gewohnten Wucht in ihren unvorhersehbaren und unglaublich erfinderischen Postcore-Attacken, die einerseits Echos jüngerer Bands beinhalten wie z.B. Mystic Inane, Big Bopper, Brandy, Launcher und frühe Patti, andererseits aber auch klar in der Schuld stehen von alten Größen wie etwa Minutemen, Dicks and frühe Saccharine Trust (deren erstes Album Surviving You, Always verdammt noch mal endlich wiederveröffentlicht gehört… ein kriminell vernachlässigter Klassiker des frühen Postcore, seiner Zeit um Jahre voraus wenn ihr mich fragt). Dazu kommen noch vereinzelte Spuren von Cowpunk und ein konstanter Lumpy and the Dumpers-mäßiger Chaos-Faktor, der hier in einer total entgleisten Vocal-Performance gechannelt wird. Das Resultat ist pure Glückseligkeit und lässt keinen Zweifel daran, dass Rolex nach wie vor eine unverzichtbare Institution ihres speziellen Subgenres sind.

Die Seite von Grimly Forming bläst dann zu einer ungleich roheren, aber keineswegs weniger schlauen und unkonventionellen Attacke auf die Sinne, die unnachgiebige Wucht mit reichlich ausgeklügelten Konstruktionen ausbalanciert und einer großzügigen Dosis von garagigen Untertönen, die jederzeit für ordentlich Spaß und Antrieb sorgen.

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Cool Sorcery – Terra Invaders

Die neueste LP von Brasiliens marktführendem Erzeuger der verschroben-hyperaktiven Garage-/Synth-/Eggpunk-Vorzugsware geht mal durchaus ein paar Risiken ein und besteht zum großen Teil aus Kollaborationen mit diversen Egg-affinen Akteuren rund um den Globus – oder dem Kosmos, wenn man denn das Konzept etwas zu ernst nehmen möchte. Ich denke ja mal, dass so Hausnummern wie Tombeau, Billiam und Goblin Daycare hier keine Vorstellung mehr nötig haben, oder? Nicht alles funktioniet hier – besonders die R’n’B-Schlaftabletten She’s Kinda Cute and OMG They Look So Bad haben vor allem den Effekt einer unnötigen Vollbremsung, die das ansonsten starke Momentum der Platte ungefragt unterbricht – aber wenn der Krempel einschlägt, dann richtig und stellenweise nähert sich das ganze dem kreativen Chaos und Eklektizismus eines Trashdog oder Checkpoint an. Und überhaupt bevorzuge ich ja mal eine Platte mit Ideen, Ambition und ein paar Fehlzündungen gegenüber einer, die es gar nicht erst versucht.

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Unsheather – Demo

Aus der Rubrik „Poison Ruïn und die Nachwirkungen“: Unsheather aus Bellingham, Washington gehen die Ästhetik von endlosem Kampf, schwerer Rüstung und stumpfen Waffen aus einem stärkeren Hardcore-Blickwinkel an – weniger episch, stattdessen schön primitiv und unpoliert, was vermutlich auch eine weise Strategie ist in dieser immer noch ganz frühen Phase der sich langsam entfaltenden Dungeon Punk-Saga, die sicher noch ein Weilchen brauchen wird bevor die derzeitig unangefochtenen Overlords des Genres einen würdigen Herausforderer finden. Bis dahin freue ich mich über jedes bisschen an grimmig-mittelalterlichem, leidenschaftlich die Axt schwingendem Spaß und dafür sind Unsheather eine ganz vorzügliche Wahl!

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SPRGRS & Möney – Split

Zwei bislang eher noch etwas am Rand der Szene agierende Akteure der Eggpunk-Welle machen gemeinsame Sache auf dieser netten Split-LP und machen klar, dass man jenen „Unter ferner liefen…“-Status besser noch mal überdenken sollte. Auch wenn hier wie gehabt das Rad nicht neu erfunden wird, haben beide Bands klar ihr Rezept verfeinert. SPRGRS aus Granada, Spanien sorgen dabei schon mal einen ausgezeichneten Start mit ihrer quirlig-pulsierenden und melodischen Herangehensweise ans Genre, die man so ähnlich in jüngerer Zeit etwa von Bands wie Prison Affair, Beer, Paulo Vicious und Goblin Daycare gehört hat. Noch mal ein stärkeres Kaliber sind dann aber die neuen Tracks von Möney aus Bristol, die hier eine recht vielseitige Klangpalette und tadellose Songkonstruktion präsentieren, insgesamt auch durchtränkt von einem Surf- und Psych-lastigen Post Punk-Vibe – besonders prominent im abschließenden Track Emancipation – was insbesondere die Sounds von Electric Prawns 2, Checkpoint, Gremlin und Powerplant ins Gedächtnis ruft. Plastic Trees wiederum ist ein überraschendes kleines Juwel des glitzernden Noise-/Dream-/Powerpops und bekommt einen besonderen Glanz verliehen von einer tollen Gast-Gesangsperformance, die in den Credits einer mysteriösen Miss Clienti zugeschrieben wird.

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