Eine sehr schöne digitale Single hat die Band aus Asheville, North Carolina da als Vorboten für ein kommendes Album veröffentlicht, die beiden Songs darauf sind ein ziemlich radikaler Stilbruch im Vergleich zu ihrem ersten Langspieler. Statt Gitarren gibt es her Synths und der eher dreckige Postpunk des Vorgängers weicht hier einer schillernden, stark Wave-infizierten Variante davon.
Ich muss gestehen, dass ich diese bereits letzten Herbst erschienene Platte bisher gänzlich übersehen habe. Die Kopenhagener Band gehört ganz klar zu den Nachwirkungen dessen, was die (über-)lokalen Szenegrößen Lower, Iceage und Marching Church dort hinterlassen haben und was aktuell von Bands wie Hand Of Dust weitergeführt wird: Epischer Postpunk mit einem Hang zum ganz großen Drama. Pardans verpassen dem Ganzen aber noch einen eigenen Spin mit Streichern und Bläsern, folkigen Einflüssen und regelmäßig durchscheinenden Spuren von No Wave. Ein keineswegs perfektes, mit seiner großen Ambition aber dennoch beeindruckendes Debüt einer Band mit jeder Menge Potenzial.
Auf ihrer neuesten EP finden die Garage-/Fuzzpopper aus Gainesville ihre Stärke in der Reduktion auf einen von jeglichem Ballast befreiten Sound. Einen Hauch von ’77 hat das jetzt und mit einem The Primitives-Coversong zollen sie einem offensichtlichem Einfluss Tribut.
Das ging ja mal schnell! Nach einem ziemlich guten Demo im Sommer, das schon mal sehr gespannt darauf machte was die Band in Zukunft so treiben wird, ist jetzt auch auch schon das erste Album der Berliner Punks aufgetaucht. Das ist noch viel besser geworden als ich es mir erhofft habe. Die Songs und Arrangements sind ausgefeilter, die Darbietung tighter und druckvoller geworden. Lyrisch dreht sich nach wie vor alles um “Die Gesamtscheiße”; die unerträgliche Tristesse, das Spießertum, die Verdummung der Medien, Hass, Intoleranz, die großlächige Rückkehr rechter Gesinnungen. Man könnte dazu auch sagen: Typisches Deutschpunk-Material. Aus dem deutschsprachigen Punksumpf stechen sie aber nicht zuletzt durch eine starke Postcore-Kante heraus, die mich unter anderem etwas an Klassiker von Unwound oder die Bands der John Reis Connection (Drive Like Jehu, Hot Snakes) erinnert. Willkommen in den Neunzigern, deutscher Punkrock.
Dieses schicke zweite Kurzspieltape einer Band aus Vancouver gefällt mit seinem simplem aber dennoch angenehm chaotischem Garage- und Postpunk der rauen, exzentrischen Machart.
Nach einer längeren Funkstille hat das Duo aus Seattle mal wieder eine neue EP am Start. Die trifft ganz schön meinen Nerv mit einer Mischung aus Noise Rock und experimentellem, düsterem Post Punk, der sich musikalisch irgendwo im Umfeld von so Bands wie Exhaustion, Narrow Lands, Spray Paint oder Housewives bewegt; dazu wohnt dem ganzen noch auch ein Hauch alter Ministry inne.
Gleich noch mal ein ausgezeichnetes Debüt, ebenfalls von einer Band aus Melbourne. Die Australier haben’s eben drauf. Zu hören gibt’s einen Mix aus Postcore und Noise Rock; man darf sich dabei an aktuelle Bands wie Tunic oder Batpiss erinnert fühlen, aber auch einen gelegentlichen Hauch von Fugazi, Drive Like Jehu oder Hot Snakes kann man der Platte nicht absprechen.
Wow. Das ist einfach sehr, sehr geiles Zeig was die Band aus Melbourne da auf ihrem Debüt-Tape fabriziert. Intelligenter und für ein Debüt erstaunlich ausgereifter Lärm aus dem Spektrum von Garage-, Post- und Proto Punk. Aus der alten Schule treffen hier die Welten von Wire, frühen The Fall (Prime Example für beides: Separation Street) und etwas Sonic Youth-Dissonanz aufeinander. Und in der Gegenwart kann man unter anderem Ähnlichkeiten zu The UV Race, frühen Wireheads und – gerade wegen der starken Wire-Einflüsse – den B-Boys sehen.
Sind jetzt tatsächlich schon zwei Jahre vergangen seit der letzten Veröffentlichung der Powerpopper aus Portland? Das ist ungewöhnlich lange für die sonst so produktive Songschleuder. Überhaupt wundert es mich, dass Woolen Men nach über acht Jahren immer noch kaum wahrgenommen werden. Denn kaum eine andere Band hat in der Zeit einen so konstant guten Output fabriziert und dabei eine so unverwechselbare eigene Identität entwickelt, mit ihrem in bester DIY-Manier schnell und dreckig aufgenommenen Sound aus Powerpop und Garage Rock, der gleichermaßen von Guided by Voices in ihrer goldenen Ära wie auch vom Protopunk der Modern Lovers beeinflusst scheint. Neues Material soll schon unterwegs sein, in der Zwischenzeit kann man sich an ihrer bereits zweiten Compilation erfreuen. Die enthält Songs, die ursprünglich auf diversen Tapes und EPs erschienen sind; der überwiegende Teil davon ist schon länger nicht mehr zu bekommen.
Tarantüla kommen aus Chicago und es spielen ehemalige Mitglieder von Cülo mit; die aktuelle EP der Band ist hierzulande mal wieder bei ETT zu bekommen. Darauf geht’s ohne überflüssige Schnörkel sofort zur Sache mit ordentlich drückendem, straightem Punkrock und einem kleinen Hardcore-Anteil, dem man eine gewisse Nähe zu alten Naked Raygun nicht absprechen kann; in manchen Momenten lassen sich aber auch Parallelen zu neueren Bands wie Criminal Code, Advlts, Flowers Of Evil oder Xetas ziehen.
War eigentlich schon für vorgestern geplant, aber Mixcloud hat da beim Upload etwas rumgespackt. Also mit etwas Verspätung: Hier ist die neueste, diesmal recht derbe ausgefallene Ausgabe der 12XU Radioshow.
Die Welteroberungspläne diesbezüglich verzögern sich noch etwas, weil das Syndication-Projekt, durch das die Sendung in Zukunft verbreitet werden soll, noch auf die dafür nötige Lizenzvergabe warten muss und die Verwertungsgesellschaften sich sehr viel Zeit lassen mit der Bearbeitung des ganzen.
Vielleicht klappt’s ja bis zur nächsten Ausgabe.
Die Musik im Intro ist von Kevin MacLeod und steht unter der Creative Commons CC-BY Lizenz. (1, 2)