Ein sehr schönes Debüt-Tape hat die Band aus dem belgischen Städtchen Breee da rausgehauen. Wandlungsfähiger Krach, der sich ganz schön selbstbewusst irgendwo zwischen den Eckpunkten von kräftig zubeißendem Post Punk und Noise Rock, kantigem Indierock und einem gelegentlichem Hauch von Psychedelia austobt.
Die Debüt-EP dieser Band aus Leipzig wartet mit wunderbar ungeschliffenem Dark-/Postpunk auf und zieht mich dabei mit einem sehr charmanten, rohen DIY-Vibe auf ihre Seite.
Es gibt mal wieder neues von Mike Blaha zu vermelden, den man vielleicht besser von den Garagenpunks The Blind Shake aus Minneapolis kennt, wo er zusammen mit seinem Bruder Jim für Gitarre und Gesang verantwortlich zeichnet; letzterer fiel and dieser Stelle ebenfalls schon mit seinem Soloprojekt Jim And The French Vanilla sehr positiv auf. Auf seiner neuesten Solo-EP macht der gute Mann mal wieder alles richtig. Die A-Seite trifft sofort ins Schwarze mit zwei straighten Rockern im unverwechselbaren Stil seiner Hauptband, die B-Seite entzückt dann mit einer ebenso ausgezeichneten Midtempo Powerpop-Nummer.
Hui, das aktuelle Kurzspieltape von Nick Normal aus Portland kann richtig was. Die dreieinhalb Songs darauf wechseln sich im Handumdrehen zwischen Garage Punk, Powerpop mit 77er Feel und stark New-Wavigem Postpunk ab, regelmäßig fühle ich mich dabei an Andy Human and the Reptoids erinnert.
Südkorea kam hier noch nicht vor, oder? Darf ich vorstellen: Die koreanischen Pavement! Na ja, nicht hundertprozentig; man kann auch Parallelen zu späten Pixies oder aktuellen Powerpoppern á la Zebra Hunt ziehen, außerdem sind ab und zu Anklänge an Surf- und Psychedelic Pop wahrnehmbar. Unter’m Strich ist es einfach wunderbar dem Zeitgeist trotzender, abgehangener Indierock mit einer stark melancholischen bis verträumten Note, den das Trio aus Busan auf seinem bereits vierten Album von sich gibt. Lyrics in wirrem nahezu-Englisch, für so was hab ich eh ‘ne Schwäche. Gleichzeitig wünschte ich, Gitarrist und Sänger Kim Ildu würde mehr Songs in seiner Landessprache singen, das klingt nämlich verdammt gut. Überhaupt ist es schwer, sich dem verschrobenen Charme dieser Platte zu entziehen.
Diese schicke erste EP von UK Gold aus Olympia, Washington kommt mit spröden minimal-Riffs und einem irgendwo im Spektrum von Post Punk und Noise Rock angesiedelten Soundgewand daher.
Eine vergessene Shoegaze-Perle, aufgenommen im Jahr 1992 und jetzt zum ersten mal auf Moon Sounds Records veröffentlicht. Weil die Master Tapes verloren gegangen sind, wurden die Songs für die Veröffentlichung von einer Kassette runtergekratzt. Zahlreiche Dropouts unterstreichen diesen Fakt, maximieren aber auch den speziellen Charme eines archäologischen Fundstücks. Der hörbare Zahn der Zeit trägt nur noch weiter zur Authentizität der drei Songs bei.
Sehr geiles Punkzeugs aus Frankfurt, dem man einen gewissen Wipers-Vibe nicht absprechen kann. Außerdem erinnert mich das unter anderem an Bands wie Radioactivity, Short Days, Rats Rest oder The Estranged. Nur die besten Referenzen also. Ich will mehr davon!
Das Demo von Xertz aus Winnipeg punktet mit melodisch-melancholischem (Post-)Punk und Anklängen an Wipers, Naked Raygun, Hüsker Dü in der Zen Arcade-Phase und diverses Zeug aus dem frühen DC-Postcore der mittleren bis späten Achtziger. Unbedingt im Auge behalten, diese Band.
Shoegaze der selten gewordenen Sorte gibt es auf der Debüt-7″ von Seedling aus Seattle zu hören. Solchen, den man man auch im Wachzustand genießen kann gibt auf des A-Seite bestaunen, mit ordentlichem Druck und einer Schippe voller Noise . Die B-Seite hingegen kriecht langsam und verträumt vorwärts, ohne dabei in schläfriger Beliebigkeit zu versinken. Auch im Schleichmodus hat ihr Sound nicht nur Textur, sondern auch Profil.
Auf dem Demo Nummer zwei der Band aus Cardiff kommt ihr Fuzzpunk mit Elementen aus Sludge, Noise und Garage ein gutes Stück tighter und fokussierter daher als noch auf dem Vorgänger. Was nicht heißen soll, dass sie jetzt auch nur annähernd handzahm geworden wären. Diese Songs sind bissig wie eh und je.