Strange Attractor – Good Boy Bad Boy

Damit hatte ich eigentlich gar nicht mehr gerechnet, ein knappes Jahrzehnt nach dem letzten Lebenszeichen der Kanadier. Aber in der Tat gibt es hier eine neue LP der liebenswert schrulligen Strange Attractor zu bewundern. Die ist von Anfang bis Ende ein massives Brett geworden als wäre keine Sekunde vergangen seit ihrer letzten EP, ihr Sound so abgehangen wie eh und je in ihrer patentierten Machart, in der sie nur die ollsten, ursprünglichsten Grundzutaten des Garage Punk mit einer rohen, umgekämmten Energie und Attitüde aufladen, die ihnen letztendlich doch ganz eigen ist. Mit beängstigender Frequenz und beeindruckender Leichtigkeit werden hier die hochinfektiösen Hooks von der Stange gelassen.

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Black Button – Rejoice

Die Band aus Richmond, Virginia hat bereits ein bisschen Staub aufgewirbelt mit einem schön chaotischen Demo in 2019 und einer dem etwas konventionelleren Hardcore verbundenen 2021er EP. Auf ihrer ersten LP gehen sie jetzt wieder deutlich unberechenbarer zur Sache mit einem zumeist empfindlich gedrosselten Tempo und einem Sound, der scheinbar so einige Inspiration aus dem experimentellen Spannungsfeld zwischen klassischem 80er Hardcore und dem (Proto-)Noise Rock jener Zeit zieht, wie ihn etwa Flipper, No Trend, Spike In Vain, Broken Talent damals etabliert haben. Aber auch zu jüngerem Krempel á la Soupcans, Vulture Shit, C-Krit oder Stinkhole mag man da Ähnlichkeiten sehen.

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Silicone Values – Bystander Apathy / When The Future Seems Futile

Die Band aus Bristol hat sich etwa ein Jahr Zeit gelassen für die neueste in einer Serie von bislang ausnahmslos spektakulär zu nennenden (digitalen) Singles. Ich freue mich verkünden zu dürfen, dass es auch über diese zwei Songs nichts wirklich neues zu erzählen gibt – die sind einfach zwei weitere makellose Meisterstücke der melodischen Post Punk und Power Pop mit klaren Echos von Buzzcocks, Television Personalities, Mekons, Desperate Bicycles und noch vielen weiteren Artefakten aus der überwiegend britischen DIY Punk-Vergangenheit.

Nick G – Broken

Diese nette EP von Nick G plus Peripherie aus St. Louis, Missouri transportiert sieben mal düsteren aber ebenso melodischen, deutlich Song-basierten Post Punk – zugegebenermaßen nicht die originellste Sache heutzutage aber auch keineswegs langweilig oder vorhersehbar, immer solide konstruiert. Ein definitiver Leckerbissen etwa für Freunde von Criminal Code, Public Eye, VHS, Sievehead or Bruised… und gelegentliche Spuren von Trauma Harness oder The Estranged gibt es auch zu bewundern.

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Noch ‘ne Runde Boozy…

Ein wie gewohnt hochwertiger Batzen von neuen Siebenzöllern und sogar eine CD von Italiens zuverlässiger Garage Punk-Institution Goodbye Boozy Records.
Bei Tee Vee Repairman handelt es sich mal wieder um ein Projekt von Ishka Edmeades, den ihr vermutlich schon von so Hausnummern wie Satanic Togas, Set-Top Box, Research Reactor Corp., Gee Tee, Remote Control, Mainframe kennt… der Typ hat gefühlt in 90 Prozent des erweiterten Warttman-Kosmos seine Finger drin. Sagen wir mal, der Typ war in den letzten Jahren eine echte Bank in diese Blog und wird sicher noch öfter auftauchen, denn alles was der anfasst transformiert spontan zu purem Garage Punk- und Power Pop-Gold.
Ein deutlich anderes Biest ist da die 7″ von Wayne Pain & The Shit Stains – eine simple und schön dumme Attacke des ausgesprochen oldschooligen Garage Punk mit dem gewissen Rockabilly-Einschlag.
Von letzterem haben auch Qinqs etwas abbekommen, allerdings riecht das bei denen weniger nach Cramps sondern mehr nach The Fall – The Great White Wonder hätte man passender mit How i re-wrote Elastic Man betiteln können aber auch jüngeres Zeug á la Shark Toys, Ex Cult, Parquet Courts oder The UV Race steckt da irgendwie mit drin.
Die neueste EP der Mysteriösen Zoids ist auch mal wieder ein liebenswert schrulliges Machwerk des so exzentrischen wie minimalistischen Electro-/Space-/Garage Punk geworden dessen Vibe einiges von Suicide-meets-Metal Urbain / Dr. Mix and the Remix an sich hat. Und ja, fickt Vinyl. Die Zukunft gehört der Compact Disc Bro.
Die Tracks von Dadgad auf einer Split-EP bilden dann die perfekte Überleitung vom erwähnten Space Punk hin zu den Songs von noch so ‘nem anderen üblichen Verdächtigen der hier auf den namen Zhoop hört… aber sicher auch als Feed, Djinn, Brundle oder was auch immer ein Begriff ist. Mir doch egal, ist alles geiler Scheiß.

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Factory City Children – F.U.M.E.S.

Factory City Children erscheint am 19. Januar auf Toxic State Records.

Greg Wheeler and the Poly Mall Cops – Nothing

Manic Fever erscheint am 24. März auf High Dive Records.

Purling Hiss – Yer All In My Dreams

Drag On Girard erscheint am 24. März auf Drag City.

Spirit of Hamlet – Sardine $

Northwest of Hamuretto erscheint am 27. März.

Rough Kids – Big Fan

The Black and White and Grey erscheint am 3. März auf Dirt Cult Records.

Verspannungskassette #48 (C-90)

Smacko Memory Man
Die TV Sonny
Money Splits I gots a Headache
Cool Sorcery Detonation
Le Pilgrim Huit Dollars
Chinese Junk You Rattle My Cage
Black Boys On Moped Do I Love You (More Than A Pizza)?
Sex Hater $1400 Throw
Badge Grabber Wet Nightmare
Gorilla Knifefight Burn The Internet
Djinn Darkness
Mindless! Fight!
The Aches Taking Over
Primitive Fucking Ballers Drown Me
Barricade Speed Lust

Safety Zone Who else is there to help?
S.H.I.T. Haunted
Feral Recluse
Toilet Bug You Call That ‘Living’?
Anteater Anteater Theme
Cheap Heat Stasis
Shaved Ape Lord
Clinic Again
pH People I Rolled Wrong
ICD10 Taste the Void
Alien Birth Sounds of Work
Future Ultimate Suffering
Witch Piss Hand of Glory
Scab Breath Take It
Itches Stratego

Feeding Tube Anywhere But Here
Beef D.N.A.
Seggs Tape Piti
Data Unknown Cause 2 Prey
Jeffy & The Sunken Heads You Have A Big Dumb Stupid Dumb Face
Brody And The Grodies A Penis Is The Logo (The Jungle Company)
Klint Guilty
Izm J’accuse
Ÿdeg …And Then They Said:
Nag Crisis Of Faith
Träume Majak
MESH Potato Head

Co-op Life Extension
Bobo Feedback
Lithics Course Of Time
Body House Magic Bullet
Gloop I Never Really Knew
Sad Roach $cam or Die
Chum Lord Phat
Electric Prawns 2 Boys In A Band
Sex Mex Pills
Légumes Sex Logo
Diablos Inc. I Know Love One Day Comes
Equal Parts A Crisis

Légumes Sex – LPette

Ein übefließendes Fass des Vergnügens, die neueste LP(ette) eines Duos aus Montreuil, Frankreich. Darauf erzeugen die einen Mix aus Garage Punk, oldschooligem Indie Rock, Fuzz- und Jangle Pop, der an eine ganze Reihe mehr oder weniger aktueller Bands erinnert wie Dumb Punts, Woolen Men, Hermetic, Landlines, The Exbats, Tape/Off… oder vielleicht eine bodenständigere Variante von P.S. I Love You sowie an alte Indierocker á la Archers Of Loaf und Superchunk. Leztzendlich stellt die Platte auch mal wieder bestens unter Beweis, dass wer ausreichend hartnäckige Melodien zu liefern versteht, gar kein großes Spektakel auffahren muss.

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Nag – Human Coward Coyote

Eine neue Mini-LP der Post Punk-Naturgewalt Nag aus Atlanta – inzwischen weiß man ja ziemlich gut was einen erwartet und das geht auch voll okay, denn immer noch gibt es nicht viele andere Bands wie sie. Auch wenn die rohen Zutaten ihres Sounds so alt sind wie das Genre selbst, hat ihre Vision davon doch eine ganz eingenständige Qualität – in manchen Aspekten so minimalistisch wie man gerade noch ungestraft mit davon kommt und dann doch sehr kunstvoll und durchdacht an anderen Stellen wo es am meisten drauf ankommt, dazu noch ein gelegentlicher Hauch von Psychedelia und alles vorangetrieben mit unnachgiebig räudiger Wucht.

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Tee Vee Repairman – Bus Stop

What’s On TV erscheint am 10. Februar auf Drunken Sailor Records.