Ein unglaublich selbstbewusstes Debüt-Tape von einer Band aus Victoria, Kanada, die sich hier ganz erstaunlich ausgereift gibt und elaborierte Konstrukte stockdüsteren Lärms zum Leben erweckt, komprimiert in kurze und ultra-dichte Hardcoretracks, in denen sie die trüben Tendenzen von noise-lastigen Hard-/Postcore Bands á la Acrylics, Vidro, frühen Bad Breeding mit einer allgemeinen Ästhetik kombinieren , die mit ihren Verästelungen tief in das verdrängte Unterbewusste von Death Rock- und Dungeon-Verwandten Klangwelten sowie auch diversem anderen "blackened", Metal-versifftem Krach ausstrecken.
Ein starker Klumpen von melodischen Weirdo Synth Punk-Nummern auf der neuesten EP der Band aus Newcastle, Australien, die zuletzt schon einen tollen ersten Eindruck auf einer Split-Kassette mit den Kölnern Teo Wise gemacht hat. Die beiden Songs sind hier gleich nochmal vertreten, in jeweils deutlich knusprigeren Aufnahmen - ein wunderbarer Mid-Fi Sound, der an so unterschiedliche Bands wie frühe Nots, Slimex, Toe Ring oder Daughter Bat and the Lip Stings erinnern mag.
Das Ding hier ist jetzt nicht mehr wirklich neu - letzten Herbst von der Band selbstveröffentlicht - aber es hat erst mal eine Tape-Veröffentlichung auf dem Leipziger Label U-Bac gebraucht bevor ich die wirklichen Qualitäten dieses Albums erkannt habe. Im Nachhinein sind jene wirklich keine Überraschung, sind hier doch Leute der polnischen Post-/Art-/Math Punk-Bollwerke Ukryte Zalety Systemu und Kurws mit am Werk. Das verspricht ein ganz wunderbares, schlaues und strukturiertes Chaos erster Güte und die Platte liefert genau das im Überfluss, erinnert dabei neben den erwähnten Bands auch mal ein bisschen an Spray Paint, Lithics oder gar einen Anflug von Faraquet oder Swell Maps!
Das Split-Tape mit Dadgad war schon ein großes Vergnügen und auf ihrer neuesten EP, welche auch ihr auch ihre erste Veröffentlichung im vollen Band-Lineup markiert, verfrachtet die Band aus Rom (zuvor als die Ein-Mann-Band Mustard agierend) den Genuss in höhere Sphären mit einem allgemeinen Vibe, der die besten Momente relativ melodischer Garage Punk-Phänomene á la Liquids, Booji Boys oder Erik Nervous ins Gedächtnis ruft, erweitert um eine Spur von Psychedelic und British Invasion ähnlich zu, sagen wir mal, Resonars im abschließenden Song Samurai.
Die zweite EP der Band aus LA auf Popular Affliction Records setzt die Messlatte noch ein gutes Stück höher an als bisher mit einem starken Bündel neuer Songs, ohne dabei ihre grundlegenden Zutaten großartig zu verändern. Nach wie vor drückt das ganze dem rohen Garage Punk von Bands wie Freakees, Launcher, Liposuction oder Liquid Assets einen deutlichen Synth Punk-Vibe auf.