Nearly Dead - Death Party

In ei­ner Noi­se Rock-Welt, die vor al­lem von pseu­deo­schlau­em Rum­ge­wich­se nach der über­stra­pa­zier­ten "Wir spie­len ab­ge­nutz­te Doom-Riffs in ei­ner un­ge­ra­den Takt­art und nen­nen das dann Math Rock"-Grundformel do­mi­niert ist, ra­gen die Ka­na­di­er Ne­ar­ly Dead schon län­ger aus dem trau­ri­gen Sta­tus Quo her­aus - nicht durch schlaue Kon­zep­te, son­dern mit ei­ner pri­mi­ti­ven Wucht und ei­ner sehr old­schoo­li­gen Her­an­ge­hens­wei­se an sludge-in­fi­zier­ten Noi­se Rock, die an al­te Ar­te­fak­te aus dem Um­feld von Cows, Kill­do­zer, Che­rubs, Fun­gus Brains, Scratch Acid er­in­nert… plus un­zäh­li­ge Deep Cuts aus dem Am­Rep-Ka­ta­log. Wenn die Plat­te zu en­de ist hab ich das Ge­fühl, erst­mal du­schen zu müs­sen. Ei­ne sel­te­ne Qua­li­tät in un­se­rer Zeit.

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Ra!d - Ra!d

Wie der Zu­fall es will kommt hier so­fort schon die nächs­te Band, de­ren ge­naue Her­kunft et­was schwam­mig bleibt, wenn­gleich auch die vor­han­de­ne Evi­denz grob in Rich­tung des Bun­des­staa­tes Penn­syl­va­nia deu­tet. Auf ih­rem jüngs­ten Lang­spie­ler lei­tet ein aus­ge­frans­tes Lo-Fi akus­tik-In­tro ei­ne Na­tur­ge­walt ein, die in et­wa so rü­ber­kommt als trä­fe der hal­lu­zi­no­gen ver­ne­bel­te Post Punk von Pi­les oder Die! Die! Die! auf die pech­schwar­zen Wel­ten von Nag. An an­de­ren Stel­len gibt es et­was kon­ven­tio­nel­le­re - aber kein biss­chen we­ni­ger gut schep­pern­de - Sounds ir­gend­wo zwi­schen dem Doom- und Sludge-las­ti­gen Noi­se Rock der al­ten Am­Rep-Schu­le und dem ab­ge­spa­ce­ten Acid Punk-Ex­zess vom Schla­ge De­st­ruc­tion Unit, Ha­mer oder Su­per-X.

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TVO - Fall In A Pit

Ei­ne wei­te­re Ham­mer-EP von TVO aus Phil­adel­phia. Die­ses­mal wird der Ga­ra­gen­fak­tor deut­lich hoch­ge­fah­ren, oh­ne den Hun­ger der Band nach old­schoo­li­gem pro­to-noi­se rock und -sludge zu ver­nach­läs­si­gen. Man stel­le sich ei­ne selt­sa­me Mi­schung aus den New Yor­kern Cu­tie und aus­tra­li­schen Ga­ra­gen­bands wie Mi­ni Skirt, Pist Idi­ots vor, wel­che dann seit­wärts mit al­tem Kra­wall vom Schla­ge U-Men, Sci­en­tists, X (Syd­ney, nicht L.A.) kol­li­diert und viel­leicht auch noch ei­nem lei­sen Hauch von Mud­ho­ney.

Freaks - Freaks

Ein un­nach­gie­bi­ges Ge­wit­ter aus KBD-trifft-Stoner-Punk tre­ten die Freaks aus Phil­adel­phia los, an­ge­trie­ben von reich­lich Hard­core-En­er­gie. Fängt ein biss­chen so an wie ei­ne Ver­schmel­zung von frü­hen Milk Mu­sic oder Di­no­saur Jr mit den Hüs­ker Dü der Ever­ything Falls Apart-Ära, schwingt sich da­nach aber eher auf ei­nen Mo­dus ein, der nach ei­ner Mi­schung aus Tarantüla/​Cülo, Fried Egg, ei­nem Hauch von Laun­cher riecht, an­ge­rei­chert um ein paar Sludge- und De­ath Rock-Vi­bes, wo­bei mich letz­te­re et­was an Be­ta Boys er­in­nern.

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The Resource Network & Big Hog - Split 7"

Zum zwei­ten mal kom­men die bei­den Bands aus In­dia­na­po­lis für ei­ne Split­ver­öf­fent­li­chung zu­sam­men - dies­mal ist es ein Sie­ben­zöl­ler auf Good­bye Boo­zy Re­cords ge­wor­den. Nicht nur ist die Auf­nah­me hier et­was we­ni­ger roh, son­dern auch sound­mä­ßig ha­ben bei­de ihr Vo­ka­bu­lar deut­lich di­ver­si­fi­ziert. The Re­sour­ce Net­work hau­en uns mal schlau­en Ga­ra­ge­punk zwi­schen Ura­ni­um Club und Yam­me­rer um die Oh­ren, mal Post Pun­k/-core, der sich z.B. ir­gend­wo zwi­schen Ri­tes of Spring und frü­hen Slo­ven­ly ver­or­ten lässt, und zu gu­ter Letzt noch ei­ne strai­gh­te Punk­num­mer mit Laun­cher-mä­ßi­gem KBD-Vi­be.
Letz­te­rer ist auch im Hau­se Big Hog am Start, vom Hard­core des Split-Tapes ist nun aber nicht mehr so viel zu spü­ren. Da­für gibt es ei­ne Post­punk­ab­fahrt á la Pat­ti tref­fen auf frü­he Mi­nu­te­men zu be­stau­nen, ein­ge­rahmt von zwei mal Noi­se Punk, der et­was wie Lum­py & The Dum­pers auf 'nem leich­ten Slud­ge­trip klingt.

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Help - Help

Aus­ge­zeich­ne­ten Scheiß auf der Grund­la­ge von Noi­se Rock, Sludge Punk und Post­core gibt es auf die­ser EP von Help aus Port­land zu be­gut­ach­ten, der nicht nur mit an­ge­mes­se­nen Vor­schub, son­dern öf­ter auch mal mit für sein Gen­re un­ty­pi­scher Me­lo­diö­si­tät über­zeugt und in mei­nem Kopf As­so­zia­tio­nen zu De­ath Pe­dals, USA Nails oder Tu­nic trig­gert.

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Mack Enemy - Mack Enemy

Nach ei­nem sau­gu­ten De­mo und ei­ner EP weiß man in­zwi­schen ja, was man von der Band aus Phil­adel­phia zu er­war­ten hat; wer die frü­her schon nicht moch­te wird auch das neue Tape has­sen. Sau­mä­ßig drü­cken­des Zeug zwi­schen Fuz­z­punk, Hard- und Post­core mit Me­tal- und Sludge-Ele­men­ten gibt es al­so er­neut zu hö­ren, den man als ei­ne et­was chao­ti­sche­re Va­ri­an­te von Ta­ran­tü­la mit ei­nem Hauch von Mys­tic Ina­ne oder Fried Egg be­schrei­ben könn­te.

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Dead Arms - Simply Dead

Vier Jah­re nach ih­rem De­büt­al­bum legt die Lon­do­ner Band um Mit­glie­der von De­ath Pe­dals und USA Nails jetzt ei­nen Nach­fol­ger vor - zeit­gleich mit dem neu­es­ten Streich der letzt­ge­nann­ten. Selbst­si­che­rer kom­men sie da­bei rü­ber mit ei­nem Sound, der ei­ni­ges an Druck zu­ge­legt hat. Noi­se Rock und Post­core, der wie ein dumm und stur ge­ra­de­aus dre­schen­der Cou­sin der ge­nann­ten Bands klingt, au­ßer­dem hat man dem Pen­ner ei­ne hoch­do­sier­te Dri­ve Li­ke Je­hu-In­fu­si­on ver­passt.

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Pink Room - Zum Kotzen

Noi­se­rock mit deut­li­cher Sludge-Kan­te, ir­gend­wo in der Grau­zo­ne zwi­schen den Am­Rep- und Touch&Go-Mikrokosmen und an­ge­rei­chert um et­was neu­mo­di­schen Kram á la Tro­pi­cal Trash oder Metz, be­geg­net dir auf dem De­büt­al­bum von Pink Room aus Ghent, Bel­gi­en. Frag­los ist das ein eher stump­fes Werk­zeug, aber si­cher auch ge­nau das rich­ti­ge um die­sen Job zu er­le­di­gen.

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Dimesack - Live Rock Music Band Experience Of Our Life Time

Aus­ge­zeich­ne­ter Ga­ra­ge­punk der stark Fuzz- und leicht Sludge-las­ti­gen Va­ri­an­te lie­fert der zwei­te Lang­spie­ler von Di­me­sack aus Kan­sas Ci­ty. Klar wer­den hier kei­ne neu­en We­ge be­schrit­ten, aber auch mit dem al­ten Scheiß in ziem­lich gut kann man sich durch­aus mal die Zeit bis zur nächs­ten Re­vo­lu­ti­on ver­trei­ben.