Vacation - Zen Quality Seed Crystal

Nach­dem mir schon das letz­te Al­bum von Va­ca­ti­on aus Cin­cin­na­ti, Ohio mit Leich­tig­keit al­le Tü­ren ein­ge­rannt hat, ver­pas­sen sie ih­rem Sound auf dem neu­es­ten Tape ein saf­ti­ges down­gra­de, das ih­nen sehr gut steht. Der bor­der­line-Lo­FI Klang ver­sprüht ei­nen et­was ver­spiel­te­ren Vi­be, oh­ne dass da­bei der Lärm zu kürz kä­me. Da fühlt man sich un­wei­ger­lich an al­te Gui­ded By Voices, Se­bad­oh, ein biss­chen Su­per­chunk und au­ßer­dem an ge­gen­wär­ti­ge Bands wie Tree­house er­in­nert. Wie es von den Jungs nicht an­ders zu er­war­ten war, glänzt das al­les er­neut durch hoch­wer­ti­ges Song­wri­ting.

Al­bum-Stream →

Corner Boys - Waiting For 2020

Schnau­ze schon voll von 2019? Er­zähl mir was neu­es. Wai­t­ing for 2020 ist neu. Mit ih­rem ers­ten Lang­spie­ler knal­len die Cor­ner Boys aus Van­cou­ver zum ers­ten mal so rich­tig rein bei mir, nach­dem die bis­he­ri­gen EPs noch nicht so rich­tig zün­den woll­ten. Das ist erst­klas­si­ger Power­pop mit Punk­an­trieb und Ga­ra­gen­zu­satz, au­ßer­dem mit Ähn­lich­kei­ten zu Bad Sports, Boo­ji Boys oder Ste­ve Ada­myk Band - je­weils um ei­ne aus­ge­präg­te 77er Kan­te er­gänzt.

Al­bum-Stream →

Endless Column - Endless Column

Hat­te gar nicht er­war­tet dass es sie noch gibt, dIe­se Band aus Chi­ca­go, die sich un­ter an­de­rem Per­so­nal mit den Red Dons und Day­light Rob­be­ry teilt. Aus dem Um­feld letz­te­rer Band wird hier in den kom­men­den Ta­gen auch noch mal et­was auf­tau­chen. End­less Co­lumn tra­gen je­den­falls un­ver­kenn­bar die Hand­schrift von Red Dons-Front­mann Doug Burns, kom­men ein biss­chen rü­ber wie ei­ne et­was ent­spann­ter da­her schram­meln­de Va­ri­an­te eben die­ser Band, ge­fil­tert durch die See­le ei­nes trau­ri­gen Sur­fers. Oder nach ei­ner power­pop­pi­gen Ver­si­on von The Est­ran­ged. Und dass die Songs über je­den Zwei­fel er­ha­ben sind, das ver­steht sich ja wohl von selbst.

Al­bum-Stream →

The Resonars - No Exit

Ich hat­te mich schon ge­fragt, ob die Ein-Mann- Band von Matt Ren­don aus Tuc­son, Ari­zo­na über­haupt noch exis­tiert. Im­mer­hin sind seid dem letz­ten Le­bens­zei­chen vom un­ge­krön­ten Kö­nig des Bri­tish In­va­si­on-In­fi­zier­ten Ga­ra­ge Rock sa­ge und schrei­be sechs Jah­re ver­gan­gen. Be­ant­wor­tet wird die Fra­ge nun in Form ei­nes neu­en Lang­spie­lers. Und der gu­te hat hier nichts ver­lernt, ganz im Ge­gen­teil: Das mit­rei­ßen­de Power­pop-Song­wri­ting, das die Band seit je­her mei­len­weit aus der Mas­se an ähn­lich ge­la­ger­ten Re­tro­bands her­aus­ste­chen lässt, hat ei­ne spür­ba­re Ver­jün­gungs­kur ver­passt be­kom­men, klingt so frisch und kon­sis­tent wie schon lan­ge nicht mehr.

Al­bum-Stream →

Yups - Man On The Moon Man On The Moon

Der ers­te Lang­spie­ler der Yups aus Los An­ge­les ist ei­ne wild ge­misch­te Wun­der­tü­te, de­ren In­halt aus­nahms­los Spaß macht. Be­grüßt wird man mit power­pop­pi­gem Ga­ra­ge Punk, wie er den Boo­ji Boys, Da­tenight oder Va­guess nicht fern­steht, au­ßer­dem ei­nem Hauch von Bri­tish In­va­si­on, den Re­so­nars nicht un­ähn­lich. Im wei­te­ren Ver­lauf gibt's un­ter an­de­rem noch me­lo­di­schen Noi­se­pop á la No Age, Wav­ves, frü­he Ja­pan­dro­ids zu hö­ren und re­lax­ten old­school In­die Rock, der ein biss­chen klingt wie Swer­ve­dri­ver auf Va­li­um. Bei all die­sen Din­gen las­sen sie nix an­bren­nen.

Al­bum-Stream →

Wet Dreams - Wet Dreams

Wet Dreams aus Os­lo sind ei­ne Sei­ten­pro­jekt von Se­bas­ti­an Ul­stad, der man­chen viel­leicht als der Front­mann von De­ath By Un­ga Bun­ga ei­ne Haus­num­mer ist und Wet Dreams als Spiel­wie­se für Songs und Ex­pe­ri­men­te ins Le­ben ge­ru­fen hat, die nicht so recht ins Re­per­toire sei­ner an­de­ren Band pas­sen wol­len. In der Tat geht es auf Wet Dreams' ers­ten Lang­spie­ler um ei­ni­ges knar­zi­ger zu mit ei­nem Sound zwi­schen Ga­ra­ge Punk und Fuzz Pop, der ab und an auch mal leicht psy­che­de­li­sche Schlen­ker ma­chen darf. Aber auch der von ihm ge­wohn­te Power­pop-Fak­tor er­strahlt hier im bes­ten Licht. Ich be­haup­te mal ein­fach, dass hier drin so zwei oder drei sei­ner stärks­ten Songs ver­steckt sind.

Al­bum-Stream →

Vaguess - Have A Good Summer

Auf sei­nem zwei­ten Lang­spie­ler schraubt das ka­li­for­ni­sche Ga­ra­gen­wun­der Vin­ny Va­guess den ro­hen En­er­gie­le­vel des gran­dio­sen Vor­gän­gers emp­find­lich her­un­ter und rückt statt­des­sen ein Ele­ment in den Mit­tel­punkt, das ei­gent­lich von An­fang an sei­ne Ge­heim­waf­fe war, näm­lich ein ge­ra­de­zu un­fehl­ba­res Ge­spür für simp­les aber mit­rei­ßen­des Power­pop-Song­wri­ting. Hin und wie­der gibt's au­ßer­dem mal 'nen Aus­flug in Cow­punk-Ge­fil­de und auch dar­an gibt's über­haupt nichts aus­zu­set­zen. Wie­der mal ziem­lich bril­li­ant.

Al­bum-Stream →

Steve Adamyk Band - Paradise

Ste­ve Ada­myk und Kum­pa­nen las­sen auch auf ih­rem min­des­tens sechs­ten Lang­spie­ler nichts an­bren­nen, wol­len und brau­chen sich auch gar nicht neu er­fin­den. Wie ge­habt kommt strai­gh­ter Ga­ra­ge­punk zu Ge­hör, der kon­stant zwi­schen dem sim­pel-ef­fek­ti­ven Arsch­tritt á la Sick Thoughts und Power­pop-Me­lo­dien der Ra­dio­ac­ti­vi­ty- oder Bad Sports-Ge­schmacks­rich­tung mi­nus de­ren Me­lan­cho­lie os­zil­liert, da­bei ge­ra­de eben so Pop ist wie Punk sein darf, oh­ne in mir Wür­ge­re­fle­xe aus­zu­lö­sen.

Al­bum-Stream →

Pura Crema - Fin De La Era 7"

Ex­zel­len­ter Stoff ei­ner Band aus Mon­ter­rey, Me­xi­co, der über das Wa­shing­to­ner La­bel Res­su­rec­tion Re­cords den Weg hier­her ge­fun­den hat. Ein ga­ra­gi­ger Sound bil­det hier die Ba­sis, auf der sich ein far­ben­fro­hes Spek­ta­kel ent­fal­tet als wä­ren et­wa die Red Dons mit ih­rem Hang zur gro­ßen Hym­ne zu­sam­men mit dem all­ge­mei­nen Vi­be von Apa­che Dro­pout in ei­nem Meer aus 60s Psy­che­de­lia und Surf­rock ein­ge­taucht. Die B-Sei­te be­kommt dann noch ei­nen leich­ten Post Punk-Schliff á la Ex-Cult ver­passt und der no-wa­vi­ge Sa­xo­fon­ein­satz trans­por­tiert den Song in un­er­war­tet ab­ge­ho­be­ne Sphä­ren.

Strange Passage - Shouldn't Be Too Long

Seit ih­rem Tape vor zwei­ein­halb Jah­ren hat sich sound­mä­ßig nicht viel ge­än­dert bei Stran­ge Pas­sa­ge aus So­mervil­le, Mas­sa­chu­setts. Un­auf­ge­reg­ter Jang­le-/Power­pop al­so, der mit ei­nem durch­weg sau­be­ren Song-Un­ter­bau über­zeu­gen kann.

Al­bum-Stream →