Monda – The Mondas

Seit ich irgendwann im letzten Jahr zum ersten mal meine Nase in die einschüchternd massive Discografie von Monda aus New Jersey gesteckt habe hat sich die Band wiederholt als einer der nicht nur produktivsten sondern auch konsistentesten Lieferanten von catchy abgefuzzten Leckerbissen bewiesen, die sich irgendwo zwischen den Eckpunkten von Garage Punk, oldschooligem Indie Rock, Noise- und Power Pop bewegen. Auch lässt sich schwer übersehen, dass sie sehr gerne die Tapete wechseln und die Einrichtung neu arrangieren zwischen den Veröffentlichungen um die Sache frisch und spannend zu halten, was sich unter anderem auch schon mal in einem ausgeprägt psychedelisch-spacerockigen Abstecher in ihrem Schaffen rund um die 2024er Ponderous Leviathan LP niederschlug. Auf ihrem neuesten Album besinnen sie sich hingegen wieder ein gutes Stück weit auf die ihre Basics zurück und treffen wie gewohnt jederzeit den Nagel auf den Kopf, wie sie hier eine Fülle sowohl von '50er bis '60er Bubblegum Pop-Vibes als auch '80er Art-/Indie Pop-Artefakte der Flying Nun und Sarah Records-Schule und diverse Schrammelartefakte der C86-Ära channeln in einem makellosen Bündel ausgesprochen simpler und liebevoll gefertigter Songs, die niemals ihre Wirkung verfehlen.

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Gripper – Demo 2025

Gripper aus Philadelphia haben da ja mal eine ganz vorzügliche Debüt-EP kreiert, die auf gewisse Art den unverblümt Hard-rockigen Spaß und die Power Pop-Hooks der frühen Sheer Mag Singles channelt, dabei aber weitgehend deren Southern Rock-Schnörkel umgeht und alle Basics perfekt auf der Reihe hat in einem tadellosen Bündel von zwei unverschämt infektiösen Power Pop-Juwelen und zwei ebenbürtig schreddernden, angemessen schmierigen Garage Punk-Sprengsätzen.

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Bachelor Pad – Feel The Beat From The Tambourine

Catchy Garage Punk Shit erster Güte aus Sydney, der sich in vier Songs durch recht vielfältige Styles durchplündert. POSIWID und der Opener What A Time To Be Alive kommen dabei rüber wie ein Mix aus dem fuzzigen Power Pop von Sex Mex und der quirligen Egg-/Synthpunk-Action der Ghoulies, wohingegen der Synth-/Electro Punk von The Game an alte Digital Leather-Schinken erinnert sowie jüngere Zeiterscheinungen á la Spyroids und O-D-Ex. Der Rausschmeißer-Track B-52's Tattoo könnte darauf auch der unbändigen Fantasie der texanischen Garage Punk-Exzentriker Trashdog ensprungen sein. Oh und war da nicht noch so eine Hundeband? Ja stimmt, ich denke an Melbourne's wunderbar trashige Garage-/Synth Punk-Explosion Metdog!

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O-D-EX – Talents

Neuer Scheiß von Mark Ryan (hochgeschätzt als Teil von Marked Men, Mind Spiders und Radioactivity) und seiner aktuellen Band, dem Electro-/Synth Punk-Projekt O-D-EX (oder ist es neuerdings einfach Odex?). Nachdem jeweils ein vorangegangener Kurz- und Langspieler aus dem letzten Jahr noch eine eher kühle und minimalistische Synth Wave-Ästhetik versprühten, öffet das aus Ryan und Micah bestehende Duo ihren Sound wieder zu einer vergleichsweise warmen, melodischen und insgesamt greifbareren Richtung, die in der Tat ein bisschen klingt wie ein perfekter Mittelweg zwischen den erwähnten Vorgängern und den stärker Richtung Garage Punk tendierenden alten Mind Spiders-Platten.

Mr. [Redacted] / Lovebomb / TTTTurbo

Ich hab nicht so viel Zeit diese Woche, deshalb gibt's hier anstelle von drei einzelnen Posts mal eine kleine Zusammenfassung der etwas quirligeren Releases mit unterschiedlich starker Eiermäßigkeitt, von denen mir diese Woche drei besonders herausstechen.
Zuerst wären da mal die vergleichsweise rohen Sounds von Mr. [Redacted] aus Athens, Georgia, die ganz rapide alternieren zwischen den Eckpunkten von einem Hard-/Art-/Weirdcore-Sound nicht ganz unähnlich zu so Bands wie Judy and The Jerks, Warm Bodies und Sniffany & The Nits einerseits, und den stärker Egg-orientierten Sounds etwa von Snooper, Print Head, Awful und den frühen Skull Cult.
Wer dagegen mehr an ultraklassischem Eggpunk-Territorium interessiert ist, dem wird sicher das neue Tape von Lovebomb aus Hildesheim (diese Woche sind ja echt mal ungewöhnlich viele Krautwürstle am Werk) viel Spaß bereiten, die hier ein dicht verpresstes Bündel von geradezu mustergültiger Eggpunk-Qualitätsware abliefert mit besonders starken Anklängen an Bands wie Prison Affair, Beer, Winky Frown, Molbo und Goblin Daycare.
Wenn euch das nicht schräg und Lo-Fi genug ist, dann versucht es mal mit den Leipzigern (schon wieder!) TTTTurbo, deren neues Tape in etwa das klangliche Äquivalent ist zu einem etwas zu oft weiterkopierten Dokument - unter einer dicken Schicht xerografisch verbrannter Pixel bleiben viele Details der Fantasie überlassen, aber auch mit all dem einkopierten Dreck bleibt es schwer, sich dem irrsinnig eingängigen Charme dieser verschleierten Rohdiamanten aus zuckerigem Bubblegum Pop zu entziehen.

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Emmett O’Connor – 9 From The Warped Mind

Quirliger, moderat LoFi-mäßiger Spielzeug-Synth Punk kommt zu uns von Emmet O'Connor aus Cleveland, Ohio, der einigen vielleicht schon als Mitglied von Archie and the Bunkers und MK Ultras ein Begriff ist. Auf diesem neuen Solo-Langspieler kreiert der jetzt einen warmen, üppigen Sound mit minimalem Werkzeug, der hier sehr passgenau zu einer Form von exzellenten kleinen Power Pop-Juwelen modelliert wird und nicht selten an eine geringfügig sedierte, Schlafzimmer-geeignete Budget-Variante von Digital Leather's eingängigsten Pop-Momenten erinnert.

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Dark Thoughts – Highway To The End

Mann, es muss schon eine ganze Weile her sein, dass ich zuletzt von Dark Thoughts aus Philadelphia gehört habe, die seit vielen Jahren zu den ausgesprochen seltenen Bands gehören, die sich plausibel als "Pop Punk" einordnen lassen ohne mich zu sofortiger Flucht zu veranlassen. Dark Thoughts haben den unmöglichen Trick immer noch drauf und alles was sie dafür brauchen ist einer der beherztesten und gleichzeitig doch relativ polierten Garage Punk-Sounds unserer Zeit, eine schnörkellose, entschlossene Performance und eine perfekte Trefferquote in Sachen des unverzüglich auf den Punkt kommenden Songhandwerks.

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Ronny Spoiler – 1000 Tolle Sachen

Hochwertiger deutschsprachiger Garage Punk ist und war ja noch niemals eine Nische aus dem man mit besonders reichhaltiger Auswahl konfrontiert würde, aber dieser Typ (oder Band?) aus Ludwigsburg vollbringt dieses unwahrscheinliche Wunder mit Leichtigkeit auf seiner neuen (digitalen) 2-Track-Single, beide Songs für sich jeweils schon ein Instant-Hit und künftiger Genreklassiker. Der erste davon hat einerseits eine ganz subtil Egg-mäßige Qualität mit an Bord, obwohl mich die Gesangsharmonien und Gitarrenarbeit hingegen besonders and die jüngsten Veröffentlichungen der ganz und gar nicht eierigen Dumpies und Eye Ball erinnern. Der vergleichsweise melancholische zweite Track beinhaltet viele der gleichen Qualitäten, ruft mir aber besonders alte Marked Men und Radioactivity ins Gedächtnis. Ich mein's ernst, so verdammt gut ist der Scheiß.

The Wind-Ups – Confection

Immer eine arschtretende Angelegenheit, neues Material von Jake Sprecher (of Terry Malts fame...) und seinem aktuellen Projekt The Wind-Ups, das 2021 mit einem massiven Knall begann in Form der spektakulären Try Not To Think LP und sich seitdem nicht groß verändert, aber auch noch niemals enttäuscht hat - ein zuverlässig hoher Qualitätsstandard der sich auch durch den neuen Langspieler zieht und es weiterhin unmöglich macht, nicht unmittelbar verzaubert zu werden von diesen zeitlosen Garage Rock- und Bubblegum Pop-Melodien, verpresst zu einem wunderbar rustikalen und Fuzz-getränkten Klangbild aus angemessen durchgebranntem Noise Pop und Garage Punk.

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Autos – Autos

Diese Band aus Santa Cruz, Kalifornien liefert sechs Perlen der oldschooligen Power Pop-Qualitätsware ab, die hier reibungslos eine alte Formel abspulen, die sich so eigentlich zu jedem beliebigen Zeitpunkt der vergangenen fünf Jahrzehnte ereignet haben könnte ohne aus dem historischen Rahmen zu fallen und deren weit über'm Durschschnitt agierende Songwriting-Kompetenz nicht ein einziges mal einknickt. Wie das so typisch ist in dem Genre, wird man das Gefühl nicht los, diese Songs schon vielmals zuvor gehort zu haben, aber das ist jetzt auch genau mal eines dieser Felder in denen ich mich durchaus komfortabel darin fühle, einen auf basic bitch zu machen und was wäre schon das Leben ohne jegliche Laster?

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