Fist City – Everything Is A Mess
Melodischer Postpunk mit melancholisch verträumten C86-Powerpop/Proto Shoegaze-Elementen und ein bisschen Surf-Vibe aus dem Städtchen Lethbridge in der kanadischen Provinz Alberta. Die letzte Platte von denen fand ich noch ziemlich unausgereift, hier sind sie aber mit stärkerem Songmaterial und einem deutlich gereiften Sound unterwegs. Erinnert ein wenig an so unterschiedliche Bands wie Piles, Blank Realm, Wild Moth oder Male Bonding.
Sind ja schon ein paar Jahre ins Land gegangen seit dem letzten Album der damals noch als Soloprojekt agierenden Synthpunk-Maschine von Shawn Foree aus Omaha. Jetzt haben sie auf FDH Records endlich neues Material am Start, in kompletter Bandbesetzung und mit einem entsprechend volleren Sound. Und poppiger als je zuvor. Damit lösen sie bei mir mal die letzte Teledrome Platte ab, die im letzten Jahr immer wieder meinen spontanen Hunger nach leicht käsigem Powerpop gestillt hat. Sonnige Indiepowerpop-Hymnen auf diesem Siebenzöller dieses New Yorker Trios. Erinnert mich sehr Positiv an Bands wie Negative Scanner, Shrag oder Cayetana. Flesh World sind aus San Francisco und spielen eine angenehm exzentrische Art von Indierock, die leichte Postpunkeinflüsse mit ganz viel melancholischem C86-Schrammelpop verbindet. In bester Vierspur-LoFi-Technik produzierter Powerpop aus dem Kaff Morgantown in West Virginia. Der vergleich zu Guided By Voices drängt sich natürlich auf, aber auch Woolen Men kommen mir beim hören in den Sinn. UV-TV aus Gainesville machen einen auf Jekyll und Hyde. Wie selbstverständlich alternieren sie auf ihrem Demo zwischen sonnig-fluffigem Indiepowerpop und kratzigem Garagen- und Postpunk. Beides überzeugt. Der nächste Knaller mit dem Slovenly-Qualitätssiegel. Das New Yorker Punkquartett Dirty Fences spielt ultraeingängigen Rock’n’Roll mit powerpoppigen 77er Vibes, leicht schmierigen 70er Hardrock-Einflüssen und streckenweise garagenmäßiger Intensität. Endlich gibt’s Nachschub von den gegenwärtigen Königen des Southern-beeinflussten Power Pop. Die neue EP von Sheer Mag aus Philadelphia setzt das Feuerwerk aus klassischen Popmelodien und entwaffnenden Hooks schnörkellos fort. Der knarzige LoFi-Sound, der zu dieser Musik einfach passt wie Arsch auf Eimer, ist weiterhin präsent; die eh schon sehr ausgefuchsten Arrangements haben hier aber noch ein ganzes Stück mehr Feinschliff erfahren. Ein lang ersehnter Nachschlag von den Powerpop-Monstern aus Chicago. Die Songs der Doppel-7″ kommmen diesmal vielleicht mit etwas erhöhtem Glam-Faktor daher, aber auch mit dem gewohnt hohen Ohrwurmpotenzial. Marvelous Mark ist wohl ein mehr-oder-weniger-Soloprojekt von einem Typen aus Toronto. Die Veröffentlichung auf Burger Records verspricht den für dieses Label typischen zuckersüßen Krach und hält das Versprechen auch. Nahezu käsiger Power-Fuzz-Pop mit leichtem Grungevibe, einfach gestrickt aber höchst ansteckend.
Digital Leather – All Faded
Big Quiet – Maura & Dana 7″
Flesh World – The Wild Animals In My Life
J. Marinelli – Stop Paying Attention
UV-TV – Demo
Dirty Fences – Full Tramp
Sheer Mag – II 7″
Mama – Night Shoot 7″
Marvelous Mark – Husband Material









