Klint – Stark EP & Should Be Honey / Sherbet (Golden Twenties) 7″

Jedes mal ein unverschämter Spaß, neue Songs des Viking Synth Punk-Solokriegers Klint aus Schleswig. Die selbstveröffentlichte Stark EP feuert sechseinhalb neue Geschosse ab von dieser gleichermaßen roh lärmenden wie auch saumäßig eingängigen Synth Punk-Action die wir kennen und lieben. Die simultan dazu auf der italienischen Garage-Hochburg Goodbys Boozy veröffentlichte Should be Honey / Sherbet 7″ hingegen begibt sich auf einen spannenden experimentellen Trip unter starkem Einsatz uralter Bläser- und Vocal-Samples, die alten Swing-Platten der 1920er Jahre entstammen. Das ist, wie soll ich sagen… ein reichlich unerwarteter, verwirrender Hirnfick. Kranker Scheiß!

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Dr​ý​sildj​ö​full – Verri en vondur

Nur einige Wochen nach ihrem zweiten Tape auf Iron Lung Records gibt es auch schon wieder Nachschub von dieser vermutlich Isländischen Band, dieses mal wieder auf dem Spezialisten-Label für Blackened- und Dungeon(-punk)-Experimente, Grime Stone Records. Wenn ihr mich fragt, ist es ihre ausgereifteste Veröffentlichung bisher. Man nehme die groben Eigenschaften und Spezifikationen von Black Metal, Noise-lastigem Synth-, Hardcore- und Electro Punk, erweitere dessen unnachgiebige Energie um eine leicht Eggpunk-mäßige Ästhetik die irgendwie etwas zu niedlich und quirlig wirkt im Angesicht der grimmigeren Tendenzen – das Ergebnis könnte durchaus ähnlich zu dem ausfallen, was Drýsildjöfull hier veranstalten.

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Nasty World – Demo / Lohn der Angst – Lohn Der Angst

Wenn auch sonst gerade nicht viel geht, ist dieses Wochenende doch zumindest ein gutes für Freunde des oldschooligen Synth Punk mit nicht nur einer Reihe von essentiellen The Steves-Reissues auf Iron Lung Records, sondern auch diesen beiden Prachtstücken aus Oakland und Berlin. Nasty World klingen dabei so grob nach 1981, plus oder minus, brühen dabei einen Vibe irgendwo zwischen altem Krempel á la Screamers, Devo, Units, Visitors, Nervous Gender oder Minimal Man auf, aber auch nicht ganz unähnlich zu jüngeren Acts wie Isotope Soap, Powerplant, Lost Packages or Freak Genes. Das meiste davon würde auch ganz gut passen um den Sound von Lohn der Angst zu beschreiben, wobei ich hier noch etwas Primitive Calculators aufwerfen möchte sowie altgediente DAF, neuere Zeiterscheinungen wie Puff, Pisse und nicht zuletzt hat’s auch ein paar deutliche Kraut-/Motorik-Vibes mit an Bord in Tracks wie Warteschleife und Grelles Gesicht.

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Lost Packages – Model Distortion Business Casual

Auch wenn hier inhaltlich stark mit dem ganz gegenwärtigen Horror einer Gesellschaft in den Fängen der Tech-Industrie gerungen wird, klingt die Musik auf der neuesten Kassette dieses New Yorker Künstlers doch mehr wie ein Flashback in die rohe, kratzbürstige Frühzeit der Synth- and Elektro Punk, Noise and Power Electronics-Experimente in den späten ’70ern / frühen 80ern von so Acts wie etwa Primitive Calculators, Nervous Gender, Screamers, Units oder Minimal Man – ein lärmender Aufstand, der sich nicht viel um Nuancen und Raffinesse schert und stattdessen ganz auf auditive Überwältigung setzt. Seltsamerweise kommt das ganze dennoch über weite Strecken ausgesprochen catchy und hypnotisch rüber.

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Klint – Adrenaline

Es vergehen heutzutage ja kaum ein paar Wochen ohne eine neue Veröffentlichung der Synthpunk-Sensation Klint aus Schleswig, dessen Qualitäten sich inzwischen ja langsam etabliert haben sollten. Nach der sehr raubeinigen Split-EP mit Repulsion Switch bekommen wir hier einen gewohnt starken Nachschub neuer Tracks, die sich hier überwiegend von einer sehr griffigen und teilweise auch unverschämt tanzbaren Seite zeigen.

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Repulsion Switch & Klint – Split

Erneut eine Schönheit vom italienischen Bollwerk Goodbye Boozy Records. An Repulsion Switch erinnert ihr euch vielleicht noch anlässlich ihres 2019er Demos und einer Handvoll weiterer EPs, die seitdem erschienen sind. Hier bekommen wir es aber gleich noch mal mit ihrem bislang stärksten Klumpen neuer Songs zu tun in einem erfrischend simplen und gleichermaßen explosiven, garage-lastigen Hardcore-Sound. Eine weitere bekannte Größe hier in der 12XU-Zentrale ist natürlich Synth Punk-Guru Klint aus Schleswig. Der übernimmt auf Seite B die Kontrolle mit gewohnt kunstvollem Handwerk, schrulligen Experimenten und einer Ladung neuer Tracks, die sich weitgehend auf der wilderen Seite des Spektrums austoben und somit ganz ausgezeichnet das RS-Material komplementieren. Flutscht!

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Channel 83 – Artificial Unintelligence

Was ein paar Jahre des gepflegten Eggpunk-Irrsinns so mit dem Gehirn machen können… Als 2019 die erste Channel 83 EP aufschlug, fand ich das Zeug noch ganz schön verrückt und ziemlich weit draußen. In ’23 finde ich irgendwie, dass der Krempel sich doch recht gut in die gegenwärtige Welle des verspulten Synth Punk einfügt. Das soll aber auch überhaupt nichts schlechtes bedeuten. Die zwei Songs hauen vorzüglich auf die Kacke!

C57BL/6 – LP 1

Satte fünf Jahre ist es her seit dem letzten Lebenszeichen dieser Band aus Los Angeles. Ihre erste LP (duh!) jetzt streckt sich etwas stärker in Richtung Garage- und Hardcore Punk aus, nachdem der ältere Scheiß etwas stärker zu Synth- und Elektropunk tendierte. Die unnachgiebigen elektrischen Beats sind aber immer noch am Start hier und geben ganz besonders dem epischen Startschuss Open World einen gewissen Vibe á la Ausmutants-treffen-auf-Big Black… und vielleicht noch ein bisschen Crisis Man dazu? Passt ungefähr, glaube ich.

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3D & The Holograms – 3D & The Holograms

Keine Warttman-Veröffentlichung aber dennoch ein angenehm vertrauter Sound aus milde Egg-angehauchtem, elektrifiziertem Garage Punk, verbrochen von den üblichen Verdächtigen, die uns auch schon so Bands wie Research Reactor Corp., Satanic Togas und The Gobs eingebrockt haben. Zwölf rastlose Koffeinpillen, die darüber hinaus auch im Umfeld von S.B.F., Cosas Ilegales, Witch Piss oder Ghoulies nicht negativ auffallen würden..

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Gurk – First

Unsere wöchentliche Dosis des gepflegten Eggpunk-Unfugs kommt diesmal von einem mysteriösen Act aus Stockholm. Viel zu kurz das ganze, aber hochprozentig catchy as fuck. Unter anderem Freunde von so Scheiß wie Nubot555, Egg Idiot, Prison Affair, Set-Top Box, Nuts and Pringue werden dem sicher nicht abgeneigt sein.