Irgendwie ist mir dieser Typ aus Ocean City, New York bisher durch die Lappen gegangen. Sein Langspiel-Debüt trifft dafür aber gleich mal voll meinen Nerv mit einer Auffassung von simplem bis dummen Garage-, Electro- und, gelegentlich, Synth Punk, der häufig noch mal einen deutlichen Schlag in Richtung ’77 aufweist und an alte Pioniere wie Screamers, MX-80, Metal Urbain/Dr. Mix & The Remix oder auch ein kleines bisschen an Chrome erinnert. In Country Girls gibt es dann passend zum Titel noch einen leichten Anflug von Gun Club-mäßigem Cowpunk, während man in der Gegenwart vielleicht Vergleiche zu so Acts wie S.B.F., Kid Chrome, Zoids oder Mateo Manic ziehen möchte.
Garage-/Synth-/Elektropunk aus Cleveland, Ohio, der seine eigene kleine Nische im aktuellen Genre-Umfeld findet, nicht zuletzt dank eines gewissen psychedelischen Appeals und trotz leichter Ähnlichkeiten etwa zu The Spits, Smirk oder Silicon Heartbeat – gefiltert durch eine dichte, Chrome- oder Metal Urbain-mäßige Nebelwand. Alternativ mag man darin auch eine Garagepunk-Inkarnation der halluzinogenen Cowpunk-Albträume von Murderer erkennen.
Algara aus Barcelona fielen erstmalig letztes Jahr auf, damals noch als ein Elektropunk-Duo, welches aber schnell zu einer vierköpfigen Band anwuchs und unverzüglich ein Tape hinterher schob das aus Neuaufnahmen der EP-Tracks bestand und weiteren, für ihr Debütalbum bestimmten Songs. Besagtes Album dürfen wir jetzt aus dem Hause La Vida Es Un Mus Discos in voller Länge bestaunen. Ihr Sound hat sich derweil zu einer kompakten Wucht in einer Fusion aus Post-, Garage- und Elektropunk entwickelt, die man vielleicht als eine Mischung aus ISS, Straw Man Army, Rank/Xerox und UZS bezeichnen könnte – lediglich einmalig aufgebrochen von den starken Synthwave-Versatzstücken in Hedonistas.
Es hat nur etwa zwölf Jahre gedauert aber kürzlich hat das Münchener Duo doch tatsächlich seine zweite 7″ via Slovenly Recordings rausgehauen und es handelt sich um eine unwiderstehliche Wumme aus Garage- und Elektropunk mit Echos von The Spits und Stalins Of Sound, außerdem einem unerwarteten Hauch von Big Black im explosiven Opener Shut Your Face.
Ich glaub diesem mysteriösen Berliner Act habe ich hier bisher nie das volle Spotlight gegeben und kann rückblickend auch nicht mehr so genau sagen ob das so ist weil Heavy Metal noch nicht bereit für mich waren oder weil ich noch nicht bereit für Heavy Metal war. Definitiv kann ich aber sagen, dass ich ihr wildes und äußerst produktives Schaffen über die letzten Jahre konstant verfolgt habe und dass ihre verspulten Garage-/Elektro-/Hirnfickpunk-Machwerke mit jedem neuen Release etwas besser in meinem kaputten Gehirn resoniert haben. Dieser stetige Trend gipfelt jetzt in ihrem fünften Langspieler, auf dem sie meines Erachtens einen Sweet Spot getroffen haben und ein bisschen an ein gewisses Duo aus North Carolina erinnern, von dem man sagt sie seien nicht Punk genug für Heavy Metal oder irgend sowas… ebenfall im Mischbehälter befindet sich aber noch eine gesunde Dosis Swell Maps und Métal Urbain/Dr.Mix & The Remix. Noch nie haben die so nebulös und im besten Sinne falsch geklungen.
Hui! Die Typen aus Los Angeles haben zwei gute Jahre (oder eher… zwei nicht ganz dem Qualitätsstandard genügende Jahre) gebraucht um nach ihrer saumäßig spaßigen Debüt-EP nachzulegen. Das Ergebnis ist aber erneut ein endloser Quell der verschwitzten, ordinären und ganz bestimmt verbotenen Synth-/Elektropunk-Abendunterhaltung wie sie einem nur in den verruchtesten Ecken der Bandcamp-Erwachsenenabteilung begegnet.
Mal wieder eine astreine EP des Electro-/Sample-/Mashup Punk Duos ISS auf der sie neben ihrem vertrauten Sound auch mal in astreinen Hardcorepunk (in Facemask) abstechen. Ich glaube das gab’s von ihnen bisher noch nicht und es funktioniert ganz vorzüglich hier.
Das Elektropunk-/noise-Duo aus River Falls, Wisconsin legt hier eine weitere leckere EP vor, auf der sie erneut ganz schön danach klingen als schwenkten Big Black komplett auf elektrische Klangerzeugung um und machten dann gemeinsame Sache mit den Primitive Calculators, bewaffnet mit Krawallwerkzeugen aus dem Baumarkt anstelle von Gitarren.
Ein wundervolles, gestörtes Chaos ist das zweite Album von Trashdog aka Andrew Jackson – dem verantwortlichen Spacken hinter dem Label Digital Hotdogs – geworden. Dass hier die Uhren nicht ganz normal ticken war schon zu erwarten, aber von der Masse an feinster Qualität, die hier wild über den Boden verteilt zu entdecken ist, bin ich doch stark überrascht – besonders nachdem mich das erste Album nicht so komplett überzeugen mochte. Zu einem Drittel besteht das aus bekifften bis hirnverbrannten Gags. Zu einem weiteren aus ebenso mitreißenden wie schrägen Sounds, die irgendwo zwischen Garage Punk, Power Pop, Synth- und Elektropunk, einem Spritzer Glam ihr ausgesprochen einfallsreiches Unwesen treiben. Beim letzten Drittel bin ich mir dann nicht so sicher, in welche der beiden Kategorien es jetzt gehört. Alles zusammen ergibt eine vielleicht etwas überwältigende, aber nichts desto trotz sehr geile Abfahrt.
Das Bostoner Duo Rita Repulsa betritt die Bildfläche mit einer ersten EP, deren Sample-getriebener Inhalt in etwa den Charm einer extra gehirnamputierten Variante von ISS versprüht, angereichert um einen Teelöffel Noise Rock und eine thematische Fixierung auf… Power Rangers?!? Na gut, kann man machen.