Cardi O. – No Singing No Dancing

Die Debüt-EP dieses Typen aus New York City ist von vorne bis hinten durchtränkt von widerspenstigen Seltsamkeiten, die einerseits den Geist der etwas gestörteren Zweige des frühen Hardcore Punk und Proto-Noise Rock á la Flipper und Broken Talent versprüht, kombiniert mit tonnenweise zufälliger Artefakte der ’80er Kassettenkultur und ihrer Ärea der ungestörten Kreativität, die sich um nichts scherte weil ja eh kaum jemand zuhörte. Ebenfalls im Spiel ist hier ein unwahrscheinlicher Cowpunk-Vibe, der sich besonders in der Doppel-Attacke von The Carnal Boogie und No Singing No Dancing zeigt, sowie ein nicht weniger plemplem wirkender Anflug von Rockabilly und ’50er Bubblegum Pop etwa in The Night Is Here und Four Kinds Of Lonely. Der Scheiß ist komplett entgleist und es handelt sich dabei um einen wunderschönen Unfall.

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Cowgirl – Cut-Offs

Ein massiver Schatz der oldschooligen Power Pop-Exzellenz findet sich auf dieser jüngsten EP einer Band aus York, England, die hier übersolide Songwriting-Qualitäten und wohltemperierte, elegante Arrangements mit genau der richtigen Menge an Knusperfaktor und Antriebskraft ausbalanciert um immer geschmeidig vorwärts zu rollen. Was in den Händen vieler anderer Bands ein Rezept für Langeweile oder bestenfalls ein angenehmes Hintergrundgeräusch ergeben würde, transzendiert hier mit Leichtigkeit die mittelmäßigen Standards eines allgegenwärtigen Genres und demonstriert eindrucksvoll, wie auch dieser uralte Trick immer noch funktionieren kann, solang man ein Händchen für eingängige Melodien besitzt, etwas liebevolle Politur anwendet und die Details nicht vernachlässigt.

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Dadgad – August Demos

Diese Band (oder Projekt) aus Rom hat bereits einen ganzen Haufen netter EPs und Split-Releases zu verantworten, alle davon ziemlich gut und leicht einzuordnen im aktuellen Eggpunk-Sammelbecken. Auf ihrem bislang stärksten Kurzspieler entfernt man sich allerdings langsam davon und schlägt hier mit einer ungleich roheren und minimalistischen Geschmacksnote der Lo-Fi-Klangästhetik auf in drei neuen Detonationen aus verdrecktem Fuzz Punk, der nahtlos ihr längst bewiesenes Gespür für catchy Power Pop in eine neue Richtung steuert mit starken Echos von frühen Wavves und No Age, kombiniert mit reichhaltigen Anleihen des rohen Detroit-mäßigen Garage Punk aller Epochen.

Parliament Ruins – Piss Take

Die jüngste EP dieser Kids irgendwo aus dem Umfeld von London und Buckinghamshire klingt äußerst einladend mit einer Handvoll schön primitiver Sprengungen des rohen, olschooligen Hardcore- und Anarcho Punk, die sich viel älter anfühlen als sie sind, so als hätten sie nach ca. ’82 nichts neues mehr gelernt und ich würde mal sagen was nicht kaputt ist, muss hier auch nicht repariert werden. Die Songs gehen rein, so einfach ist das!

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The Dumpies – Locked Groove

Gay Boredom erscheint am 18. Oktober auf Dirt Cult Records.

Picture That – Try

Strum erscheint am 7. Oktober auf Inscrutable Records.

Black & White Cat / Black & White Cake – Slipping Away

Black & White Cat / Black & White Cake erscheint am 5. Oktober auf Swimming Faith Records.

Freak Genes – Reflective Surface

Delirik erscheint am 6. September auf Feel It Records.

Fentanyl – Blind

Fentanyl erscheint am 13. September auf Convulse Records.