Shogun and The Sheets - Hold On Kid /​​ Pissing Blood 7"

Die nicht nur von mir hoch­ge­schätz­ten Roy­al Hea­da­che sind schon län­ger nicht mehr, aber ihr Sän­ger Sho­gun mel­det sich nun mit neu­er Band im Rü­cken und ei­ner 7" zu­rück, de­ren A-Sei­te ab­ge­se­hen von ei­nem ver­gleichs­wei­se po­lier­ten Sound vie­les zu­rück­bringt, wo­für man Roy­al Hea­da­che lieb­ge­won­nen hat­te. Et­was we­ni­ger Ga­ra­ge, da­für mit ei­nem leich­ten Ra­dio Bird­man-Vi­be. Deut­lich schwe­rer macht es mir die B-Sei­te. Der liegt zwar auch ein star­ker Song zu­grun­de, des­sen Dar­bie­tung riecht mir dann aber doch et­was zu sehr nach fa­der Al­ter­na­ti­ve-Brü­he und kann nur durch Sho­guns be­mer­kens­wer­te Ge­sangs­per­for­mance noch raus­ge­ris­sen wer­den. Mal auf ei­nen Lang­spie­ler war­ten…

Mope Grooves - The Waves /​ L.O.X. - L.O.X. Time

Zwei neue Ver­öf­fent­li­chun­gen aus Port­land und dem Mi­kro­kos­mos um die Woo­len Men und Ho­ney Bu­cket. De­ren Raf Spiel­man re­spek­ti­ve Matt Ra­do­se­vich sind auf ei­ni­gen Tracks des neu­en Al­bums der Mo­pe Groo­ves zu hö­ren, bei de­nen es sich aber vor al­lem um ein Pro­jekt von Ste­vie Pohl­man han­delt, der wie­der­um mit den bei­den erst­ge­nann­ten die Shop Re­gu­lars bil­det. Ver­wir­rend, ich weiß.

So weit weg klingt das von kei­ner der ge­nann­ten Bands. Ex­zen­tri­scher, häu­fig abs­trak­ter Post­punk al­so, der zwi­schen­drin aber auch ein ge­schick­tes Händ­chen für tol­le Me­lo­dien zeigt und ei­nen aus­ge­spro­chen rus­ti­ka­len Vi­be ver­sprüht. Et­was an­ders als be­sag­te Grup­pen liegt hier sound­mä­ßig aber ein un­ge­wohnt star­ker Fo­kus auf Ana­log­syn­ths, Or­geln und an­de­ren an­ti­quier­ten Tas­ten­in­stru­men­ten.

Al­le drei spie­len wie­der­um bei L.O.X. mit. De­ren neue LP kommt da­her wie ei­ne leicht an­ge­krau­te­te, aber da­bei er­staun­lich zu­gäng­li­che Ver­schmel­zung von al­lem zu­vor ge­nann­ten. Die ge­ball­te Krea­ti­vi­tät die­ser klei­nen, ver­schro­be­nen Ni­sche in ei­ner sonst ja eher als hy­per­gen­tri­fi­ziert ver­schrie­nen Stadt er­staunt mich je­des mal aufs neue.

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Roht - Iðnsamfélagið Og Framtíð Þess

Die Noi­se­punks aus Reykja­vík sorg­ten vor ge­rau­mer Zeit ja schon mit ei­ner ex­zel­len­ten 7" auf Iron Lung Re­cords für wun­der­bar schlech­te Lau­ne. Aus dem glei­chen Hau­se ist jetzt ei­ne wei­te­re EP zu be­kom­men, auf der sie al­les was beim Vor­gän­ger schon auf An­schlag saß end­gül­tig über die Klip­pe schub­sen.

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Glen Schenau - Phantom Vibration

Auf sei­nem ers­ten Vi­nyl­re­lease führt der Aus­tra­li­er - den man un­ter an­de­rem schon als Teil von Kitchen's Floor, Bent, Cu­red Pink und noch ei­ni­gen an­de­ren Bands ge­hört hat - sein end­los ver­schro­be­nes wie auch lie­bens­wer­tes Ge­schram­mel fort, wie man's schon vom letz­ten Tape kennt. Aber gleich­zei­tig ha­ben sei­ne selt­sa­men Song­kon­struk­te auch ei­ni­ges an Pro­fil ge­won­nen. Post Punk oh­ne Punk. Noi­se Rock oh­ne Noi­se.  Es bleibt span­nend.

Popper Burns - Pure Disgust

Schon et­was län­ger her, seit­dem das Queer­core-Wun­der Pop­per Burns aus Aus­tin sei­nen zwei­ten Lang­spie­ler an­ge­kün­digt hat. Gu­te an­dert­halb Jah­re um ge­nau zu sein. Je­den­falls ge­hört die Plat­te zu den von mir am hei­ßes­ten er­war­te­ten Ver­öf­fent­li­chun­gen seit­dem die ers­ten Klän­ge des per­fek­ten Ope­ners Apol­lo 11 mein Trom­mel­fell er­reich­ten und ich frag­te mich schon, ob das Ding je­mals er­schei­nen wür­de. Of­fen­bar sind sie im­mer noch auf La­bel­su­che. Ich wür­de mich ja um die Band und das Al­bum rei­ßen, aber ich bin nun mal (noch?) kein Plat­ten­ver­ti­cker.
Jetzt ist Pu­re Dis­gust je­den­falls schon mal di­gi­tal auf Band­camp zu be­kom­men und be­stä­tigt mei­ne Ver­mu­tung, dass wir es mit ei­nem un­ge­schlif­fe­nen Roh­dia­man­ten zu tun ha­ben. Ihr vor Är­ger und Frust bers­ten­der Post Punk gibt sich da­bei durch­aus wand­lungs­fä­hig, er­in­nert mich sehr an Shit Gi­ver, ein we­nig an ganz frü­he Pro­tomar­tyr und das mit­rei­ßen­de Dra­ma von Bam­ba­ra oder Iceage. Das gan­ze kommt in ei­nem wun­der­bar di­rek­ten und dre­cki­gen Sound da­her, des­sen lo­se Fä­den, Ecken und Kan­ten nur noch wei­ter zum spe­zi­el­len Charme die­ser Band bei­tra­gen.

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12XU Radio #15

Bei he­arthis will der Upload ge­ra­de nicht. Sor­ry, wird nach­ge­lie­fert. Für's ers­te müsst ihr euch mal mit Mi­x­cloud ab­fin­den. Archive.org to the res­cue!
edit: He­arthis tut's jetzt auch wie­der.

Exit Group - Adverse Habitat

Exit Group sind ei­ne Ber­li­ner Ka­pel­le, die sich ih­re Mit­glie­der un­ter an­de­rem mit Useless Ea­ters, P.U.F.F., Bee­kee­pers, Life Fu­cker und noch ei­ni­gen an­de­ren Bands teilt, die vie­len von euch si­cher nicht un­be­kannt sind. Ihr De­mo aus dem letz­ten Jahr ließ schon ge­wal­tig auf­hor­chen und auch der ers­te Lang­spie­ler auf Cast­le Face ent­täuscht kein biss­chen. Za­ckig-kan­ti­ger, mit me­cha­ni­scher Prä­zi­si­on vor­ge­tra­ge­ner Post Punk ist das, dem man ei­ne ge­wis­se Nä­he et­wa zu Rank/​Xerox, Marbled Eye, Ne­ga­ti­ve Space oder In­sti­tu­te zu­spre­chen kann.

Paul Jacobs - Easy

Fand ich den letz­ten Lang­spie­ler des Ga­ra­gen­ro­ckers aus Mont­re­al stel­len­wei­se et­was über­la­den, lie­fert der gu­te Mann hier ein ver­gleichs­wei­se flau­schi­ges, ent­spann­tes Fuzz-Kis­sen ab. Wie von ihm ge­wohnt ist das ei­ne or­dent­lich viel­sei­ti­ge An­ge­le­gen­heit, die sich auch ger­ne mal Ab­ste­cher in psy­che­de­li­schen Ne­bel leis­tet und so schnell kei­ne Lan­ge­wei­le auf­kom­men lässt.

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Keepers - Keepers

Drei Jah­re nach ih­rer sehr ap­pe­tit­li­chen De­büt-7" ist nun bei Vo­lar Re­cords der ers­te Lang­spie­ler der Band aus San Die­go zu be­kom­men. Dar­auf geht es ver­gleichs­wei­se mo­de­rat ga­ra­gig, da­für ver­mehrt post­pun­kig zu und es lässt sich ei­ne star­ke Af­fi­ni­tät zum Noi­se Rock der früh-neun­zi­ger Am­phet­ami­ne Rep­ti­le-Schu­le aus­ma­chen, ge­trie­ben von schön dum­mem wie auch spa­ßi­gem Stoo­ges-Ge­rif­fe.

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The Molds - Saltine

Das So­lo­pro­jekt ei­nes ge­wis­sen Matt Oja­la aus Se­at­tle hat ja be­reits im Fe­bru­ar ein ers­tes Al­bum raus­ge­hau­en, das mir schon aus­ge­spro­chen gut ge­fiel. Auf dem so­eben er­schie­ne­nen Nach­fol­ger per­fek­tio­niert Oja­la aber sei­nen spe­zi­el­len Sound aus ver­träumt-ver­ne­bel­tem Jang­le Pop, des­sen Songs und Me­lo­dien zeit­wei­lig schwer greif­bar er­schei­nen, doch je­der­zeit Sinn er­ge­ben und ei­nen star­ken emo­tio­na­len Sog er­zeu­gen. Et­wa so als hät­te man Ma­le Bon­d­ing mit den frü­hen Fresh & On­lys ge­kreuzt, ei­nen Hauch von Angst bei­gemischt und das gan­ze dann in der schläf­ri­gen Me­lan­cho­lie von Fle­sh World ein­ge­taucht.

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