The Gories – Cry Girl

Cry Girl / Everything (That’s Mine) erscheint am 27. September auf Wild Honey Records.

Jëg Hüsker – My Dawn

Nach der schon äußerst neugierig machenden Teaser-EP von einigen Wochen bekommen wir jetzt endlich das Langspieldebüt der Dungeon Punk-Zauberer aus Karlsruhe in voller Länge zu hören und meine Fresse, fegt das mal alles weg! Die Mischung aus Neuaufnahmen von Songs, die bereits vom letztjährigen Demo geläufig sind und absolut ebenbürtigem neuem Material wird hier zu einem atemlosen Ritt verwebt, dessen maximal schmuddelige und verhallte, zwischen lo- mid-fi rangierende Produktion, die ein bisschen so klingt als hätte man Dreck in irgendeinem Parkhaus aufgenommen, hier einfach so perfekt sitzt wie Arsch auf Eimer. Da gibt es tonnenweise funkelnder Psychedelia zu verorten im Opener Locket, simple und primitive Protopunk-Energie in Tear It Up, während Songs wie As Loud As Me und My Dawn mit unerwartet melodischen Lichtblitzen daherkommen, was im letzteren Fall durchaus etwas an die frühen The Men erinnern mag. Den Kontrast dazu setzen die beiden Hardcore-meets-Motörpunk-Attacken in Give Me Beat und All This Heat sowie die oldschool Sabbath-Überreste, die sie etwa in Suppression mit einer guten Ladung an Space Rock-Exzess á la späte Destruction Unit verschweißen. Die Dungeon Punk-Hymne Fomo Boy hat natürlich immer noch die gleiche Zerstörungskraft wie wir sie auf dem Demo erlebt haben und der darauf folgende neue Track Inte Mer Hem folgt ganz nahtlos in dessen Fußstapfen. Fickt mich, geht die Scheiße ab!

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Cherry Cheeks – B-Rot

Nun, es gibt ja mal Bands mit arg unzuverlässiger Qualitätskontrolle aber auch solche, die weise den Verschnitt von ihren subszanzielleren Kreationen zu unterscheiden verstehen. Und dann ist da noch die seltene dritte Sorte, die eigentlich keine verfickte Qualitätskontrolle nötig hat, weil scheinbar irgendwie jedes Stück Scheiße das sie anfassen sich wundersam in Gold verwandelt. Diese neue Compilation gespeist aus dem Abfalleimer der Garage-/Synth-/Eggpunk-Institution aus Portland ist ein duchaus überzeugendes Argument dafür, dass es sich bei Cherry Cheeks um eine jener letztgenannten Bands handelt, denn was bei denen als Krümel und Überreste vom Tisch fällt, sollte so einige Acts noch locker vor Neid platzen lassen. Klar, das Gesamtergebnis ist ein gutes Stück schräger, fragmentierter und chaotischer als die regulären Releases, aber dabei auch kein bisschen weniger aufregend, abwechslungsreich und mitreißend!

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Orchid Club – Orchid Club

Die Debüt-EP der Band aus Minneapolis betritt die Bühne mit einer bereits voll ausgeformten und realisierten Vision, die liebevoll gewisse Stränge des unkonventionellen ’80er bis ’90er US Postcore und -punk aufgreift und wiederaufleben lässt. Lap It Up tritt die Sache los mit so einer Art von ’90er AmRep-meets-Touch&Go-Flickenteppich, der aber dann plötzlich eine Wendung nimmt zu stärker Dischord-mäßigen Soundscapes, die insbesondere Rites Of Spring und frühe Nation Of Ulysses ins Gedächtnis rufen. Über Untitled / Back Inside schwebt klar der Geist etwa von Mission Of Burma, Wipers, Moving Targets und Volcano Suns mit einem subtilen Unterton von Bitch Magnet, bevor das ganze wiederum nahtlos in einer Orgie des Angst- und Dinosaur Jr.-mäßigen, leicht folkigen Geschrammels aufgeht. Freak Disease sitzt dann irgendwo zwischen den Stühlen von grunge-lastigem ’90er Alternative Rock (oder fast schon: Cock Rock) und gewissen Postcore-Stilblüten, die man sonst irgendwo am langsameren Ende der Output-Skala von so Bands wie Drive Like Jehu, Jawbox oder 90er Gray Matter erwarten würde. Life Takes Time hat wieder diesen starken Burma-Vibe aber ich kann gleichzeitig auch nicht anders, als mich an so Zeug wie Really Red und frühe Saccharine Trust erinnert zu fühlen.

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Exit Mould – Exit Mould

Die Band aus Newcastle, Australien platziert vier ganz ausgezeichnet knallende Ladungen des vage Egg-mäßigen, Noise-lastigen Garage Punk von durchweg hohem Energielevel auf ihrer ersten EP, die definitiv einige nervöse Zuckungen bei denen hervorrufen wird, die bereits mit so Phänomenen wie etwa S.B.F., Kerozine, Factory City Children, Witch Piss, Cthtr, Feeding Tube, The Gobs oder Liquid Face vertraut sind… und dahinter braucht sich auch dieser Scheiß nicht verstecken!

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It Thing – Spirit Level

Auf dem Papier klingt das vielleicht etwas unterwältigend, was die Band aus Melbourne da auf ihrer neuesten EP veranstaltet und sich durchaus als New Wave-iger Post Punk beschreiben lässt, der offenbar einige inspiration von so üblichen Verdächtigen schöpft wie früher Siouxsie, Pylon, XTC, Delta 5 und Gang Of Four. Aber dieser Scheiß hier wird ganz klar auf ein höheres Niveau befördert durch ihre herausragenden Fähigkeiten darin, gleichermaßen eingängige wie auch raffinierte, kunstvoll ausbalancierte Kompositionen zu erschaffen, die durchaus offensichtliche Vergleiche zu mehr oder weniger aktuellen Acts wie Sweeping Promises, The Missed, Marcel Wave oder Display Homes hervorrufen werden. Darüber hinaus würde ich aber sagen, dass da auch viel vom kreativen Chaos und dem breitwandigen Drama der frühen Protomartyr drinsteckt – besonders im Falle von …In Ruins – während der melodische Rausschmeißer A Fireplace durchaus an das melancholische, spätere Material der Band erinnert.

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Santo Blanco – Yes, Good

Vier durchaus kompetente Garage Punk-Geschosse mit reichlich psychedelischen Obertönen gibt es auf der Debüt-EP einer Band aus Amsterdam auf die Ohren, die sich gar nicht so schlecht machen würde neben einer Reihe von Bands überwiegend des letzten Jahrzehnts wie z.B. Sauna Youth, Hamer, Ex-Cult, Clamm und Shitty Life, plus einer Messerspitze von rostigem Post Punk á la Constant Mongrel in Isolation.

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Beta Máximo – A Cuchillo

Der Scheiß wird einfach immer besser! Nachdem die erst kürzlich erschienene letzte EP der besten spanischen Schießbude für Egg-mäßigen Noise Pop und Garage Punk ein absolut beachtliches Wachstum der Band insbesondere in Sachen Songwriting offenbarte, zeigt die Kurve auch auf der neuesten EP weiterhin aufwärts. Nachdem die ersten drei Songs ihren patentierten Dopaminrausch mit mehr Punch und Schmackes als je zuvor abliefern, markiert der melancholische Track Vuelan Buitres einen signifikanten Richtungswechsel für die restlichen Songs, die sich vergleichsweise leichtfüßig und verspielt geben, dabei aber kein bisschen weniger verzaubernd sind.

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Kerosene Kream – Buying Time

Die neueste EP von Kerosene Kream aus Stockholm scheint der Sache langsam näher zu kommen, die Vision der Band zu verwirklichen, indem man die anfängliche Eggpunk-Ästhetik weitgehend zu den Akten legt zugunsten einer stärker Psych-lastigen Spielart des Garage Punk, die konstant hin und her pendelt zwischen der unschuldigeren britischen Schule und den ungleich dunkleren, drogeninduzierten Tendenzen des US Acid Rock. Insgesamt eine Mischung, der man gewisse Ähnlichkeiten zu so Bands wie Pow!, Mononegatives order – kürzlich erst – Electric Prawns 2 zuschreiben kann. Zeitweise mag das Songwriting etwas einfach gestrickt rüberkommen, wenn etwa Songs wie Mindkiller und Psychedelic Ranger doch dem sehr nahe kommen, was man im Volksmund als ein „Traditional“ bezeichnen mag. Aber hey, das Ergebnis ist worauf’s ankommt und dem mangelt es keineswegs an Schlagkraft.

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