Scared Of Chaka – Bated Breath

Bated Breath /​ Nobody 7″ erscheint am 6. September auf Slovenly Recordings

Electric Prawns 2 – Rock and Roll’s Greatest Hits

Die Nachfolge-LP zu dem sperrigen Brocken von einem über zwei Stunden, 89 Tracks langen 2023er Machwerk Prawn Static For Porn Addicts von Electric Prawns 2 aus Moffat Beach, Australien fällt zwar schon ungleich kompakter ausm hat aber für aktuelle Garage-/Eggpunk-Verhältnisse immer noch großzügige fünfzehn freimütig Genre-Hopping betreibende Songs unter der Haube, die erneut die ungezügelte kreative Triebkraft dieser Band unter Beweis stellen. Der Opener Reflection glitzert mit einem familiären Vibe aus neonfarbener Psychedelia, den man so ähnlich auch bei so Bands wie Mononegatives oder Pow wiederfinden mag, oder vielleicht hat’s auch einen Hauch von Isotope Soap? Was folgt ist ein endloses Feuerwerk aus all-killer-no-filler-Songkanonen von beachtlicher stilistischer Vielfalt, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten an so verschiedene Bands wie Ghoulies, Billiam, Nick Normal, Alien Nosejob, Erik Nervous oder Busted Head Racket zu erinnern vermögen, um nur eine Handvoll zu nennen. Das allerbeste sparen sie sich aber bis zum Schluss auf in Form des Rausschmeißer-Tracks Who I Am, der eindrucksvoll das Breitwand-Drama etwa von Wipers‘ Youth Of America oder God’s Garage-One Hit Wonder My Pal herunterkondensiert zu einer ultrakompakten Hook-Orgie á la Split System. Holy shit, was ging denn da ab?

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Winky Frown – ;(

Hier kommt noch ein würdiger kleiner Eintrag in die Annalen des zeitgenössischen Eggpunk, der auf den ersten Blick vielleicht etwas zu simpel und konventionell wirken mag, bei genauerer Betrachtung aber eine unerwartet dichte Substanz offenbart. Der Krempel hat für mich etwas von einer Kreuzung aus dem quirligen Klugscheißer-Post Punk von Landowner mit den schnörkellosen Punk-Miniaturen jenes Typen, der unter anderem als Zhoop/Nightman/Brundle/RONi/etc. bekannt ist, genetisch adaptiert um in den unwahrscheinlichen Verhältnissen eines stark Egg-versifften Umfelds zu überleben.

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Poison Ruïn – Confrere

Nun, ich bin sicher die göttlichen Overlords des Dungeon Punk-Genres bedürfen hier inzwischen keiner besonderen Einführung mehr. Die Songs ihrer neuesten EP lassen klar ein Bestreben erkennen, die Klangpalette und die Grenzen ihres ureigenen Subgenres auszuweiten, was in einem ganz geringfügig gedämpft klingenden Gesamtbild resultiert, das einige von den melodisch-hymnischen Kampfschreien gegen ungleich melancholischere Post Punk-Vibes eintauscht etwa in Songs wie Attrition und Sanctuary. Insgesamt also eine Platte, die etwas weniger vollgepackt ist mit offensichtlichen Hits, wenngleich auch Execute und der Titeltrack Confrere zukünftig ganz bestimmt hoch unter den definitiven Publikumsfavoriten rangieren werden. Und überhaupt, macht euch jetzt keine allzu großen Sorgen um die Band, denn alles hier hat die von ihnen gewohnte Klasse und genau wie bei vergangenen Releases, wachsen einem auch diese Songs ausgesprochen schnell ans Herz.

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Jacket Burner – Terminal Depression

Die Nachfolge-LP zur im Winter erschienenen, netten ersten EP (die kürzlich auch als Tape auf Goodbye Boozy wiederveröffentlicht wurde) dieser Band fackelt nicht lange herum und lässt ganz kurz angebunden zehn weitere von diesen dummen, primitiven Garage Punk-Geschossen ohne überflüssigen Bullshit ab, die sich komfortabel in den Fußstapfen von so einschlägigen Größen wie Buck Biloxi, Bart and the Brats, Giorgio Murderer and frühen Sick Thoughts bewegen. Dementer Spaß für unausgeglichene Gemüter. Nicht mehr und nicht weniger… man weiß halt was man tut hier.

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Cammy Cautious and the Wrestlers – CCATW

Die arschtretende neue EP dieser Band aus Sydney liefert Qualitätsware in Sachen kratzbürstigen Punkrocks, der Elemente aus Wipers-artigem Post Punk, ausgefuzztem Garage Punk, etwas Raketengetriebenem, Hot Snakes-infiziertem Postcore und einer leichten Spur von klassischem australischen First-Wave-Punk zu einem Gesamtwerk verwebt, dessen spezifische Qualitäten mich an ein absolut hochkarätiges Bündel aus Female-Fronted Punk-Angelegenheiten dieses und des vergangenen Jahrzehnts erinnert, das unter anderem die unbändigen kreativen Energien von so Bands wie Vexx, Fugitive Bubble, Warp, Dots, Gen Pop, Warm Bodies und Skin Tags beinhaltet.


Easers – Easers

Die 2020 erschienene letzte Kassette – ebenfalls via Painters Tapes – dieser Band aus Grand Rapids, Michigan war ja mal eine außergewöhnlich kräftige Detonation und jetzt ist ein Nachfolger da, der schlicht mehr von der gleichen Qualität liefert in Form von zwölf neuen, kraftvollen und vage Hardcore-Injizierten Garage Punk-Attacken, die sich gar nicht erst an etwas schlauem versuchen und stattdessen mit reichlich dummem Spaß voll ins Schwarze treffen, nicht zuletzt dank einer verwandten Energie zu so Krempel wie Ex-Cult, Sauna Youth, frühen Teenanger, The Cowboy, Protruders oder Shitty Life in ganz unterschiedlichen Augenblicken.

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