Hugayz – Minglez and Jinglez

Die Band aus Krakau, Polen ist schon vor längerer Zeit in mein Blickfeld geraten mit einer schön quirligen Debüt-EP in 2021 und einem noch etwas bemüht klingenden Nachfolger im letzten Jahr. Mit ihrer neuesten Veröffentlichung bringen Hugayz jetzt ihr bislang rundestes Songbündel zu Gehör, ein kräftiges Feuerwerk aus moderat bekloppter, unvorhersehbarer Garage- und Eggpunk-Vorzugsware, die an der einen oder anderen Stelle an so Genre-Größen wie Prison Affair, Finale, Beer, Goblin Daycare, Autobahns erinnert, ja soger eine Spur von Snooper versteckt sich da noch irgendwo zwischen all dem Gerümpel.

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Demo Rally – Volumen 1

Hochwertiger Stoff mal wieder vom zuverlässigen spanischen Spezialisten für eigenwilligen Post Punk, Flexidiscos. Auf ihrer Debüt-LP beschwört die Band aus Valencia, Spanien einen mehr als beachtlichen Sturm herauf aus schlauem, verwinkeltem, jedoch niemals ermüdend wirkendem Lärm, die ein bisschen so rüberkommt wie eine Verschmelzung der No Wave-igen Noise Rock / Post Punk-Abstraktionen von Spray Paint mit einer ganzen Reihe verwandter Genre-Grenzgänger wie etwa die gewundenen, ineinander greifenden Garage Punk-Grooves von Uranium Club, Reality Group und Vintage Crop einerseits, aber auch den exzentrischen Post Punk-Konstrukten von so Bands wie Rolex, Knowso, Meal, Exit Group, frühen Marbled Eye und Patti. Das alles fühlt sich dabe viel weniger bemüht und eingängiger an als man so erwarten würde, vorangetrieben mit unaufhaltsamem Drive, ökonomisch und punktgenau konzentriert angewandter Energie.

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Narkose – Überleben Koexistenz

Ein kleines Paradox, diese berliner Band, die hier einerseits eins der am meisten "Berlin" klingenden Alben seit langem abgeliefert hat, für die ich dann aber doch keine so wirklich passende Entsprechung in jüngerer Zeit finde. Der beste Vergleich, der mir da einfällt wären wohl Hyäne und ihre zwei saustarken EPs plus eine ebenbürtige LP, die sie zwischen 2016-2018 von der Leine gelassen haben, wenngleich das Zeug hier sich hier aber noch ein ganzes Stück roher, oldschooliger, primitiver anfühlt, stärker verankert in einem '80er Punk- und Hardcore-Hintergrund. Trotz all dem würde ich mal sagen dass Freunde von so Bands wie Die Verlierer, Kalte Hand, Maske, Pigeon and Gesture auch dieser Platte bestimmt nicht abgeneigt sind, denn irgendein roter Faden, so vage und undefiniert er auch sein mag, zieht sich durch alle davon.

*edit*
In der langjährigen Tradition dass ich manchmal einfach schlecht informiertes, dummes Gewäsch schreibe, stellt sich heraus, dass die Band mal so gar nicht aus Berlin kommt (nur das Label) sondern nicht weit von meiner eigenen Haustür irgendwo im Ruhrpott. Na kein Wunder dass die so angepisst sind. Es bleibt spannend: Was wird mein nächster Griff ins Klo? Stay tuned!

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Exwhite – Balkan Tour Tape

Wer die (nichtsdestotrotz ausgezeichnete) letzte LP von Exwhite aus Leipzig und Berlin ein bisschen zu aufgeräumt, konventionell und sauber produziert fand, den wird diese neue Kassette sicher wieder versöhnen, denn das ist eine wunderbar hyperaktiv lärmende, göttliche Schweinerei angerichtet von einer Band, die ihren kreativen Launen freien Lauf lässt in dreißig chaotischen Minuten aus "found-sound"-Interludes, krudem Humor und reichlich amtlichen Bangern inmitten dieses Durcheinanders, das wieder in etwa den verspulten Level erreicht auf einer Höhe mit ihrer schwer zu toppenden 2022er Estray LP.

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Rude Television – Disconnect

Keine unangenehmen Überraschungen hier, die neueste EP der Band aus West Palm Beach, Florida ist erneut ein kräftiges Geschoss aus catchy Egg-mäßiger Garage Punk-Exzellenz und eine alternativlose Maßnahme für Freunde von ählichem Scheiß á la Gee Tee, Erik Nervous, Set-Top Box, Satanic Togas, Power Pants oder Tommy Cossack & The Degenerators. Rat Bastard wird als zukünftiger Genre-Klassiker in die Geschichte eingehen, wenn ihr mich fragt. Aber mich fragt ja keiner.

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Titanium Exposé – Disorders

Das Debüt-Tape auf Goodbye Boozy von dieser Band aus Haarlem, Niederlande ist ausgezeichneter Nachschub an Egg-mäßigem, unwuchtigem Garage Punk-Chaos, das in etwa so klingt wie Synth-Infizierte Uranium Club in den etwas straffer strukturierten Songs, während in anderen Momenten ein Level an schrulliger Kreativität erreicht wird auf einer Höhe mit so schweren Fällen wie Checkpoint, Pressure Pin, Liquid Face, Skull Cult und Belly Jelly.

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Winky Frown – ;(ii

Wie schon auf ihrer ersten EP lädt die Band aus Ottawa, Ontario hier einen flotten Batzen von schrulligen Eggpunk-Tunes ab, die auf den ersten Blick recht sauber in die etablierte Genre-Schablone passen gemeinsam mit so Bands wie Clarko, Prison Affair, Beer, Beta Maximo und Smirk als offensichtliche Vergleiche. Bei aufmerksamer Betrachtung, enthüllen sich aber auch ungleich tiefer gehende Qualitäten, die nicht zuletzt so einigem erstklassigen Songhandwerk, reichlich eingängigen Hooks und einer Fülle von schrägen Einfällen geschuldet sind. Diese Band trotzt erfolgreich ihrer eigenen Gewichtsklasse mit tonnenweise musikalischer Substanz als fester Anker für die verschrobene Ästhetik, mit deutlich mehr Aufwand unter der Haube als man es für ein übliches Egg-Artefakt für nötig halten würde.

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Hyperdog – Tales From The Mountain

Hyperdog aus Linz, Österreich tummeln sich jetzt schon eine Zeit lang auf meinem Radar anlässlich einer sehr netten Debüt-EP und zwei gar nicht so lausigen Demos im Laufe der letzten zwei Jahre, wobei ihre Formel aber noch nie so gut aufging wie auf dieser neuen Kassette via Goodbye Boozy Records. Fuzziger Garage Punk ist das, mit stellenweise uncharakteristisch relaxten Tempos und einer glitzernd psychedelischen Oberfläche, die mich unter anderem sehr stark an die satten Noise Pop-Farbexplosionen von Beta Máximo erinnern.

Yacht Fire – Yacht Fire

Die Band aus Portland entzückt auf ihrer Debüt-EP mit einem mühelos coolen Sound zwischen Garage- und Fuzz Punk, der sich abwechselt im Spektrum von melodischen Noise Pop-Songperlen die etwa an primitivere Varianten von frühen No Age, Terry Malts, Male Bonding, Why Bother?, The Wind Ups oder Deletions erinnern, sowie zwei noch mal deutlich simpler gestrickten Brocken die mich an Buck Biloxi, Lumpy and the Dumpers, Giorgio Murderer, Bart and the Brats und diesen Zhoop/Djinn/Feed/etc-Hansel denken lassen. Den Abschluss macht ein netter Akustik-Song, der sich ebenfalls keine Blöße gibt.

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Eye Ball – Rubber Hammers

Diese Band unbestimmter Herkunft hat sich bisher schon immer angenehm kurz gefasst und Teil drei in einer Serie von digitalen 2-Track Singles hält weiter an dieser Tugend fest, begeistert dabei erneut mit zwei perfekt ausgeführten kleinen Detonationen des unverschämt eingängigen Garage Punks, die sich Freunde von so Zeug im Fahrwasser von Marked Men, Radioactivity, Sonic Avenues, Cheap Whine and frühen Sweet Reaper keinesfalls entgehen lassen sollten.