Horror-/Dungeon-affiner Garage Punk aus Houston. Ausgebombt, moderig riechend und ausgesprochen grob, erinnert mich dieser Scheiß an so Größen wie frühe Strange Attractor, Neo Neos, Lumpy & The Dumpers, Stinkhole und Research Reactor Corp. Alles davon klingt wie Musik in meine Ohren, auf jeden Fall mehr als was du vermutlich gerade hörst.
Diese schon recht lange bestehende, aber ausgesprochen langsam agierende Band aus dem niederländischen Breda habe ich bisher weitgehend (zu unrecht) ignoriert aber umso kraftvoller katapultieren sie sich dafür jetzt auf meinen Radar mit ihrer dritten und fraglos stärksten LP, auf der sie ausgesprochen potente Songwriting-Qualitäten in eine sehr wandlungsfähige Klangästhetik verfrachten, die irgendwo zwischen oldschooligem, manchmal psychedelischem Garage- und Fuzz Punk, sägendem Noise- und Power Pop sowie auch einigen pulsierenden Elektropunk-Ausbrüchen alterniert. Zugegeben, zwei mal feuern sie für meinen Geschmack daneben wenn sie sich etwas zu weit in überzuckertes oh-so-fucking-twee ASMR-Territorium begeben aber hey, zehn von zwölf ist doch mal eine durchaus respektable Trefferquote und in den besten Momenten klingt das für mich nach einer sehr garagigen Version der frühen Fastbacks.
Neuer Scheiß von Midgee? Super, da nehm ich zwei von. Oh, und neue Songs von Electric Prawns 2 obendrein? Halts Maul und nimm mein Geld! Midgee aus Melbourne beweisen sich hier erneut als eine sichere Bank für Fans von verspulter Synth-/Garage-/Eggpunk-Qualität im Fahrwasser von so Bands wie Prison Affair, Nuts, Set-Top Box oder Beer. Ungleich ambitionierter und variabler kommen dann die vier Songs der Garage-Sensation Electric Prawns 2 aus Moffat Beach rüber, wobei sie sich hier überwiegend auf der sonnigen Seite ihres musikalischen Spektrums bewegen in einem saumäßig eingängigen Bündel von kompakten Smashern die unter anderem ähnliche Tugenden und Qualitäten aufweisen wie man sie etwa auf den Jüngsten Billiam-Veröffentlichungen oder manchen Alien Nosejob-Platten vermuten würde.
Die vierte EP von Piss Wizard aus Melbourne vereint ihre bislang am wenigsten schrottigen Produktionswerte mit ihrem stärksten Bündel neuer Tunes soweit, in ihrem patentierten und abartig rohen Mix aus Fuzz- und Hardcore Punk mit Garagengeschmack, den sie darüber hinaus noch mit reichlich Surf-Twang, Rockabilly-Gitarrenleads und Noise-verseuchten Texturen ausstatten. Der Scheiß kommt so kränklich, stinkend und hochansteckend rüber dass es ein einziger perverser Spaß ist.
Die Debüt-EP dieser Band aus Brisbane entzückt mit vier energischen Detonationen aus schnörkellosem Garage Punk/-core, einem Hauch von Death Rock im ersten und letzten Track, einen deutlichen Protopunk-Unterton und einem konstanten Einfluss von '70er/'80er Cock Rock - eine etwas unwirkliche Mischung die mich besonders an so Bands wie Cement Shoes, Golden Pelicans, Tarantüla, Flea Collar, Polute und das frühe Zeug von Electric Chair erinnert.
The Dumpies aus Astoria, Oregon sind schon eine Weile unterwegs und waren von Anfang an eine durchweg liebenswerte Angelegenheit, aber haben meines Erachtens erst vor kurzem einen gewaltigen Qualitätssprung signalisiert in Sachen Energie, stilistischer Vielfalt und Songwriting-Potenzial mit ihren Songs auf der Split EP mit Night Court (von denen die meisten hier nochmal vertreten sind). Ein Versprechen, das sie ohne Zweifel einlösen auf dieser unglaublichen neuen LP, auf der sie endlose Iterationen durchspielen von Powerpop-infiziertem (Garage-)Punk, melacholischen Indierockern und auch zahlreichen Attacken von quergedachtem Hardcore Punk in einem einzigen, bemerkenswerten Ausbruch von ungezügelter Kreativität, krudem Humor und exzentrischen Fixierungen. Da ist nicht ein Partikel von Füllmaterial in diesen satten 19 Songs, von denen keiner sein Ziel verfehlt.
Dieses vorzüglich Popo tretende Debütalbum von Brian Alchamaa aka Outside View aus Austin, Texas hat ein sattes all-killer-no-filler 15-Song-Paket für uns auf Lager aus teilweise Synth-veredelten, geringfügig Richtung '77 tendierenden Garage-Ohrwürmern, von denen einige an den Simplizismus von Buck Biloxi, The Spits, Bart and the Brats erinnern, andere hingegen an die glitzernden Hymnen von so Bands wie Why Bother?, Deletions, Digital Leather und Lost Sounds.
Nach der Debüt-LP, einem überfließenden Fass von purem Power Pop-Spaß dieses Australiers, der auch in so hochgeschätzten Bands wie R.M.F.C. und Gee Tee mitmischt, transportiert sein neuestes Album mehr vom gleichen guten Stoff aber zeigt gleichsam auch ein Wachstum als Songwriter und eine neue Liebe zum Detail. Wo auf dem Vorgänger die Songs stellenweise noch etwas gleichförmig und klinisch klangen, strahlen seine Songkünste hier umso heller und vielfältiger, wozu auch eine durchweg angemessene Produktion beiträgt (nicht zuletzt: echtes Schlagzeug statt Drum Machine), die genau die richtige Balance trifft zwischen Dreck und Feinschliff um seine simplen Garage-/Fuzz Pop-Melodien vor Freude und Energie Funken sprühen lassen.
Für meinen Geschmack waren bisherige Veröffentlichungen von Why Bother? aus Mason City, Iowa häufig etwas durchwachsen, wobei die unbestreitbaren Highlights aber duchaus für jeden Song zu entschädigen wussten, in denen das Songwriting einen Tacken zu halbgar war oder die Performance nicht so recht zünden wollte. Mit der Zeit hat sich ihre Hits-zu-Fehlzündungs-Rate aber klar verbessert und ihr neuester Langspieler liefert ihr bislang stärkstes Set an saumäßig eingängigen Ohrwürmern ab, das wie üblich Elemente von ausgesprochen simplen '77er Vibes, Bruchstücken von Power Pop und auch reichlich an kontemporärem Garage- und Synth Punk zu einem beeindruckenden Feuerwerk aus unaufhaltsamen Hooks und Melodien verschmilzt, dem es dabei auch keineswegs an stilistischer Breite mangelt.
Dieses schnuckelige neue Tape einer Band aus Los Angeles hat für uns eine Ladung des so lärmigen wie auch hyperaktiven Synth-/Electro Punks, der sich irgendwie vage nach Klassikern der '70er und '80er anhört aber dann doch keine ganz treffende Ensprechung in jener Ära findet, wobei ich aber sagen würde dass Primitive Calculators und Nervous Gender keine ganz abwegigen Vergleiche wären. Darüber hinaus kann man auch gut Parallelen ziehen zu einer Reihe ziemlich unterschiedlicher jüngerer Bands wie Lost Packages, ISS, Spyroids, Skull Cult und Freak Genes, plus eine Prise von hybridem Garage-/Post Punk á la Tyvek und Shark Toys in gitarrenlastigeren Tracks wie Ford Branca.