Seit der schon durchweg schmackhaften selbstbetitelten EP im letzten Jahr hat diese Band aus Los Angeles definitiv sehr fleißig ihre Operationen konsolidiert und gestrafft, was sich hier in einer noch mal deutlich kräftigeren, konzentrierten Attacke ihres elektrifizierten Punklärms äußert, der sich irgendwo zwischen den Parametern von Garage-, Hardcore- und Eggpunk bewegt und auf mich wirkt wie ein unförmiger Frankensteinbastard, für den etwa die rohen Gewalten von Arse und 2 Stroke verschweißt werden mit dem Noise-/Fuzz-/Garage Punk von S.B.F. und was auch immer der berüchtigte Zhoop/Djinn/Brundle/RONi/etc…-Komplex gerade wieder auf dem Kerbholz hat.
Nach der schon äußerst neugierig machenden Teaser-EP von einigen Wochen bekommen wir jetzt endlich das Langspieldebüt der Dungeon Punk-Zauberer aus Karlsruhe in voller Länge zu hören und meine Fresse, fegt das mal alles weg! Die Mischung aus Neuaufnahmen von Songs, die bereits vom letztjährigen Demo geläufig sind und absolut ebenbürtigem neuem Material wird hier zu einem atemlosen Ritt verwebt, dessen maximal schmuddelige und verhallte, zwischen lo- mid-fi rangierende Produktion, die ein bisschen so klingt als hätte man Dreck in irgendeinem Parkhaus aufgenommen, hier einfach so perfekt sitzt wie Arsch auf Eimer. Da gibt es tonnenweise funkelnder Psychedelia zu verorten im Opener Locket, simple und primitive Protopunk-Energie in Tear It Up, während Songs wie As Loud As Me und My Dawn mit unerwartet melodischen Lichtblitzen daherkommen, was im letzteren Fall durchaus etwas an die frühen The Men erinnern mag. Den Kontrast dazu setzen die beiden Hardcore-meets-Motörpunk-Attacken in Give Me Beat und All This Heat sowie die oldschool Sabbath-Überreste, die sie etwa in Suppression mit einer guten Ladung an Space Rock-Exzess á la späte Destruction Unit verschweißen. Die Dungeon Punk-Hymne Fomo Boy hat natürlich immer noch die gleiche Zerstörungskraft wie wir sie auf dem Demo erlebt haben und der darauf folgende neue Track Inte Mer Hem folgt ganz nahtlos in dessen Fußstapfen. Fickt mich, geht die Scheiße ab!
Nun, es gibt ja mal Bands mit arg unzuverlässiger Qualitätskontrolle aber auch solche, die weise den Verschnitt von ihren subszanzielleren Kreationen zu unterscheiden verstehen. Und dann ist da noch die seltene dritte Sorte, die eigentlich keine verfickte Qualitätskontrolle nötig hat, weil scheinbar irgendwie jedes Stück Scheiße das sie anfassen sich wundersam in Gold verwandelt. Diese neue Compilation gespeist aus dem Abfalleimer der Garage-/Synth-/Eggpunk-Institution aus Portland ist ein duchaus überzeugendes Argument dafür, dass es sich bei Cherry Cheeks um eine jener letztgenannten Bands handelt, denn was bei denen als Krümel und Überreste vom Tisch fällt, sollte so einige Acts noch locker vor Neid platzen lassen. Klar, das Gesamtergebnis ist ein gutes Stück schräger, fragmentierter und chaotischer als die regulären Releases, aber dabei auch kein bisschen weniger aufregend, abwechslungsreich und mitreißend!
Die Band aus Newcastle, Australien platziert vier ganz ausgezeichnet knallende Ladungen des vage Egg-mäßigen, Noise-lastigen Garage Punk von durchweg hohem Energielevel auf ihrer ersten EP, die definitiv einige nervöse Zuckungen bei denen hervorrufen wird, die bereits mit so Phänomenen wie etwa S.B.F., Kerozine, Factory City Children, Witch Piss, Cthtr, Feeding Tube, The Gobs oder Liquid Face vertraut sind… und dahinter braucht sich auch dieser Scheiß nicht verstecken!
Vier durchaus kompetente Garage Punk-Geschosse mit reichlich psychedelischen Obertönen gibt es auf der Debüt-EP einer Band aus Amsterdam auf die Ohren, die sich gar nicht so schlecht machen würde neben einer Reihe von Bands überwiegend des letzten Jahrzehnts wie z.B. Sauna Youth, Hamer, Ex-Cult, Clamm und Shitty Life, plus einer Messerspitze von rostigem Post Punk á la Constant Mongrel in Isolation.
Der Scheiß wird einfach immer besser! Nachdem die erst kürzlich erschienene letzte EP der besten spanischen Schießbude für Egg-mäßigen Noise Pop und Garage Punk ein absolut beachtliches Wachstum der Band insbesondere in Sachen Songwriting offenbarte, zeigt die Kurve auch auf der neuesten EP weiterhin aufwärts. Nachdem die ersten drei Songs ihren patentierten Dopaminrausch mit mehr Punch und Schmackes als je zuvor abliefern, markiert der melancholische Track Vuelan Buitres einen signifikanten Richtungswechsel für die restlichen Songs, die sich vergleichsweise leichtfüßig und verspielt geben, dabei aber kein bisschen weniger verzaubernd sind.
Die neueste EP von Kerosene Kream aus Stockholm scheint der Sache langsam näher zu kommen, die Vision der Band zu verwirklichen, indem man die anfängliche Eggpunk-Ästhetik weitgehend zu den Akten legt zugunsten einer stärker Psych-lastigen Spielart des Garage Punk, die konstant hin und her pendelt zwischen der unschuldigeren britischen Schule und den ungleich dunkleren, drogeninduzierten Tendenzen des US Acid Rock. Insgesamt eine Mischung, der man gewisse Ähnlichkeiten zu so Bands wie Pow!, Mononegatives order – kürzlich erst – Electric Prawns 2 zuschreiben kann. Zeitweise mag das Songwriting etwas einfach gestrickt rüberkommen, wenn etwa Songs wie Mindkiller und Psychedelic Ranger doch dem sehr nahe kommen, was man im Volksmund als ein „Traditional“ bezeichnen mag. Aber hey, das Ergebnis ist worauf’s ankommt und dem mangelt es keineswegs an Schlagkraft.
Das Demo dieser Kalifornier lässt vier maximal rohe und versiffte Brocken des leicht garage-lastigen und noise-verseuchten Hardcorepunks vom Stapel, die mehr als nur ein bisschen von einem freidrehendem Lumpy and the Dumpers- oder The Mentally Ill-Amoklauf channeln. Danach willst du sicher erstmal Duschen. Anders ausgedrückt: Erstklassige, schnörkellose Unterhaltung für unausgeglichene Gemüter.
Zwei junge Bands aus den Niederlanden, die beide bereits ihre Qualitäten im Laufe der vergangenen Monate unter Beweis gestellt haben, machen hier gemeinsame Sache auf einer netten Split-EP. Die Chaoten von Achterlicht aus Haarlem liefern dabei ziemlich routiniert zwei neue Egg-/Garage-/Synth Punk-Klopper ab. Schön das, aber No Brains aus Utrecht kommen daraufhin nochmal eine ganzes Nummer energischer rüber, wobei man ein Stück weit das Naked Raygun-mäßige Riffing der Debüt-LP gegen einen deutlich roheren Garage-Vibe eintauscht. Ich finde, auch das steht ihnen ausgesprochen gut.
Vorzügliche Lärmware hier, die irgendwo zwischen den groben Koordinaten von Noise-getränktem Post-, Garage- und Synth Punk ihr Unwesen treibt auf dem Langspieldebüt dieser Band aus Raleigh, North Carolina. Jederzeit grimmig und wütend aber gleichsam auch bis zum Bersten abgefüllt mit gefährlichen Hooks, erinnert mich das Zeug unter anderem äußerst positiv an so Kraftpakete á la Freak Genes, Isotope Soap, Broken Prayer, Powerplant, Kerozine, Cthtr, Beef und S.B.F..