Snarewaves – DIY / Snarewaves

irgendwie unvermeidbar, dass jetzt schon wieder zwei neue Snarewaves-Veröffentlichungen am Start sind! Nicht nur lief vor ein paar Wochen eine neue digitale EP vom Stapel, sondern es gibt auch schon eine exakt eine Minute lange neue Cassingle aus dem Hause Knuckels On Stun, bei der ihr euch selbst überlegen müsst ob es euch das jetzt wert ist, viereinhalb US Dollar für das Laufzeit-Äquivalent von drei Fünfteln einer durchschnittlichen Punknummer hinzulegen. Wie dem auch sei, das ist gewohnt exzellenter Scheiß, dieser neue Stapel von exzentrischen und durchgebrannten Garage-/Synth-/Elektropunk-Lärmausbrüchen, die genau so einfach gestrickt sind wie auch catchy und explosiv.

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JJ Sizza – New, Old… New Again

Okay... wenn ich mich nicht irre handelt es sich bei diesem neuen Projekt aus Melbourne um einen Typen, der sonst bei Dr. Sure's Unusual Practice und Kitchen People seine Finger drin hat und auf seiner seine Debüt-LP unter dem Alias JJ Sizza kreiert der einen Garage-/Synth Punk-Sound, der rüberkommt wie ein perfekter Mittelweg zwischen etwas älterer Ausmuteants-Schule und einem sich aktueller anfühlenden Egg-Vibe. Der Scheiß bleibt hängen, weil er alle magischen catchy Song-Tugenden an Bord hat die es dafür braucht. Nichts neues unter der Sonne also, aber nichtsdestotrotz tonnenweise berauschende Qualitätsware ohne nennenswerte Schwachpunkte!

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Apéro – Cold Drinks, Cool Snacks

Diese Hamburger Band kreiert spaßige, kurze und zackige kleine Garage-/Synth-/Eggpunk-Lärmattacken, die sich zwar nicht allzu sehr von etablierten Genre-Strickmustern entfernen aber dafür alles so verdammt richtig machen als wären sie schon uraltes Eggpunk-Inventar, so wie sie hier absolut routiniert eine Vielfalt an Genre-Manövern und -Iterationen durchexerzieren von denen man denkt sie irgendwo schon mal gehört zu haben, sich ihrer ansteckenden Energie aber dennoch schwer entziehen kann. Ich sag mal Freunde von so Scheiß á la Beer, Media Puzzle, Winky Frown, Prison Affair, Set Top Box, Ghoulies oder Goblin Daycare können auch hiermit nicht viel falsch machen.

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Big&Heavy – BIG$BIG$HEAVY

Exquisit auf die Scheiße hauender Electro Punk aus Portland, Oregon, der eine perfekte Balance zwischen grober Oberfläche und eingängigen Hooks erzielt. Unmittelbar erinnert mich das ein bisschen an eine weniger abgehackte Veriante der Snarewaves aus Lansing, Michigan, insbesondere in Bezug auf ihre allgemeine Amiga 500 Tracker-mäßige Lo-Fi Sample Punk-Ästhetik, aber fast genau so gut würde auch Synth Punk-Vikinger Klint als Vergleich herhalten oder schon etwas ältere Phänomene wie ISS aus North Carolina oder die Berliner Heavy Metal.

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Metdog – One For The Kids

Metdog aus Melbourne haben ihren Status als einer der wesentlichen Mitspieler der aktuellen Garage-/Synth-/Eggpunk-Szene zementiert mir ihrer ganz schön hirnverbrannten letztjährigen LP Questions and Answers Regarding Computers and Screens. Auf ihrem neuesten Langspieler nehmen sie sich mit den Schrägheiten allerdings ein kleines bisschen zurück im Vergleich und ich würde sagen dass das auch keine allzu schlechte Idee ist, denn ein zweiter Aufguss von jenem '90er-Jahre- IT und das frühe Web thematisierenden Irrsinn und der dazu passenden, arg nach General MIDI müffelnden Klangästhetik würde sicher nicht noch einmal so gut landen. Stattdessen bekommen wir also einen etwas geradlinigeren und windschnittigeren Haufen von alamierend eingängigen Garage-Tunes präsentiert, die trotz allem noch immer einen ordentlichen Dachschaden aufweisen, nur damit ihr nicht denkt es würde hier auch nur ansatzweise ernst zugehen. Wie auch immer, das ist ganz klar ihre substantiellste Veröffentlichung bisher, aufgewertet von einem angemessenen Wachstum in den Songwriting-Qualitäten ohne dabei allzu viel von seiner allgemeinen Verspieltheit und Unberechenbarkeit auf der Strecke zu lassen.

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Shrinkwrap Killers – Feed The Clones Pt. 2

Mit dem Nachfolger zur exzellenten 2023er LP Feed The Clones Pt. 1 - auf welcher sie erstmals ihr volles Potenzial verwirklicht haben wenn ihr mich fragt - schraubt die Band aus Oakland jetzt nicht groß herum an ihrer spezifischen Formel, wie ja auch schon das "Pt.2" im Titel von Anfang an suggeriert. Das geht aber auch sowas von klar für mich, denn da war ja auch schon vorher nichts an ihrem Sound, was gefixt werden müsste und das hier versammelte Songmaterial ist erneut überwiegend hochwertiger Scheiß, auch wenn es sich hier zugegebenermaßen gefühlt eher um eine EP voller echter Hits handelt, die sich ihren Platz teilen müssen mit einer Anzahl größer als Null von langsameren, abstrakt-atmosphärischen Stücken, die teilweise schon eher als glorifiziertes Interlude-Material zu klassifizieren sind. Nichtsdestotrotz ist das essenzielles neues Futter für Kenner des dementen Horror-/Garage-/Synth Punk mit starkem Spits-Beigeschmack.

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The Gobs – Obsgay Uleray

Neue Gobs! Was soll ich zu denen noch neues sagen? Wenn du sie noch nicht kanntest, kennst du sie jetzt! Die Band aus Olympia, Washington untermauert hier ein weiteres mal ihren bombenfesten Status als die gegenwärtigen Könige des schnörkellosen, ausgefuzzten, noise-verseuchten und temporeichen Garage Punk mit einem weiteren makellosen Bündel exquisit knallender Schallwaffen.

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Snarewaves – I’d Rather Die Than Be On Linkedin + Huff / Alien

Snarewaves aus Lansing, Michigan veröffentlichen ziemlich viel Musik, weshalb man es mir nachsehen mag wenn ich nicht jedes mal darüber poste, wenn der Typ eine weitere zwei Minuten lange EP abliefert. Jetzt bietet sich der Moment aber mal wieder an, wurde doch gerade die erstmals vor einigen Wochen erschieneneI'd Rather Die Than Be On Linkedin EP zu einer 12-Song Mini-LP erweitert mit einer ungeheuerlich monumentalen Laufzeit von sechseinhalb Minuten! Und obendrein haben Snarewaves jetzt auch schon eine neue 2-Track-Single nachgeliefert die, so vermute ich es zumindest, auch noch zu etwas größeren anwachsen wird. Snarewaves-Platten sind iterativ, das sind wir inzwischen gewohnt. Und was soll ich sagen, ihre Musik ergibt für mich immer mehr Sinn, wenn sie gebündelt kommt und ihre superkurzen Lo-Fi Elektropunk-Eruptionen sich zu einer abgehackten kleinen Operette zusammenfügen. Noch immer klingt der Scheiß wie wenig andere Bands der Gegenwart - ein Sound der unter anderem jüngere Garage Punk-Zeiterscheinungen mit oldschooligen Hardcore-Stilmitteln vermengt und durch den Sample-Fleischwolf von altertümlichen Amiga 500 Tracker-Files zwingt. Die einzige zumindest oberflächlich verwandte Referenz die mir spontan dazu einfällt wäre aktuell das Schaffen des Schleswiger Synth Punk-Vikingers Klint.

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Media Puzzle – Intermission

Ich glaube ich habe Media Puzzle aus Lismore, Australien bisher noch nie das volle Spotlight hier gegeben, was ehrlich gesagt ziemlich kriminell ist, ist der Typ inzwischen doch eine ziemlich konstante Präsenz an der Eggpunk-Peripherie seit nahezu zwei Jahren und obwohl er sich oberflächlich betrachtet recht nah an den etablierten Genre-Strickmustern zu orientieren scheint, hat er mit der Zeit doch eine durchaus eigene und persönliche Stimme entwickelt. Es ist einfach schwer, sich dem unmittelbaren Charme seiner quirligen Garage Punk-Songs und ansteckenden Hooks zu entziehen.

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Storage Unit – Das Demo

Diese New Yorker Band hat da mal ein irre starkes Debüt abgeliefert mit dieser Kassette auf Popular Affliction Records, die aus allen Nähten platzt von einer ebenso unnachgiebigen wie auch animierenden Energie, die hier zu elf kompakten Lärmausbrüchen aus Garage-, Electro- und Synth Punk verdichtet werden mit einer dissonanten Noise Rock-Kante, aber gleichsam auch ein bisschen von einem Sci-Fi B-Movie-infizierten Spits- oder Stalins Of Sound-Vibe. Ein ausgesprochen sicheres Händchen für einfache aber immer äußerst potente Punk-Hooks und Noise-Texturen, die vereinzelt fast schon ein bisschen Big Black heraufbeschwören, gekoppelt mit pointierten Spritzern aus käsigen, subtil Egg-mäßigen Versatzstücken - besonders ausgeprägt in Faith in Football - und leichten Spuren des eingängigen Garagenlärms á la The Gobs und Sex Mex jeweils in Accelerate und ADHD, sorgen gemeinsam für eine hochentflammbare Mischung, die keine Vergleiche zu scheuen braucht mit einigem vom besten was das Genre in jüngerer Zeit zu bieten hatte wie etwa Exit Mould, Kerozine, Cthtr, De()t, Quitter, Broken Prayer, Molbo, C57BL/6, STDees, The Q-Tips und Spyroids, um nur einige davon zu nennen die mir unmittelbar einfallen.

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