Blaskapelle Chancentod – Pädagogisch Wertvoll

Es wäre jetzt ziemlich einfach, diese Schweizer als nur ein weiteres Artefakt der Kategorie "Pisse und die Folgen" abzuheften, aber dafür arbeitet der Scheiß hier eigentlich auf einem zu hohen Level und steht doch sehr komfortabel auf seinen eigenen Füßen mit genug eigener Identität und Ideen um sie aus der Masse herausstechen zu lassen mit einem Sound, der mir dann auch ein bisschen Internationaler vorkommt wenn mich etwa Rien Pour Moi an so Art Punk-Bands wie Ismatic Guru oder Landowner erinnert oder Animal Farm so einen alten Giorgio Murderer-Vibe aufweist. Wie dem auch sei, den Vergleich mit Pisse werden sie vorerst noch nicht vermeiden können, aber ohne Frage ist das hier für sich genommen eine beeindruckende Debüt-EP und ich bin mehr als gespannt, wohin sich das entwickelt.

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Kerosene Kream – Bye Mom!

Nachdem sie sich mit ihrer 2024er Buying Time EP so richtig in einen deutlich dunkleren Acid Rock-Vibe reingelehnt haben, umschifft auch auch der neueste Kurzspieler der Stockholmer Band weitgehend ihre früheren Eggpunk-Tendenzen, markiert aber doch eine Rückkehr zu etwas leichteren Vibes - so sehr das hier auch nach einem Trip klingt, ist das doch eine durchweg angenehme, farbenfrohe Abfahrt und was auch immer da übrig ist von den '60er psychedelischen Lastern in ihrem catchy Garagenpunk wird jederzeit aufgewogen mit verspielten Synth-Akzenten und verschrobenen Devo-ismen, die mir öfter mal rüberkommen wie ein ungleich sonnigeres Gegenstück zu ihren Stadtnachbarn, der lokalen Synth Punk-Legende Isotope Soap.

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PeeCeeTee – I Can’t Afford To Rock N’ Roll

Die Debüt-EP dieser Band aus Porto, Portugal entzückt mit einer tadellos gleitenden Melange aus Synth-veredeltem Garage Punk, der sich einerseits wie eine willkommene Rückblende zu einer späten 2010er Ära des elektrifizierten, Egg-mäßigen Punk-Deliriums und so Bands der Marke Set Top Box, Research Reactor Corp. anfühlt, und mit weiteren Anklängen an Ausmuteants, S.B.F. und Kid Chrome's schwerer Riffkanone aufwartet, ohne dabei aber den Faden zu einer Reihe von jüngeren Bands zu verlieren wie etwa Beef, The Gobs, Kerozine, Factory City Children und ganz besonders 3D and The Holograms. Also klar, die erfinden hier das Rad nicht neu, aber ungeachtet dessen ist das durchweg spaßiger und mehr als kompetent durchgezogener Scheiß, den Genre-Aficinados sich keinesfalls entgehen lassen sollen.

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Ritalin F.M. – Demo

Brillianter Garage-/Egg-/Synth Punk-Scheiß auf einer tollen Debüt-EP von 'nem Typen oder einer Band aus Montreal, die irgendwie komplett an mir vorbei ging als dieses Tape im Rahmen vom Demo Fest 2025 erstmals erschinenen ist. Nun, hier ist jetzt meine zweite Chance und verdammt, ist das mal guter Scheiß hier! Die Synth-Klänge irgendwo zwischen Kinderkeyboard und Hammond Orgel in den ersten beiden Songs erinnern mich an eine frühere Phase des Egg-Wahnsinns und insbesondere an die beiden Mark Cone-Platten aus den Jahren 2016/'17, woraufhin dann die nächsten beiden mehr von einem stärker elektrischen, Industrial-mäßigen aber dennoch absolut verspielten Feel haben irgendwo zwischen, sagen wir mal, Beef und R. Clown, bevor eine Violet Femmes-Coverversion als Rausschmeißer-Track durchaus plausibel eine primäre Inspiration für den ganzen Krempel nahelegt.

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Isotope Soap – The Century / Rise of The Centaur

Nun, es hat in etwa ein Jahr länger gedauert als versprochen, aber besser spät als nie ist hier eine neue LP von dem Stockholmer Synth Punk-Bollwerk Isotope Soap, das jetzt auch schon grob seit einem Jahrzehnt sein eigenes Ding dreht. Die müssen uns jetzt auch nichts mehr beweisen und liefern einfach ganz routiniert eine weitere Sammlung brillianter, abgespaceter Garage Punk-Feinkost ab, durchsetzt mit den von der Band gewohnten Devo-ismen und eingerahmt von ein paar John Carpenter-mäßigen Instrumentals, die dann noch ihr Übriges tun um die epischen Qualitäten dieses Albums zu unterstreichen.

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Cryogenic Division – Cryogenic Division

Diese Band aus Cleveland, Ohio verwebt so kompakte wie einfach gestrickte Perlen des moderat abgespaceten, eierigen Garage- und Synth Punk zu einem ausgesprochen schicken Gesamtpaket aus melodischem Delirium, das mich an einen recht farbenfrohen Strauß von Bands á la Metdog, The Gobs, SGATV, Sex Mex, Hyperdog, Beta Máximo oder Apero erinnert und der Scheiß hier muss diese Vergleiche mal ganz und gar nicht scheuen, guter Stoff.

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Sex Mex – Down In The Dump Tracks

Sex Mex waren eine echte Konstante in den letzten paar Jahren und eine Bank, wenn es um einfach gestrickten, melodischen Fuzz- und Garage Punk geht, der sich nicht weit aus dem Fenster seiner zeitbewährten Gewinnerformel hinauslehnt aber auch noch nie enttäuscht hat, immer auf Kurs gehalten von der Qualität des Songmaterials und zweifellos handelt es sich bei der neuesten EP um eins der stärksten Bündel, die sie bislang auf uns losgelassen haben - erneut ein schnörkelloser Leckerbissen des Synth-veredelten, euphorischen Garage Pop.

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Shrudd – No Man Is Good Three Times

Über die letzten paar Jahre haben Shrudd aus Loiseville, Kentucky zuverlässig mit jeder neuen Veröffentlichung die eigene Messlatte ein Stück höher gelegt aber ich würde mal sagen, dass ihr erster Langspieler jetzt noch mal in einer ganz anderen Liga spielt, ein bemerkenswerter Sprung vorwärts von allem was zuvor von der Band kam. Nachdem ihr bisheriges Werk sich durch eine Reihe verschiedener Subgenres plünderte, aber dabei fast immer eine gewisse Eggpunk-Qualität beinhaltete, bewegt sich die Band hier deutlich davon weg und der Opener M.M.I.T.L. hat da noch die größte Ähnlichkeit mit diesem gewissen Ghoulies-Vibe, bevor Stagnant als erster Vorbote einer dunkleren, stark psychedelischen Richtung mit Spuren etwa von Useless Eaters, Pow!, Electric Prawns 2 und Mononegatives fungiert. So richtig kommen jene Tendenzen dann aber in Fahrt mit den leicht Powerplant-mäßigen vibes von Bodies. EMT hingegen hat einen klassisch bluesigen, subtil Cowpunk-mäßigen Einschlag, gefolgt von Gift, welcher in den vollen abgespaceten Acid Punk-Overdrive geht. Und so ähnlich geht es weiter, wie die Band hier mit fast jedem Song ihren Klanghorizont ein Stück erweitert - ein weiteres Beispiel einer Band die aufwächst und von ihren bescheidenen Eggpunk-Wurzeln zu neuen Horizonten aufbricht, was Ex-Lumpy Martin Meyer mit Sicherheit stolz und glücklich machen wird. Und mich auch, denn der Scheiß ist einfach verdammt gut.

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Sonic Youth Of Today – SYT 3

Das neue, ganz den Synth-Sounds gewidtmete Projekt Sonic Youth Of Today des Beta Máximo-Typen hat schon wieder alle Anzeichen dafür, ein ähnlich produktives Unterfangen zu werden wie das alte Ding. EP Nummer drei tritt die Sache los mit einer netten Coverversion der größten Fake-Punk-Nummer aller Zeiten und wohl auch eines der essenziellen Eggpunk-Urtexte, Village People's Food Fight, aber der wirkliche Speck sind hier die eigenen Songs, die schlicht und einfach Synth Punk in Bestform sind, so antriebsstark und pulsierend wie auch unwiderstehlich in ihrer catchyness und mit der unverwechselbaren Handschrift ihres Schöpfers.

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Walter Ego – Smoke On The Walter

Neue Eggpunk-Ware erster Güte kommt zu uns von Ein-Mann-Band/Schlafzimmerprojekt Walter Ego aus Aschaffenburg. Wenngleich der Scheiß sich auch klar auch die eine oder andere Scheibe bei etablierten und vertrauten Klangterrorristen á la Prision Affair, Billiam, Beer, Set-Top Box oder Nuts abgeschnitten hat, trifft er dabei aber gleichsam mit jedem Versuch voll ins Schwarze mit einer fachmännisch eingepegelten Mid-Fi-Ästhetik, die geschickt Garagenknusper mit Eggpunk-Sonderlichkeiten balanciert und obendrein sind Race The Alps und insbesondere Forevermore (In The Dungeon) schon jetzt nicht weniger als zertifizierte Instant-Genreklassiker.

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