Die Debüt-EP dieser Band aus Portland ist stilistisch eine ziemlich gemischte, aber durchweg brilliante Tüte. Die ersten zwei Songs gehen in die Richtung von verwinkeltem Garage- und Post Punk, der eine delikate Balance hält zwischen dissonanten Texturen und supereingängigen Hooks wie man es so ähnlich schon von so Bands wie Reality Group, Print Head, frühen R.M.F.C., Exit Group and Beef gehört hat. Technology Discriminates Against The Poor klingt daraufhin ein bisschen nach einer krautigen Variante von Spray Paint kombiniert mit dem spacigen Garage Punk von Mononegatives oder späten Useless Eaters. False Reality erinnert mich am stärksten an den nicht weniger abgespaceten Garagenlärm von Pow!, während Identity einen catchy-quirligen Minimalismus so á la Busted Head Racket oder Daughter Bat and The Lip Stings versprüht. Beat Struggle taucht dann ganz ein in die motorisch-krautigen Vibes bevor die EP ihren angemessen wertigen Abschluss verpasst bekommt mit einer gelungenen Coverversion der alten Niederländer Ivy Green und den walzenden Grooves des Synth Punk-Schwelbrandes Conflict Driven Entertainment.
Ich poste ja eher selten solche Compilations hier weil, ganz ehrlich, die meisten davon doch eine eher durchwachsene Angelegenheit darstellen, aber für diese hier mache ich doch gerne mal eine Ausnahme, wurde sie doch kuratiert von niemand geringerem als see/saw's Evan Minsker und wie daraus im Vorfeld schon zu erwarten war, it das hier qualitativ doch einige Stockwerke über der durchschnittlichen "Schickt mir euren unveröffentlichten Krempel für einen guten Zweck"-Compilation zu verorten, mit einer ultradicht geschichteten Tracklist die sich liest wie ein who is who des aktuellen, internationalen Punkuntergrunds. Das, sowie die Tatsache dass deine 10$-oder-mehr-Spende jenen zugute kommt, die in der Feuerkatastrophe von Los Angeles ihr Hab und Gut und Dach über'm Kopf verloren haben. Klingt nach 'nem Deal, oder?
Manche Bands machen meinen unbezahlten Job als Blogger ziemlich einfach, wie etwa diese Londoner. Die Sache ist nämlich, nu ja... Band existiert weil Typ mag Suicide, so einfach verhält sich das. Und jetzt wo Alan Vega schon fast ein volles Jahrzehnt nicht mehr unter uns weilt, breche ich dankbar das Brot mit jedem kompetenten Ersatzpriester, der das unheilige Feuer am brennen hält. Und was jene angeht, kann man sicher schlechteres wählen als diese rundum adäquate Gedenkzeremonie.
Der Sound dieser Band aus Ciudad López Mateos, Mexiko bleibt auch auf ihrem dritten Demo eine ausgesprochen eigenartige Mischung, selbst im von sich aus schon durchweg farbenfrohen Kontext der gegenwärtigen Eggpunk-Szene und fühlt sich dabei ein bisschen an wie ein Flashback zu den melodischeren Auswüchsen des Punk Rock-Spektrums der mittleren bis späten '80er - frühen Pop Punk-Artefakten, die noch nicht ihre rohe Energie aufgegeben hatten und hier jetzt eine schön angefuzzte LoFi-Spezialbehandlung verpasst bekommen, angereichert um eine maßvolle Dosis charmanter Synth-Action zu einem unwiderstehlichen, melodischen Zuckerrausch.
Wie üblich ist das ein großes Kaliber von einer Split 7", die uns von Italiens bester Adresse für abseitigen Lärm, Goodbye Boozy Records, angespült kommt. Der schleswiger Viking Synth Punk-Maestro Klint begibt sich für seine Tracks darauf in den vollen Hardcore-Modus und lässt drei massive Geschosse in seiner patentierten, abriebstarken Machart vom Stapel, die bei allem Geschepper aber auch saumäßig catchy sind - der gute Mann schießt selten daneben und nach wie vor bleibt sein Sound absolut einzigartig in der gegenwärtigen Punklandschaft. Die andere Seite gibt uns dann vier neue Tracks der Hamburger The Gents, die hier ebenfalls ein gutes Stück roher zur Sache gehen verglichen mit ihrer vorherigen EP in einer substantiellen Attacke aus geradeaus gehendem Garage Punk, nicht ganz unähnlich zu so Zeug wie Bart and The Brats oder The Uglies.
Das ist deutlich mehr Egg- als Cowpunk, womit diesen Band aus Posen, Polen (sagt man jetzt Posener Punk oder Poser Punk dazu?) sowohl die Vernunft als auch alle Sinne überwältigt - denn das hier ist klar eines der abgefahreneren Opfer am Altar des verspielten Irrsinns, die uns das Genre bisher dargebracht hat. Ein bodenloses Fass des unberechenbaren Spaßes, der jederzeit droht in sich zusammenzustürzen oder in Flammen aufzugehen, aber so verdammt anziehend ist so lange er existieren darf. Erinnert mich an einen vielseitiges kleines Bündel von so Bands wie den frühen Skull Cult, Goblin Daycare, Paulo Vicious, Beer, Metdog, Cool Sorcery... and natürlich dürfen auch die spanischen Genre-Overlords Prison Affair nicht unerwähnt bleiben.
Exquisite neue Qualitätsware der leicht abgespaceten Sorte gibt's auf der ersten EP dieser Band aus Singapur, deren Acid-getränkter Nebel aus Garage-, Post- und Synth Punk sich ein bisschen so anfühlt wie eine stärker angepisste Variante von so Bands wie Useless Eaters, Ex-Cult, Pow!, oder Mononegatives, abgerundet mit einer ausgesprochen räudigen Energie in einer Performance, die mich etwa an frühe Strange Attractor erinnert.
Es ist inzwischen über sechs Jahre her, seit wir zuletzt von dieser Band aus Bloomington, Indiana gehört haben, die man inzwischen als gigantischen Einfluss auf die heutige Garage-, Synth- und Eggpunk-Szene ansehen muss. Nachdem Mitglieder in der Zwischenzeit ihre kreativen Energien in so Acts wie Belly Jelly, QQQL, Dummy und Big Hog gesteckt haben, kann ich der nun reaktivierten Band bescheinigen dass der Scheiß besser fluppt als je zuvor und das neue Bündel an Songs zum besten gehört, was sie bisher abgeliefert haben. Zugegeben, das ist alles ein bisschen weniger weird und chaotisch als wir es von ihnen gewohnt sind, aber das wird mehr als ausgeglichen von ausgesprochen widerstandsfähigen, melodischen Songfundamenten und Echos von so Bands wie Tyvek, Marked Men und Lost Sounds in einer bemerkenswert gereiften Platte, die alle klaren Kennzeichen trägt von einer Band, die sich für ein paar Jahre an vielseitigen Projekten zu schaffen gemacht hat und jetzt wo sie wieder zusammen Krach machen, wenden sie das gelernte mit schlafwandlerischer Präzision an, zu einem Ergebnis von müheloser Sprengkraft.
Ziemlich heißer Scheiß, die Debüt-Kassette von irgend so 'nem Typen aus Lansing, Michigan. Das ausgefuzzte Garage Punk-Inferno in Cracked lockt dabei zuerst mal auf eine etwas falsche Fährte, verschiebt sich der Sound in den darauf folgenden Tracks doch mehr in eine Richtung von Noise-verseuchtem Synth Punk und umspannt dabei doch so einiges an stilistischer Bandbreite. Entsprechend mag man sich hier an einen recht bunten Blumenstrauß von Bands aus dem erweiterten Spektrum von Synth-/Electro-/Sample Punk erinnert fühlen wie etwa Beef, ISS, Heavy Metal, Klint, The Garden, Victor, Spyroids, R. Clown, Paulo Vicious und Kerozine.
Erwarte besser mal nichts bahnbrechend neues hier, denn bei Power Pants weiß man immer schon im voraus ziemlich exakt was einen erwartet und sogar die frühen Ramones hatten vermutlich mehr stilistische Bandbreite als diese Band. Und doch verfehlen diese Songs selten ihr Ziel und diese vollends unprätentiöse Formel des eingängigen Garage Punks ist und bleibt ein irrsinnig verlockendes Angebot. Und so lage wir weiterhin regelmäßig so potente Geschosse wie May I Rest oder You're Invited vorgelegt bekommen, werde ich mir auch weiterhin dankbar jede neue Zuckerbombe in den Rachen stopfen, die Power Pants mir vor die Füße werfen. Wuff!