Prettiest Eyes - Vol. 3

Die Vor­gän­ger zum drit­ten Al­bum die­ser Band aus Los An­ge­les hab ich ir­gend­wie ver­schla­fen und muss die gleich mal nach­ho­len, denn was mir jetzt aus den Laut­spre­chern quillt ist ex­qui­sit. Das klingt in et­wa so als hät­te man den psy­che­de­li­schen Syn­th- und Ga­ra­ge­punk der eben­falls auf Cast­le Face be­hei­ma­ten Pow! mit Sui­ci­de und Pu­blic Image Ltd. ge­kreuzt. Oder mit neue­ren Bands wie Wha­te­ver Brains und et­was ge­ring­fü­gi­ger de­ren Nach­fol­ge-Pro­jekt ISS. Um Spu­ren von In­dus­tri­al an­ge­rei­chert. Auch neo­krau­ti­ge Ab­flü­ge und ei­ne klei­ne Dub-Ex­kur­si­on dür­fen mal sein. Oder an­ders aus­ge­drückt: Sti­lis­tisch geht es hier drun­ter und drü­ber, aber dar­an gibt es mal so­was von gar nichts aus­zu­set­zen.

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Lost System - Left Behind

Die knapp drei Jah­re al­te ers­te EP der Band aus Grand Ra­pids, Mi­chi­gan ge­fiel mir zwar schon aus­ge­spro­chen gut, aber auf der neu­en LP via Neck Chop fügt sich al­les noch­mal viel schlüs­si­ger in­ein­an­der, ist die Vi­si­on deut­lich schär­fer und das Song­ma­te­ri­al aus­ge­reif­ter in ih­rem be­trüb­li­chen Sound aus Go­th-las­ti­gem Post- und Syn­th­punk.

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WLMRT - WLMRT Forever

Die letz­te EP der Band aus To­ron­to ver­sprach ja schon ei­ni­ges, ihr kürz­lich er­schie­ne­ner ers­ter Lang­spie­ler weiß mich aber noch deut­lich bes­ser zu über­zeu­gen mit ei­nem wun­der­bar chao­ti­schen Lärm aus Post­core und -punk mit ge­schmack­vol­lem Syn­th-Zu­satz, der nicht all­zu ernst ge­nom­men wer­den will und den man ganz gut als ei­ne Ver­schmel­zung aus ak­tu­el­len Acts wie et­wa Spot­ting mit auf 45 ge­dreh­ten Man Si­zed Ac­tion be­zeich­nen könn­te.

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Dee Bee Rich - Mad Crocodile

In Ber­lin, an ei­ner im 12­XU-re­le­van­ten Um­feld ge­ra­de ziem­lich ge­läu­fi­gen Al­lee, ist mal wie­der ein neu­es Tape von den Bäu­men ge­fal­len. Kru­der Syn­th-/Elek­tro­punk ist es dies­mal ge­wor­den, der zwi­schen Gen­re-Haus­num­mern wie Mark Co­ne, Won­der Bread, Clar­ko, ISIS oder Skull Cult ei­ne äs­the­tisch an­spre­chen­de Fi­gur her­gibt.

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T.L.B.M. - Vol. 5

Wie­der mal eins die­ser Ein-Mann Ho­me­re­cord­ing-Pro­jek­te die in letz­ter Zeit ja ver­mehrt kru­den Lärm in den Äther schi­cken. Ein ganz präch­ti­ges Ex­em­plar da­von aus Los An­ge­les ist dies­mal am Start. Auf des­sen ak­tu­el­len Tape gibt's an­ste­cken­den Lo­Fi-Sound zwi­schen Ga­ra­ge-, Elek­tro- und Weir­do Punk zu schlu­cken, der Freun­den von Won­der Bread, Skull Cult, Set-Top Box, Gi­or­gio Mur­de­rer oder Clar­ko si­cher gut ins äs­the­ti­sche Emp­fin­den passt.

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Ausmuteants - Ausmuteants Present: The World In Handcuffs

Die wohl am meis­ten den Sound der aus­tra­li­schen Sze­ne de­fi­nie­ren­de Ga­ra­ge- und Syn­th­punk­band der Ge­gen­wart mel­det sich seit län­ge­rer Zeit mal wie­der mit ei­nem Mi­ni­al­bum zu­rück. Ach was, mit ei­nem "am­bi­tio­nier­ten" Kon­zept­al­bum über, äh… Bul­len! An­sons­ten gibt es we­nig neu­es zu ver­mel­den, au­ßer halt, dass auch die neu­en Songs dem Ruf der Band ge­recht wer­den und kei­ner­lei Wün­sche in Sa­chen Hirn­ge­ficktheit of­fen las­sen.

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Set-Top-Box - DVD_DATA​*​COLLECTOR_IM A T​.​V​.​

Die letz­te EP der aus­tra­li­schen Elek­tro-/Syn­th­punks war ja schon je­de men­ge schrä­ger Spaß, ließ aber kei­nes­wegs er­ah­nen, zu was für ei­nem schrul­li­gen Mons­ter ihr Sound auf der ak­tu­el­len di­gi­ta­len Sin­gle mu­tie­ren wür­de, auf der sie ih­re Songs schein­bar mit'm Game­boy auf­ge­nom­men, durch 'nen Chor de­fek­ter Fur­bys ge­fil­tert, mit der Tür­sprech­an­la­ge ge­mischt und auf Mut­tis Vi­deo­re­kor­der ge­mas­tert ha­ben. Oder an­ders aus­ge­drückt: Klingt gut!

Isotope Soap - Monitored By Zu Tse

Kei­ne Ah­nung, war­um ich Iso­to­pe Soap bis­her noch nicht hier drin hat­te. Jetzt bie­tet sich je­den­falls wie­der ei­ne Ge­le­gen­heit, denn via Emo­tio­nal Re­spon­se ist neu­lich ei­ne Com­pi­la­ti­on ih­rer bis­he­ri­gen EPs ers­hie­nen. Hin­ter dem gan­zen ver­birgt sich ein Pro­jekt des schwe­di­schen Punk­ve­te­ra­nen Pe­ter Swe­den­hammar (!!!), der vor lan­ger Zeit mal bei Ra­ped Teen­agers (mei­ne Fres­se, wür­den die heu­te auf die sel­bi­ge be­kom­men mit dem Na­men…) und Pus­rad ak­tiv war, in den ver­gan­ge­nen Jah­ren aber vor al­lem mit sei­nem Blog Kil­led By De­ath Re­cords ei­ne An­lauf­stel­le von star­kem his­to­ri­schen Wert ge­schaf­fen hat. Mit den na­mens­ge­ben­den Boot­leg-Com­pis hat der gu­te nach mei­nem Wis­sen aber nix zu tun, ob­wohl auch die ja zu­erst in Schwe­den ih­ren Lauf nah­men.
Okay, vie­le Wor­te zu dem Ty­pen. Die Mu­sik von Iso­to­pe Soap ist hin­ge­gen sehr leicht zu um­schrei­ben. Syn­th- und Ga­ra­ge Punk, der an De­vo von ges­tern (die al­ten Leu­te fin­den die jetzt wie­der cool, hab ich ge­hört…), an Aus­mu­te­ants und An­dy Hu­man & The Rep­to­ids von heu­te er­in­nert. So ein­fach wie gut.

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Gym Tonic - Good Job

Ein ast­rei­nes Lang­spiel­de­büt hat hier ei­ne Ber­li­ner Band hin­ge­legt. Hoch­in­fek­ziö­sen Ga­ra­ge­punk mit Syn­th-Zu­satz gibt's dar­auf zu hö­ren, der in et­wa nach ei­ner Schnitt­men­ge aus Spot­ting, Aus­mu­te­ants und Puff! - mit de­nen sie sich auch schon ei­ne Split­sin­gle ge­teilt ha­ben - klingt; au­ßer­dem er­in­nern mich ins­be­son­de­re das Schlag­zeug­spiel und ver­ein­zel­te Schlen­ker in Rich­tung Post Punk (Hi­ro­shi­ma ist ein­fach ein Ham­mer­song) öf­ter mal an den sehr spe­zi­el­len Dri­ve von Nots.

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Le Prince Harry - Be Your Own Enemy

Un­ge­wohnt flott nach dem Vor­gän­ger vor zwei Jah­ren ist der drit­te Lang­spie­ler des Lüt­ti­cher Du­os auf dem zu­ver­läs­si­gen Spe­zia­lis­ten­la­bel Teena­ge Me­no­pau­se er­schie­nen und trumpft mit ih­rem bis­lang wohl stärks­ten Bün­del an ge­ball­ter Song­power auf. Sound­mä­ßig hat man sich aber nicht groß um­ori­en­tiert, das ist auch gut so. Er­neut gibt es köst­lich rein­knal­len­den Syn­th-/Elek­tro­punk zu ge­nie­ßen, des­sen Herz aber ein­deu­tig in der Ga­ra­ge zu­hau­se ist. Et­wa wie ein Mix aus S.B.F. und den en­er­gi­sche­ren Mo­men­ten von Di­gi­tal Lea­ther.

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