Glas Nost – Thief

Knee – Hellbound

Verspannungskassette #95 (C-90)

Tracklist

No Union Sydnia Song
Self Improvement Scam
Knowso Optimism
Timüt Wako
Media Puzzle The Scene
Metdog Ben Ufo At Sub Club
Storage Unit Faith In Football
Billiam Satan On Weekends
Fungas Granulate
Snarewaves Alien
Skins Neat
The Gobs Outta My Head (And Into The Ground)
Altos Hornos Puerto Hurraco

Alibi Zustände
Corredor Polaco Canción para Iniciar un Olvido
Perro Mundo Agua De Sandia
Intel Choke on the Void
Judy and the Jerks Bug Boys
Pyrex The Curse
Telefon Center Commander
Pus La Peste (Narcosis)
Nourishment Relentless And Vanished
Kalku Algia
Glowing Brain Hole In The Skull
Puffer Seen It All
Psychic Armour Skull Ring

Tracklist

Slick The Perfect Pop Song
Radar & Satellite Exercise in Silence
Dr. Flying Dracula That Makes You Be On Acid Pocket Sand
The Touch Chance of Dying
Sklitakling Panikk
Dirty Ass Adu Trendi Spesimen Purba
Gerinc A Vergonha É Um Sentimento Revolucionário
Big Break Wearing A Wire
Ultragoblin Jerk Time
D.Sablu Socialized (For Your Love)
United Stare The Stare
Good Ramen Idyit Box

Problem Addict A Burning Sensation
Young Blades Runaway To Evade
Shrinkwrap Killers 665 the Neighbor of the Beast
D.A.R.Y.L. I Am A Vampire
Béton Armé Combattre
Elvis II Rock And Roll
Yacht Fire Run
Autobahns Bad Day
Autos Spark In The Dark
Marcel Wave Lights of Piccadilly
Graphic Violets How It’s Meant To Be
Rata Negra Hawai

Self Improvement – Syndrome

Ich muss zugeben dass ich doch arg gemäßigte Erwartungen hatte an den Nachfolger zum ausgesprochen starken 2022er Debüt dieser Band aus Long Beach, Kalifornien – nicht dass die Band irgendwas dafür könnte… es war nur so, dass sie mir soundmäßig als die Sorte von Band rüberkamen, die als nächstes mit hoher Wahrscheinlichkeit sich entweder komplett übernehmen und mit schmackes ein größeres Stück vom Speck abbeißen als sie zu kauen vermogen, oder alternativ etwa sich spontan entscheden, dass es jetzt aber mal an der Zeit wäre, mit einem verwässerten und aufpolierten Sound das breitere Indiepublikum mit den Brokkoli-Köpfen zu erschließen. Glücklicherweise lag ich da mal sowas von falsch und nichts dergleichen ereignet sich auf der neuen LP. Wenngleich man den Krempel ganz oberflächlich auch dieses mal als eine derzeit ausgesprochen modische Machart des mehr oder weniger kantig-verwinkelten Post Punk klassifizieren mag mit Echos einerseits von Art Punk-Bands der ersten bis zweiten Welle á la frühe Siouxsie, Delta Five, Transmitters, Pylon und auch einer Spur von Wire, aber auch jüngeren Phänomenen wie Marcel Wave, Spread Joy, Sweeping Promises and Marbled Eye, wirkt alles auf dieser Platte ein beachtliches Stück überlegter und ausgefeilter. Während der gewisse Unterton von No Wave-funkiger Dissonanz beibehalten wurde, entfalten alle dieser Songs eine ganz eingenständige, perfekt ausbalancierte Dramaturgie und Dynamik in nuancierten Songverläufen, die oft ganz bewusst das Tempo und den Lärm streng im Zaum halten und sich voll und ganz auf unverschämt ausgefuchste Songarchitektur verlassen um den maximalen Wumms aus einem vergleichsweise unaufdringlichen Klangbild zu erzielen, nicht durch rohe Gewalt sondern durch wohlüberlegte, hochkonzentrierte und geradezu pingelige Zusammenarbeit, bei der alles perfekt ineinander greift.

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Puffer – Street Hassle

Die zwei bisherigen EPs dieser Band aus Montreal waren für sich schon jeweils ein fettes Fass randvoll mit wunderbar schmieriger Rock’n’Roll-Glückseligkeit und mit ihrem ersten Langspieler werden alle ihrer (un-)Tugenden nochmal auf ein ganz neues Niveau gehievt. Darauf erweitern sie fundamental ihr stilistisches Farbspektrum und lassen die catchy Hooks durch die Decke gehen in ihrer zuvor schon brandgefährlichen Rezeptur aus Garage Punk, Hard- und Postcore-Elementen, einer leisen Spur von Oi! und einer ganz unverfrohrenen Affinität zu verschwitzten ’70er Hard-and-Heavy/Dad Rock-Versatzstücken, wobei da vereinzelt auch mal eine Portion von Roots-igem Folk- und Cowpunk mit von der Partie ist in Songs wie Never Enough. Vom ersten Moment an wirkt das auf mich ein bisschen wie eine etwas primitivere Version der jüngsten Punter-LP und erinnert darüber hinaus an einen knallbunten Strauß von weiteren Sleazecore-Acts wie Cement Shoes, Golden Pelicans, Flea Collar, Cülo, Cutters, Polute und Chain Whip.

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Metdog – One For The Kids

Metdog aus Melbourne haben ihren Status als einer der wesentlichen Mitspieler der aktuellen Garage-/Synth-/Eggpunk-Szene zementiert mir ihrer ganz schön hirnverbrannten letztjährigen LP Questions and Answers Regarding Computers and Screens. Auf ihrem neuesten Langspieler nehmen sie sich mit den Schrägheiten allerdings ein kleines bisschen zurück im Vergleich und ich würde sagen dass das auch keine allzu schlechte Idee ist, denn ein zweiter Aufguss von jenem ’90er-Jahre- IT und das frühe Web thematisierenden Irrsinn und der dazu passenden, arg nach General MIDI müffelnden Klangästhetik würde sicher nicht noch einmal so gut landen. Stattdessen bekommen wir also einen etwas geradlinigeren und windschnittigeren Haufen von alamierend eingängigen Garage-Tunes präsentiert, die trotz allem noch immer einen ordentlichen Dachschaden aufweisen, nur damit ihr nicht denkt es würde hier auch nur ansatzweise ernst zugehen. Wie auch immer, das ist ganz klar ihre substantiellste Veröffentlichung bisher, aufgewertet von einem angemessenen Wachstum in den Songwriting-Qualitäten ohne dabei allzu viel von seiner allgemeinen Verspieltheit und Unberechenbarkeit auf der Strecke zu lassen.

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Gerinc – Reklamáció

Da passiert mehr unter der Haube als es auf den ersten Blick erscheint auf der Debütkassette dieser Band aus Budapest. Deren acht Songs channeln einerseits – insbesondere in der ersten Hälfte – ein paar vage KBD-mäßige Garage Punk-Vibes mit abwechselnden Geschmäckern von Gun Club und Wipers, gekontert von aktueller klingenden Sounds, auf welche so Bands der gegenwärtigen Anarcho-/Postcore-Achse á la Straw Man Army und Fantasma sicher einen nicht vernachlässigbaren Einfluss hatten, während in anderen Momenten auch etwas von einer gewissen Brut der Art Punk-Melancholie durchscheint nicht ganz unähnlich zu so Zeug wie Kitchen’s Floor und Uniform (Atlanta, nicht New York).

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