Storage Unit – Das Demo

Diese New Yorker Band hat da mal ein irre starkes Debüt abgeliefert mit dieser Kassette auf Popular Affliction Records, die aus allen Nähten platzt von einer ebenso unnachgiebigen wie auch animierenden Energie, die hier zu elf kompakten Lärmausbrüchen aus Garage-, Electro- und Synth Punk verdichtet werden mit einer dissonanten Noise Rock-Kante, aber gleichsam auch ein bisschen von einem Sci-Fi B-Movie-infizierten Spits- oder Stalins Of Sound-Vibe. Ein ausgesprochen sicheres Händchen für einfache aber immer äußerst potente Punk-Hooks und Noise-Texturen, die vereinzelt fast schon ein bisschen Big Black heraufbeschwören, gekoppelt mit pointierten Spritzern aus käsigen, subtil Egg-mäßigen Versatzstücken – besonders ausgeprägt in Faith in Football – und leichten Spuren des eingängigen Garagenlärms á la The Gobs und Sex Mex jeweils in Accelerate und ADHD, sorgen gemeinsam für eine hochentflammbare Mischung, die keine Vergleiche zu scheuen braucht mit einigem vom besten was das Genre in jüngerer Zeit zu bieten hatte wie etwa Exit Mould, Kerozine, Cthtr, De()t, Quitter, Broken Prayer, Molbo, C57BL/6, STDees, The Q-Tips und Spyroids, um nur einige davon zu nennen die mir unmittelbar einfallen.

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D.A.R.Y.L. – Monsters

D.A.R.Y.L. aus Austin, Texas hinterließen einen starken Eindruck mit der Mini-LP Rock N Roll High School aus dem letzten Jahr und mit ihrem zweiten Release bauen sie jetzt weiter auf dem bewährten Fundament aus Synth-unterstütztem Fuzz Punk, Noise Pop und Garage Punk zu einem noch mal deutlich durchschlagenderen Ergebnis. Unter der dicken Dreckschicht einer überbelichteten Vorschlaghammer-Klangästhetik kann man eine perfekte Abfolge von so einfach gestrickten wie auch unverschämt Ohrwurmverdächtigen Songs und Melodien finden, eine breitere musikalische Vielfalt und nicht zuletzt einen deutlichen Fortschritt in ihrem Songwriting-Handwerk verglichen mit den manchmal noch etwas eindimensional erscheinenden Vibes des Debüts. Hier klingen die jetzt etwas mehr nach einer Hälfte Buck Biloxi / Giorgio Murderer und die andere Hälfte riecht nach Gobs und Exwhite… oder vielleicht auch Booji Boys, Dadgad? Wie auch immer, alles daran klingt einfach so verdammt richtig!

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Puddy Knife – Flowers

Das englische Label Noise Merchant Records hat jetzt die Debüt-EP dieser Band aus Spokane, Washington als Kassette wiederveröffentlicht, die ich im letzten Winter entweder übersehen oder ziemlich dumm ignoriert haben muss. Darauf injizieren sie eine Spur von frühen Superchunk oder Dinosaur Jr. in einen Sound, der anderweitig aber primär auf einer Linie ist mit den ersten und zweiten Emocore-Wellen, dabei alle Basics perfekt auf die Reihe bekommt und mit Schmackes die Tropes und Konventionen reproduziert, die das Genre ursprünglich mal zu einer spanneneden und mitreißenden Angelegenheit gemacht haben, dabei aber all die Fallstricke umgeht, die es später zu einem verdammten Witz und einer Sammlung armseliger Klischees mutieren ließen. Das Songhandwerk hier ist ebenfalls eher basic, aber selbstbewusst und trittsicher genug um mich als Hörer auf Zack zu halten, auch wenn Puddy Knife hier, wie ihr sicher schon geschlussfolgert habt, nichts neues zum Genre hinzufügen. Vielmehr ruft diese Platte erfolgreich in Erinnerung, wie viel Spaß und Energie der althergebrachte Emocore einmal zu transportieren vermochte und immer noch kann, wenn man ihn nur mal vom angehäuften Ballast aus Mall Punk Clown-Cosplay und performativem Selbstmitleid entledigt.

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Knowso – Cassingle #1: Optimism & Foot Of Pride

Gewohnt exzellentes neues Futter von einigen meiner liebsten Post Punk-Weirdos. Der erste Track Optimism auf der neuen Cassingle der Band aus Cleveland, Ohio trägt dabei fast schon exemplarisch alle Erkennungsmerkmale ihrer verwinkelt-kantigen Machart des Genres und verschnürt sie zu einem ultraeingängigen kleinen Kraftpaket, woraufhin dann die B-Seite Foot Of Pride eine im Vergleich ambitioniertere, ausufernde Angelegenheit darstellt, die – trotz ihres relaxten Tempos und einer für die Band ungewöhnlichen Länge von über fünf Minuten – niemals müßig wird dank ihrer subtilen aber effektiven Schwelbrand-Dramaturgie und einer Performance so scharf und präzise wie eigentlich alles von dieser außergewöhnlichen Band.

Jolana Star – May Day Promo Cassingle

Das 2024er Lo-Fi-Demo der New Yorker war ja schon die pure Glückseligkeit und hier bekommen wir nun zum ersten mal Aufnahmen in höherer Fidelität von der Band zu hören, welche sie in einem gerindfügig anderen Licht präsentieren mit weniger von einem Garage-Vibe und stattdessen stärker nach dem melodischeren Ende des SST Records-Spektrum und verwandtem Krempel klingend, irgendwo zwischen der mittleren Hüsker Dü-Phase, frühen Dinosaur Jr., Man Sized Action und auch einem Hauch von Angst. In jener Hinsicht – und ganz besonders im unbestreitbaren Überhit Combat Zone (Left For Dead) – erinnern mich die zwei Songs auch ganz schön an die unglaubliche erste Milk Music EP.

Big Break – Exile On Exchange St

Big Break aus Sheffield schlugen bereits ein paar Wellen mit zwei ausgezeichneten EPs voll mit so verschrobenem wie auch angepisstem Garage Punk in 2021/’22, deren Songs noch ein Jahr darauf zu einer vollen LP kompiliert und expandiert wurden. Ihr neueste EP konsolidiert den starken Eindruck erneut und gibt sich als eine nett gemischte Grabbeltüte neuer Songs, denen insgesammt eine etwas quirligere und sonnigere Qualität anhaftet im Vergleich zum Vorgänger. Nachdem der Opener Prototype eine ausgesprochen gute Figur als schnörkelloser Punksong abgibt, fühlt sich The Goon schon eher wie das Gegenstück dazu an mit moderat eierpunkigen Vibes. Wearing A Wire erinnert mich daraufhin stark an den Garage-Minimalismus von so Bands wie The UV Race, Eddy Current Supprission Ring, Sauna Youth and Tyvek. Zu guter Letzt wäre dann noch The Eunuch, das mit seinen schmierigen Growls zu Beginn, gefolgt von exquisit käsiger Synth-Action, in etwa so rüberkommt wie eine kaputtere, wundervoll entgleiste Version von Ex-Cult.

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Cruelster – Nuclear World

Make Them Wonder Why erscheint am 11. Juli auf Convulse Records.

Lame – Te Traigo Una Bomba Mi Amor

Lo Que Extrañas Ya No Existe erscheint am 27. Juni auf La Vida Es Un Mus Discos.