Daydream – Reaching for Eternity

Der vierte Langspieler dieser Band aus Portland verfeinert weiter ihre explosive Formel für stark Noise- und leicht Garage-infizierten Postcore zu ihrem bislang ausgefeiltesten Werk, in dem ihre hyperaktive Vision des strukturierten Chaos‘ konstant neue Formen annimmt und neue Hindernisse in den Weg wirft, die ihrerseits wieder zu spannenden Manövern führen. Auch wenn sich hier keine zwei Songs allzu sehr gleichen, kommen mir doch so Bands wie die diversen Inkarnationen der New Yorker Kaleidoscope, frühe Bad Breeding und Acrylics besonders häufig in den Kopf, aber auch so Zeug á la Crisis Man, frühe Video und Ascot Stabber taugt an manchen Stellen als nicht zu weit her geholter Vergleich.

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Chain Whip – Call of The Knife

Die neueste LP von Chain Whip aus Vancouver – jetzt erhältlich aus den guten Häusern Drunken Sailor und Neon Taste – macht ganz einfach mal Hardcore richtig – ein aus allen nähten platzendes Fass aus spaßig versifftem oldschool-Krawall, der in einigen der schnörkellosen Smasher wie z.B. Hate Wave mit einer kleinen Dosis ’77 gewürzt wird. Wer so Bands wie Imploders, Headcheese, Illiterates, Fried E/m oder Cement Shoes schon nicht leiden kann, wird das hier auch leidenschaftlich hassen!

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Dr​ý​sildj​ö​full – Verri en vondur

Nur einige Wochen nach ihrem zweiten Tape auf Iron Lung Records gibt es auch schon wieder Nachschub von dieser vermutlich Isländischen Band, dieses mal wieder auf dem Spezialisten-Label für Blackened- und Dungeon(-punk)-Experimente, Grime Stone Records. Wenn ihr mich fragt, ist es ihre ausgereifteste Veröffentlichung bisher. Man nehme die groben Eigenschaften und Spezifikationen von Black Metal, Noise-lastigem Synth-, Hardcore- und Electro Punk, erweitere dessen unnachgiebige Energie um eine leicht Eggpunk-mäßige Ästhetik die irgendwie etwas zu niedlich und quirlig wirkt im Angesicht der grimmigeren Tendenzen – das Ergebnis könnte durchaus ähnlich zu dem ausfallen, was Drýsildjöfull hier veranstalten.

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Headcheese – Expired

Mit ihrer zweiten LP stopfen Headcheese aus Kaloomps, British Columbia, Kanada sozusagen ihre 2022er EP Best Before 2022 zum Langspieler aus. Mehr von diesm unberechenbaren, chaotischen Hardcore-Krawall also, der auf den ersten Blick eher einfach gestrickt erscheint aber bei genauerem Hinsehen doch reich an ausgetüfteltem Detail daher kommt – verfeinert mit einem angemessen räudigen Garage- und KBD-Vibe. Insgesamt, würde ich sagen, lässt sie das in der Nachbarschaft von so Zeug á la Cement Shoes, Fried E/m, Mystic Inane, Tarantüla, G.U.N., Cheap Heat oder Imploders verorten.

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Ninja Sword – The Art Of Bone Smashing

Auf der Debüt-EP dieser Band aus Oslo wird einer Attitüde und Ästhetik irgendwo zwischen Egg- und Dungeon Punk ein thematisch fernöstlicher Anstrich gegeben. Im Kontext eines Genre-Komplexes der von sich selbst aus schon sehr bemüht ist keinen Sinn zu ergeben, ergibt das reichlich Sinn. Macht das Sinn? Egal, der Scheiß macht Bock!

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Insane Urge – My America

Zweites Tape dieser Band auf Impotent Fetus oder Down South Tapes oder wie auch immer sich die Bude diese Woche wieder nennt. Noch wilder und energischer kommt das rüber in seiner ungefilterten Rage und verkörpert alles, was man sich von den Releases des Labels erträumt – maximal roh und schmuddelig aber gleichzeitig unerwartet eingängig. Ein perfekter Sturm aus Garage Punk- und KBD-verseuchtem Hardcore-Primitivismus.

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Piss Shivers – Piss Shivers

Brillianter Scheiß aus dem Hause Gimmie Records, dem verlängerten Label-Arm des famosen Gimmie Gimmie Gimmie Blog- und Zine-Imperiums. Piss Shivers sind ein Duo aus Brisbane und ihre Debüt-LP tritt einen hochexplosiven Krawall vom Zaun, den man vage in den Koordinaten von Garage-, Post Punk und Postcore verorten kann. Mal erinnert mich das an einen Crisis Man-meet-Hot Snakes-Hybriden, oder auch an frühe Teenanger, die stockdüsteren Postcore-Dystopien von Video und VHS, die rasende Wut von Wymyns Prysyn. Als weitere Bezugspunkte könnten dann noch Bands wie Xetas, Gaffer, Ascot Stabber and Batpiss herhalten… und vielleicht auch ein bisschen Zhoop/Djinn/Feed-Energie in den simpleren Momenten.

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G.U.N. – G.U.N.

Lange nichts gehört von diesen Leuten aus Nashville nach einem spannenden Demo im Jahr 2019. Nu ja, jetzt sind die jedenfalls wieder am Start und ihr Geräuschteppich kommt wilder daher als je zuvor wenn sie einen perfekten Sturm aus Garage-infiziertem Hardcore Punk heraufbeschwören, der sicher ein paar Kanten von so Bands mitgenommen hat wie etwa Acrylics, frühe Electric Chair, Launcher, Liquid Assets, Mystic Inane, Cement Shoes and Crisis Man… zumindest sind das ein paar der Namen, die mir auf den ersten Blick so einfallen.

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ALF – The Demo

Vorzüglich noisy roher neuer Scheiß von ’ner Band aus Perth, Australien, die grob an den Schnittstellen von Garage- und Hardcore Punk operiert mit diesem gewissen oldschool KBD-Vibe obendrauf, nicht ganz unähnlich zu so Bands vom Schlage Liquid Assets, Freakees, Liposuction, Launcher or Mystic Inane. Eine EU-Veröffentlichung des Tapes via Goodbye Boozy Records ist auch bereits angekündigt!

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Snooper – Super Snõõper

Auf den ersten Blick war ich schon etwas enttäuscht über den akuten Mangel an neuem Material auf dem ersten Langspieler der Band aus Nashville, aber andererseits kann auch ich nicht behaupten, diese neuen Aufnahmen bereits weitgehend von bisherigen EPs bekannter Songs würden nicht verdammt Ärsche treten – das tun die ganz vorzüglich und tauschen dabei etwas von der relaxten LoFi-Verschrobenheit der EPs gegen eine leichte Hardcore-Kante ein. Einige Songs, die in früheren Versionen noch nicht so ganz zünden wollten, gewinnen am auffälligsten an Klasse hier in enem Sound, der vermutlich auch deutlich besser die Liveshows der Band repräsentiert, welchen inzwischen schon einen ziemlich legendärer Ruf voraus eilt.

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