Insane Urge – My America

Zweites Tape dieser Band auf Impotent Fetus oder Down South Tapes oder wie auch immer sich die Bude diese Woche wieder nennt. Noch wilder und energischer kommt das rüber in seiner ungefilterten Rage und verkörpert alles, was man sich von den Releases des Labels erträumt - maximal roh und schmuddelig aber gleichzeitig unerwartet eingängig. Ein perfekter Sturm aus Garage Punk- und KBD-verseuchtem Hardcore-Primitivismus.

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Piss Shivers – Piss Shivers

Brillianter Scheiß aus dem Hause Gimmie Records, dem verlängerten Label-Arm des famosen Gimmie Gimmie Gimmie Blog- und Zine-Imperiums. Piss Shivers sind ein Duo aus Brisbane und ihre Debüt-LP tritt einen hochexplosiven Krawall vom Zaun, den man vage in den Koordinaten von Garage-, Post Punk und Postcore verorten kann. Mal erinnert mich das an einen Crisis Man-meet-Hot Snakes-Hybriden, oder auch an frühe Teenanger, die stockdüsteren Postcore-Dystopien von Video und VHS, die rasende Wut von Wymyns Prysyn. Als weitere Bezugspunkte könnten dann noch Bands wie Xetas, Gaffer, Ascot Stabber and Batpiss herhalten… und vielleicht auch ein bisschen Zhoop/Djinn/Feed-Energie in den simpleren Momenten.

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G.U.N. – G.U.N.

Lange nichts gehört von diesen Leuten aus Nashville nach einem spannenden Demo im Jahr 2019. Nu ja, jetzt sind die jedenfalls wieder am Start und ihr Geräuschteppich kommt wilder daher als je zuvor wenn sie einen perfekten Sturm aus Garage-infiziertem Hardcore Punk heraufbeschwören, der sicher ein paar Kanten von so Bands mitgenommen hat wie etwa Acrylics, frühe Electric Chair, Launcher, Liquid Assets, Mystic Inane, Cement Shoes and Crisis Man… zumindest sind das ein paar der Namen, die mir auf den ersten Blick so einfallen.

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ALF – The Demo

Vorzüglich noisy roher neuer Scheiß von 'ner Band aus Perth, Australien, die grob an den Schnittstellen von Garage- und Hardcore Punk operiert mit diesem gewissen oldschool KBD-Vibe obendrauf, nicht ganz unähnlich zu so Bands vom Schlage Liquid Assets, Freakees, Liposuction, Launcher or Mystic Inane. Eine EU-Veröffentlichung des Tapes via Goodbye Boozy Records ist auch bereits angekündigt!

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Snooper – Super Snõõper

Auf den ersten Blick war ich schon etwas enttäuscht über den akuten Mangel an neuem Material auf dem ersten Langspieler der Band aus Nashville, aber andererseits kann auch ich nicht behaupten, diese neuen Aufnahmen bereits weitgehend von bisherigen EPs bekannter Songs würden nicht verdammt Ärsche treten - das tun die ganz vorzüglich und tauschen dabei etwas von der relaxten LoFi-Verschrobenheit der EPs gegen eine leichte Hardcore-Kante ein. Einige Songs, die in früheren Versionen noch nicht so ganz zünden wollten, gewinnen am auffälligsten an Klasse hier in enem Sound, der vermutlich auch deutlich besser die Liveshows der Band repräsentiert, welchen inzwischen schon einen ziemlich legendärer Ruf voraus eilt.

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Night Punch – Where Sins Bloom So Does Death

Auf dieser arschtretenden Debüt-LP lassen diese Hamburger eine sautighte Melange aus geringfüfig Goth-mäßigem, thematisch stark Horror-lastigem Garage-, Synth- und Post Punk vom Stapel, der regelmäßig mal das Tempo in Hardcore-Sphären hochschraubt oder in anderen Momenten etwas nach der klassischen Spits-Formel klingt, die aber um eine Fülle von Überraschungen und Ideen erweitert zu einer gleichermaßen verschrobenen und düsteren Ästhetik zusammenfließt. Der Krempel wird sicher bei einem breiten Spektrum von Dark Punk-, Death Rock- und Dungeon-Aficinados auf Gefallen stoßen. Weitere mögliche Referenzen sind eine Reihe von Garage- und Synth Punk-Acts wie The Gobs, Liquid Face, Shrinkwrap Killers, Broken Prayer, Droids Blood, Isotope Soap, die unmittelbare Wucht von Exwhite, vielleicht sogar eine Spur von Acrylics in den derberen Momenten.

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Warp – Automatic Gratuity

Ich hatte diese Band aus San Francisco schon ziemlich aus den Augen verloren, die jetzt überraschend mit einem Nachfolger zu ihrem beeindruckenden 2019er Album aufwartet. Die neue EP präsentiert ihren verschrobenen Sound an den Tellerrändern von Noise Rock, Hard- und Postcore in etwas roherer aber gleichzeitig auch verfeinerter Form, die reichlich Echos von einigen der herausragenden Noise- und Weirdcore-Phänomenen jüngerer Zeit beinhaltet, unter anderem von Warm Bodies, Sniffany & The Nits, Vexx, Dots, Judy & The Jerks oder Mystic Inane.

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Slogutis – Slogutis

Ein unglaublich selbstbewusstes Debüt-Tape von einer Band aus Victoria, Kanada, die sich hier ganz erstaunlich ausgereift gibt und elaborierte Konstrukte stockdüsteren Lärms zum Leben erweckt, komprimiert in kurze und ultra-dichte Hardcoretracks, in denen sie die trüben Tendenzen von noise-lastigen Hard-/Postcore Bands á la Acrylics, Vidro, frühen Bad Breeding mit einer allgemeinen Ästhetik kombinieren , die mit ihren Verästelungen tief in das verdrängte Unterbewusste von Death Rock- und Dungeon-Verwandten Klangwelten sowie auch diversem anderen "blackened", Metal-versifftem Krach ausstrecken.

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Hellco – Hellco

Ein durchweg entzückendes Debütalbum von einer Band aus Philadelphia, an unser Ufer gespült vom lokalen Label SRA Records. Ich würde das hier mal als eine gemischte Grabbelkiste im besten Sinne beschreiben, eine exzentrische Fundgrube von leicht Cowpunk-infiziertem Art Punk, der sich einerseits irgendwo zwischen Garage- und Noise-lastigem Hardcorezeug bewegt dass vage an frühe Electric Chair oder Soupcans erinnert, und auf der anderen Seite, diverse Echos alter Bands im Umfeld von '80er Noise Rock und Proto-Grunge beinhaltet wie z.B. U-Men, Scratch Acid, Volcano Suns, Butthole Surfers, Minutemen, Saccharine Trust, Feedtime und ganz frühe Meat Puppets, um nur mal ein paar der offensichtlicheren Vergleiche zu nennen.

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Repulsion Switch & Klint – Split

Erneut eine Schönheit vom italienischen Bollwerk Goodbye Boozy Records. An Repulsion Switch erinnert ihr euch vielleicht noch anlässlich ihres 2019er Demos und einer Handvoll weiterer EPs, die seitdem erschienen sind. Hier bekommen wir es aber gleich noch mal mit ihrem bislang stärksten Klumpen neuer Songs zu tun in einem erfrischend simplen und gleichermaßen explosiven, garage-lastigen Hardcore-Sound. Eine weitere bekannte Größe hier in der 12XU-Zentrale ist natürlich Synth Punk-Guru Klint aus Schleswig. Der übernimmt auf Seite B die Kontrolle mit gewohnt kunstvollem Handwerk, schrulligen Experimenten und einer Ladung neuer Tracks, die sich weitgehend auf der wilderen Seite des Spektrums austoben und somit ganz ausgezeichnet das RS-Material komplementieren. Flutscht!

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