Pig Earth – Exit Wound

Ein angenehm aus der Zeit gefallenes Klangerlebnis, das hier eine Band aus Bellingham, Washington auf ihrer Debüt-EP zum Leben erweckt. Das ist alles mal ganz klar beeinflusst von alten 80er SST und Touch & Go-Veröffentlichungen aus dem eher schrammeligen, Folk-beeinflussten Spektrum, aber andererseits auch nie um eine unvermittelt hereinbrechende Hardcore-Attacke verlegen. Am offensichtlichsten wären da etwa Angst, Meat Puppets und frühe Dinosaur Jr. als Vergleiche zu nennen, aber auch von U-Men, Mudhoney und 80er Scientists hat es ein bisschen was, eher nebensächliche Spuren außerdem von Dicks und Wipers ab und zu. Oder man mag sich auch an jüngeren Bands orientieren wie z.B. Milk Music, Dharma Dogs, Chronophage und Damak.

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Fugitive Bubble – Delusion

Die erste Langspiel-Kassette der Band aus Olympia, Washington – nach zwei nicht weniger geilen Tapes auf dem tollen Label Impotent Fetus – liefert mal wieder gehörig ab in Sachen des unvorhersehbaren, freimütig plündernden Hard- und Postcore mit zusätzlichen Inhaltsstoffen von Garage Punk und einem Anflug von Wahnsinn, kein bisschen daran interessiert sich althergebrachten Vorstellungen darüber zu fügen, wie sich dieses Ding namens Punkrock abzuspielen hat. Wenn man denn unbedingt muss, kann man den Krempel unter anderem in der Nähe von so unterschiedlichen Bands wie Das Drip, Warm Bodies, Vexx, Judy & The Jerks, Mystic Inane, Hotmom, Gen Pop oder Sniffany & The Nits vermuten.

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Snarling Dogs – Demo

Eine Band aus Pittsburgh, Pennsylvania zettelt hier eine vage vertraut klingende aber gleichwohl spektakuläre Detonation von catchy oldschooliger Hardcore-Energie mit einem gewissen Cowpunk-Vibe an, die irgendwo in den groben Parametern von Germs, Dicks, frühen Hardcore-Inkarnationen von Angst und Meat Puppets zu Werke geht. Auch jüngere Erscheinungen wie Fried E/m und Modern Needs stehen dem wohl nicht allzu fern.

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Dregs – Enemy Not Me

Nach ihrem schon ziemlich geilen 2019er Demo verschieben die Dregs aus Austin ihren Sound ein gutes Stück weg von dessen stärker im Garage- und Fuzz Punk verwurzelten Vibes hin zu einem etwas schwieriger einzuordnenden Mix aus Einflüssen irgendwo von den Tellerrändern des 80er und frühen 90er Hard- und Postcore. Unter anderem meine ich manche Echos von X (der US-Band), Dicks und Flipper zu hören, aber auch von Postcore-Acts wie Gray Matter und Drive Like Jehu an anderer Stelle. Auch Vergleiche zu aktuelleren Bands wie Vexx, Cel Ray, Gen Pop or Little Ugly Girls sind mit etwas Glück nicht voll daneben getippt.

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Illiterates – No Experts

Die neueste EP der Illiterates aus Pittsburg nach einem schon durchaus spaßigen Vorgänger ist angemessen hirngefickter oldschool Hardcorespaß in Perfektion. Man versucht gar nicht hier etwas neues zu erfinden aber hat dafür zu jeder Sekunde die Scheiße im Griff. Die Platte ist eine einzige Detonation, tight wie sau und, nu ja, dumm wie Brot. Kann man so machen!

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Spewed Brain – International Heartthrob

Ein wunderschön wirres Klangchaos das irgendwo an den Tellerrändern von Hardcore- und Garage Punk operiert. Im Hardcore-Modus erinnert mich das vor allem an Cells und weitere von Connie Voltaire’s Hardcore-Projekten. Auf der Garagen-Seite würde ich dann eher an Zeug á la Liquids, frühen Erik Nervous oder – etwas aktueller – Print Head und Scab Breath denken.

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Opsec – Affordable Death

Wie eine stinkende Pfütze purer Hard- und Noisecore-Abscheu, trägt dieses schnieke Tape der New Yorker einen ausgeprägten Flipper- und No Trend-Vibe zur Schau, hat aber auch einige Ähnlichkeit zu jüngeren Genre-Artefakten etwa der Marke Soupcans, C-Krit, Stinkhole, Crisis Man, Black Button oder Mystic Inane.

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People’s Temple / Hood Rats / Hickey

Drei Hardcore-Veröffentlichungen fielen diese Woche besonders positiv auf, die alle irgendwie ihr ganz eigenes Süppchen kochen. Noch am konventionellsten, relativ gesehen, ist da die EP von People’s Temple auf dem New Yorker Label RoachLeg Records, welche uns eine ausgesprochen melodienreiche Variation von 80er Hardcore beschert und öfter mal klingt wie eine Verquickung der Circle Jerks mit Naked Raygun in der frühen bis mittleren Phase plus vereinzelte Ausbrüche von Hüsker Dü-Melodien. In der aktuellen Landschaft könnte man z.B. auch Fried E/m als groben Vergleich heranziehen.
Das Tape von Hickey auf Archfiend Records verpasst dann jüngeren Strängen der gepflegten Garage-, Synth- und Eggpunk-Verschrobenheit eine gute Ladung Hardcore-Energie, wobei sie öfter auch mal an alte Haudegen wie Flipper, Broken Talent, Spike in Vain erinnern… mit dieser EP könnte durchaus die Eggcore-Ära beginnen.
Die Hood Rats aus Montreal operieren auf einem ähnlichen Gebiet, einem im Garage Punk verwurzelten Lo-Fi Sound, den sie mit reichlich Eggpunk-mäßigen Schrägheiten anreichern sowie mit einer ungekämmten KBD-Energie und Songs, die hartnäckig im Gehörgang kleben bleiben.

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Punter – Punter

Punter hatten schon 2020 ein ausgezeichnetes Demo abgeliefert, ihre neue EP auf Drunken Sailor Records manövriert ihren Sound aber nochmal auf ein ganz neues Niveau. Dabei kombiniert die Band die Stärken etwa von so oldschool „Heavy“ Metal und Hard Rock-infizierten Garagenacts wie Polute, Cheap Heat, Cement Shoes oder Stiff Richards, dem breitbeinig rockenden Hardcore Punk etwa von Cutters und Cülo und nicht zuletzt der wuchtigen Postcore-Attacke von Dollhouse, Acrylics, Flea Collar mit dem breitwandigen Drama, der Wut und Melancholie von Pist Idiots und Jackson Reid Briggs & The Heaters.

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Kudzu – Kudzu

Die Band aus Greenville, South Carolina lässt einen exzellenten Krawall von der Leine, der irgendwo zwischen den Rädern von Garage Punk, Post Punk und Postcore für ordentlich Reibung sorgt und gewisse Ähnlichkeiten sowohl zu aktuellen Bands á la Mystic Inane, Big Bopper, Dollhouse, Cutie, Wymyns Prysyn, Crisis Man hat… als auch zu klassischem Material im Fahrwasser von Drive Like Jehu, Hot Snakes, Nation Of Ulysses, Rites of Spring or Gray Matter.

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