Chubby & The Gang - Speed Kills

Das ist kei­ne Ra­ke­ten­wis­sen­schaft, was Chub­by & The Gang auf ih­rem Lang­spiel­de­büt ab­zie­hen, son­dern die gu­te al­te Ma­sche mit dem me­lo­di­schen Punk­rock, aber das in rich­tig, rich­tig gut. 77er Me­lo­dien tref­fen auf Hard­core-En­er­gie und ei­ne krat­zi­ge Ga­ra­gen­ober­flä­che. So ein biss­chen Boo­ji Boys im Hi­Fi-Sound.

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Moist Boy - Deep Rest

Moist Boy aus New Bed­ford, Mas­sa­chu­setts sind ei­ner der sel­te­nen Fäl­le in de­nen sich ei­ne Band dem Pop Punk-Ge­he­ge an­nä­hert, oh­ne mich so­fort in die Flucht zu trei­ben. Aber ehr­lich ge­sagt liegt das eher dar­an, dass die meis­ten Pop Punk Bands ein­fach mas­siv sau­gen und die fun­da­men­tals­ten Bau­stei­ne von ge­nieß­ba­rem Punk­rock nicht ge­re­gelt krie­gen in ei­nem Sub­gen­re, das schein­bar eh kei­ne Qua­li­täts­stan­dards kennt.
Moist Boy hin­ge­gen sau­gen ganz und gar nicht, son­dern rei­ßen vom ers­ten Mo­ment an mit. 1A Song­ma­te­ri­al, je­de reich­lich Spreng­kraft in ei­ner tigh­ten Dar­bie­tung, ei­ne deut­li­che Ga­ra­gen­kan­te und durch­aus fins­te­re Ly­rik sind ih­re Mit­tel da­zu. Hat un­ter an­de­rem was von Cheap Wi­ne, Dark Thoughts, Ste­ve Ada­myk Band und gar ein biss­chen Mar­ked Men. Erst­klas­si­ger Scheiß und Pflicht­pro­gramm für den­je­ni­gen, der ge­nann­ten Bands et­was ab­ge­win­nen kann.

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Various Artists - ATRLB Omnibus Vol. 1

Wäh­rend ein neu­er Lang­spie­ler der Neo Ne­os - oder un­ter was auch im­mer für ei­nem Pseud­onym Herr Vol­taire dies­mal ver­keh­ren wird - noch auf sich war­ten lässt, kann man sich zu­min­dest schon mal an die­ser schö­nen Com­pi­la­ti­on ab­ar­bei­ten, voll­ge­stopft mit ex­klu­si­ven Tracks di­ver­ser Bands aus der er­wei­ter­ten Nach­bar­schaft mit und oh­ne C.V. an Bord. Die meis­ten da­von wer­den euch si­cher schon ein Be­griff sein.

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Warp Lines - Human Fresh

Me­lo­di­schen Punk-Krem­pel der Lu­xus­klas­se setzt es auf auf dem neu­lich via Dirt Cult er­schie­ne­nen De­büt­al­bum der Warp Li­nes aus Ot­ta­wa. Was in der ers­ten Hälf­te vor al­lem an Bands wie The Est­ran­ged, Red Dons und 90er Klas­si­ker á la Lea­ther­face, Sa­mi­am, Su­gar er­in­nert, zeigt an­de­rer­seits aber auch mit fort­schrei­ten­der Lauf­zeit zu­neh­men­de Ten­den­zen in Rich­tung Noi­se Rock und Post­core, ir­gend­wo zwi­schen Me­at Wa­ve, Pol­vo und ex­tra-me­lo­di­schen Jaw­box.

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ISS - Alles 3rd Gut

Das Elek­tro­punk-Duo aus Ral­eigh, North Ca­ro­li­na lädt ein drit­tes mal in Lang­form zum Sam­ple-Ra­te­spiel ein. An ih­rem Sound mo­di­fi­zie­ren sie da­bei im Ver­gleich mit den Vor­gän­gern nicht all­zu viel und das ist auch kei­nes­wegs nö­tig - ISS sind wie ge­habt ei­ne mas­si­ve Spaß­bom­be. Wie es der Ti­tel schon sug­ge­riert: al­les gut hier.

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La Rabbia - Shock Tactics

Tol­len Lärm aus post-pun­ki­gem Grund­ma­te­ri­al und noi­si­gen Tex­tu­ren macht die­se Lon­do­ner Band auf ih­rer De­büt-EP. Die ha­ben sich de­fi­ni­tiv ei­ne gu­te Schei­be Cri­sis ab­ge­schnit­ten, aber auch von Pro­to-Noi­sero­ckern wie Flip­per, No Trend. In der Ge­gen­wart wer­den au­ßer­dem Freun­de von Soupcans, Blank Veins oder Dis­joy si­cher Ge­fal­len dran fin­den.

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Telecult - Phases

In ei­ner sel­te­nen In­stanz des Man­de­la Ef­fek­tes dach­te ich, die Pa­ri­ser Band schon deut­lich län­ger zu ken­nen und dass sie schon min­des­tens ein Al­bum mal ver­öf­fent­licht hät­ten. Tat­säch­lich sind aber erst gu­te zwei Jah­re seit mei­ner ers­ten Be­geg­nung mit ih­rer Mu­sik ver­gan­gen und der An­lass war kein Al­bum son­dern ei­ne 7". Mei­ne Ver­wir­rung dürf­te zum Teil der Tat­sa­che ge­schul­det sein, dass sich in Frank­reich mit Short Days und Night­wat­chers be­reits zwei Bands an ei­nem nicht ganz un­ähn­li­chen Sound ab­ar­bei­ten. Auch dass die Plat­te be­reits an­ge­kün­digt wur­de als drau­ßen noch Schnee lag, hat da si­cher was bei­getra­gen. Je­den­falls glau­be ich, dass noch Schnee drau­ßen lag, aber mein Ge­dächt­nis hat sich nun ja schon mal als ei­ne recht un­zu­ver­läs­si­ge Fak­ten­quel­le er­wie­sen.

Wie auch im­mer, Te­l­ecult be­ar­bei­ten je­den­falls die­ses Feld des me­lo­di­schen Punk­rocks mit An­flü­gen von Ga­ra­ge- und Post Punk, das man ne­ben den er­wähn­ten hei­mi­schen Bands noch so mit Red Dons, Ra­dio­ac­ti­vi­ty, The Est­ran­ged, Mar­ked Men oder Cheap Whi­ne in Ver­bin­dung bringt. Die gu­te Nach­richt da­bei ist, dass ne­ben der schwung­vol­len Dar­bie­tung der Band auch die Songs von An­fang bis En­de stim­men und das Al­bum in dem jetzt nicht ge­ra­de rar ge­sä­ten Gen­re­um­feld al­les an­de­re als red­un­dant wirkt. Te­l­ecult spie­len da ziem­lich weit oben mit.

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Miedo - Demo

Auf Spa­nisch brül­len­der Ga­ra­gen­punk kommt auf die­sem De­mo von Mie­do aus New York oh­ne Um­schwei­fe und über­flüs­si­ge Schnör­kel di­rekt zur Sa­che, mischt den ei­nen oder an­de­ren Hard­core-Sprit­zer un­ter und tritt da­bei ge­wal­tig vie­le Är­sche. Ent­spre­chend kom­men mir als brauch­ba­re Ver­glei­che et­was simp­ler, aber da­für um­so en­er­gi­scher vor­ge­hen­de Bands wie Pri­ors, Ly­s­ol oder Ci­vic in den Sinn.

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The Missed - The Missed 7"

Nach dem Gam­ma World-De­mo zu­letzt ist hier schon die nächs­te Band aus der Asche von Ner­vo­sas. Wo­bei ich jetzt er­wäh­nen muss: Jüngs­te Er­eig­nis­se wei­sen dar­auf hin, dass letz­te­re Band noch gar nicht so tot ist wie zu­vor ge­dacht. The Mis­sed ist je­den­falls die ak­tu­el­le Band von Ner­vo­sas-Gi­tar­ris­tin Mi­ckey Ma­rie. Die hat­te vor ei­ner Wei­le schon mal ein De­mo raus, dem es noch et­was an kon­sis­ten­tem Song­ma­te­ri­al man­gel­te, aber auf ih­rer neu­en EP kli­cken so­wohl ihr Sound als auch die Songs rich­tig in die Gän­ge. Das hat klar noch ein biss­chen von der Vor­gän­ger­band, be­wegt sich aber über­wie­gend im Fahr­was­ser von ge­rad­li­nig me­lo­di­schem Punk­rock, Power Pop und kräf­ti­gem In­die Rock. Mal be­kommt das ei­nen Hauch von frü­hen Sheer Mag-Sin­gles ver­passt, hat den ei­nen oder an­de­ren Red Dons-mä­ßi­gen Ohr­wurm-Cho­rus und ei­nen me­lan­cho­li­schen Un­ter­ton von The Est­ran­ged an Bord; in wei­te­ren Mo­men­ten hört man den dich­ten Al­ter­na­ti­ve Rock von Bob Mould's Su­gar an die Tür klop­fen. Aus­nahms­los er­freu­li­che As­so­zia­tio­nen, al­so.

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Ex-Gold - E-X-E-P-1-4

Ei­ne aus­ge­zeich­ne­te De­büt-EP hat hier ei­ne Band aus Knoxvil­le, Ten­nes­see ver­bro­chen, de­ren Charme be­son­ders Freun­de des me­lo­di­schem Lärms im Drei­eck von Power Pop, re­lax­tem Schram­mel­punk und me­lo­di­schem In­die­rock kaum ent­kom­men wer­den. Mal hat das ei­nen leich­ten 77er Vi­be und er­in­nert dann et­was an den Klug­schei­ßer­punk von Pro­to Idi­ot - vor al­lem weckt das aber As­so­zia­tio­nen zu Bands von jen­seits des At­lan­tik, wie et­wa Bad Sports, Ste­ve Ada­myk Band, Cor­ner Boys, Ra­dio­ac­ti­vi­ty oder Tom­my And The Com­mies.

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