Cool Sorcery – Terra Invaders

Die neueste LP von Brasiliens marktführendem Erzeuger der verschroben-hyperaktiven Garage-/Synth-/Eggpunk-Vorzugsware geht mal durchaus ein paar Risiken ein und besteht zum großen Teil aus Kollaborationen mit diversen Egg-affinen Akteuren rund um den Globus - oder dem Kosmos, wenn man denn das Konzept etwas zu ernst nehmen möchte. Ich denke ja mal, dass so Hausnummern wie Tombeau, Billiam und Goblin Daycare hier keine Vorstellung mehr nötig haben, oder? Nicht alles funktioniet hier - besonders die R'n'B-Schlaftabletten She's Kinda Cute and OMG They Look So Bad haben vor allem den Effekt einer unnötigen Vollbremsung, die das ansonsten starke Momentum der Platte ungefragt unterbricht - aber wenn der Krempel einschlägt, dann richtig und stellenweise nähert sich das ganze dem kreativen Chaos und Eklektizismus eines Trashdog oder Checkpoint an. Und überhaupt bevorzuge ich ja mal eine Platte mit Ideen, Ambition und ein paar Fehlzündungen gegenüber einer, die es gar nicht erst versucht.

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Toy Brigade – Demo

Hier hätten wir mal einen weiteren Schwall von ausgezeichnetem Garage- und Synth Punk von noch einer weiteren Band aus Melbourne, die - trotz einiger gemeinsamer Parameter - ein gutes Stück herzhafter auf die Kacke haut als der durchschnittliche Eggpunk-Act. Am meisten erinnert mich das hier an so Bands wie Quitter, Beef, Busted Head Racket und Broken Prayer, plus in einigen Momenten an diesen Typen, den man unter anderem als Djinn/Zhoop/Nightman/Brundle/RONi, etc kennt.

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Showroom Dummies – Showroom Dummies

Die jüngste EP dieser Band aus dem kanadischen Winnipeg erfreut mit vier exzellenten Sprengungen nahe dem roheren Ende des Garage-/Fuzz-/Synth Punk-Spektrums, verschönert durch eine komplett irre und entgleiste Gesangsperformance. Das ist mal eine sichere Wette als potenter Crowdpleaser-Rundumschlag für Freunde von so Zeug á la The Gobs, 3D and the Holograms, Ghoulies, Daughter Bat and the Lip Stings und Factory City Children, gipfelt letztendlich in einer wuchtigen Hardcore-Entladung die dann wiederum Vergleiche zu so Bands wie Witch Piss, Spewed Brain and Geoduck Diodes assoziiert.

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.cum – .cum

Eine glorreiche Debütsingle hat da eine nebulöse Band aus nirgendwo in die endlose Leere des Internets gefeuert, bestehend aus zwei unbestreitbar leckeren Synth Punk-Ohrwürmern die einerseits etwas klingen wie ein Throwback in die 2000er Indie Rock Ära (erinnert ihr euch noch, als Pitchfork mal Relevanz hatte?), andererseits aber auch an jüngere Garage Punk-Phänomene erinnert wie Cherry Cheeks, Ope oder Smirk, mit einer abschließenden Glasur aus der Digital Leather-Grabbelkiste. Was gibt's daran nicht zu mögen?

Autobahns – First LP!

Die Leipziger Post-/Garage Punk-Szene erstaunt mich doch immer wieder, genauso wie es Autobahns schon vermochten anlässlich ihrer Split-EP mit den ebenfalls brillianten S.G.A.T.V.. Jetzt ist das Debütalbum der Band auf so etwa dreieinhalb üblich-verdächtigen Labels rund um den Globus erschienen und ist erneut ein Ding zum anbeißen! Direkt zu Beginn entfalltet sich schon eine gewisse Billiam-mäßige Qualität dieser Songs, moderat Egg-mäßige Garage Punk-Smasher die gleichermaßen auch Assoziationen erwecken zu so Hausnummern wie Tommy Coassack, Set-Top Box und den Eggpunk-Sensationen Snooper, Beer, Prison Affair oder Egg Idiot. Tellin' Ya transpontiert einige der besten Tendenzen jüngerer Vaguess-Veröffentlichungen in den hier schon reichlich erwähnten Eierkontext. Dabei operiert die Band durchweg als eine unverschämt tighte Einheit, die einerseits jederzeit sehr amtliche Stürme heraufzubeschwören versteht ohne dabei aber jemals ihre eiserne Kontrolle über den konstanten melodischen Druckausgleich zu verlieren, der seinen finalen Höhepunkt in der unverdünnten Noise Pop-Ekstase von Loss Of The Rights findet.

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Virtual Combat – Death Machine

Die Band aus Sydney ließ kürzlich schon gespannt aufhorchen mit zwei starken EPs und dieser neue Kurzspieler zeigt sie in ihrer besten Form bislang. Dabei operiert die Band in einer goldenen Zone zwischen Garage-, Synth-, Post- und Psych Punk und spannt damit einen Bogen von schrägen Tellerrand-Acs wie Die TV und DBR, über den Garage-Primitivismus etwa von Buck Biloxi, Giorgio Murderer bis hin zu den abgespaced psychedelischen Trips von Zoids, Mononegatives, Mateo Manic, Silicon Heartbeat, Pow!, Cthtr und sogar einer leisen Ahnung von Electric Prawns 2 und ihrem monumentalen '23er Album Prawn Static For Porn Addicts.

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Five Bucks – Go Skate / H82W8

Diese Band aus Varese, Italien lässt auf ein sehr spaßiges Demo vom vorletzten Jahr eine noch deutlich geilere 2-Track-Single folgen. Go Skate beschwört eine pulsierende Elektropunk-Ästhetik herauf nicht unähnlich etwa zu Spyroids, Freak Genes, O-D-EX oder der jüngsten Shrudd EP. H82W8 hat dann mehr von einem fluffigen Garage Pop-Vibe so grob im Fahrwasser von Slimex, Daughter Bat and the Lip Stings, Ghoulies, Gee Tee und Busted Head Racket, neben noch vielen anderen.

Shrudd – For Budding Astrophysicists And Backyard Astronomers

Shrudd aus Louiseville, Kentucky sind schon ein paar Jahre unterwegs aber sind erst kürzlich auf kreatives Gold gestoßen mit den Bizarro und Microbiome EPs im letzten Jahr, wobei erstere sich eher mit Hardcore-verwandtem Lärm befasste und letztere stärker in der Garage-/Synthpunk-Ecke verankert war - eine Ästhetik, die auch auf der neuesten EP dominiert und auf welcher sie die stilistischen Schräg- und Verschrobenheiten noch mal deutlich erhöhen. Das Ergebnis hat eine stärkere Eggpunk-Energie und lässt mich gleichermaßen an Bands wie Prison Affair, Victor, Set-Top Box oder Paulo Vicious denken wie auch an gegenwärtige Acts aus der Synth-/Elektropunk-Ecke á la Isotope Soap, Freak Genes, Spyroids und Powerplant.

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Neon Lies – Demons

Goth-infizierter Synth Wave gehört ja mal nicht so zu den Genres, für die die ich mich leicht begeistern lasse, zu formelhaft und uninspiriert ist das meiste davon für meinen Geschmack. Die neueste LP von diesem Typen aus Zagreb, Kroatien, der bei mir vorletztes Jahr schon einen bleibenden Eindruck als Support von Nag hinterlassen hat, ist da aber eine erfreuliche Ausnahme. Es ist zwar nich so dass er darauf irgendwas bahnbrechend neues veranstalten würde, aber ungeachtet der simplen und zeitbewährten Essenz, sind diese Songs einfach mal wunderbar ausbalanciert und treffsicher arrangiert, zum Bersten vollgestopft mit eingängigen Hooks und Melodien, aufgeladen mit reichlich Energie und einem sehr vertrauten aber absolut effektivem Sinn für Melancholie. Vielleicht ist das nur meiner eigenen Neigung geschuldet, aber mehr als an typische Synthwave-Kost fühle ich mich hier an Punk-/Garage-relevante Acts erinnert wie Digital Leather (klar, der offensichtliche Vergleich), O-D-EX und ganz besonders die total einzigartige Sex Tourists LP von 2017.

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Eyelash – Eyelash

Das zweite Tape dieser Band aus, ähm... Tokyo (?) transportiert durchweg soliden, einfachen wie wirkungsvollen Synth- und Post Punk mit Garagenzusatz, der mich ganz besonders an die Franzosen Catalogue und die Belgier Le Prince Harry denken lässt aber auch mit so Bands wie Spyroids, O-D-EX, Mind Spiders, Powerplant, Crime Wave und Liquid Face liegt man sicher nicht ganz falsch... oder eine ernstere Inkarnation der Freak Genes vielleicht? Wie auch immer, der Scheiß funktioniert!

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