Snarewaves – Snarewaves

Ziemlich heißer Scheiß, die Debüt-Kassette von irgend so 'nem Typen aus Lansing, Michigan. Das ausgefuzzte Garage Punk-Inferno in Cracked lockt dabei zuerst mal auf eine etwas falsche Fährte, verschiebt sich der Sound in den darauf folgenden Tracks doch mehr in eine Richtung von Noise-verseuchtem Synth Punk und umspannt dabei doch so einiges an stilistischer Bandbreite. Entsprechend mag man sich hier an einen recht bunten Blumenstrauß von Bands aus dem erweiterten Spektrum von Synth-/Electro-/Sample Punk erinnert fühlen wie etwa Beef, ISS, Heavy Metal, Klint, The Garden, Victor, Spyroids, R. Clown, Paulo Vicious und Kerozine.

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Power Pants – PP7

Erwarte besser mal nichts bahnbrechend neues hier, denn bei Power Pants weiß man immer schon im voraus ziemlich exakt was einen erwartet und sogar die frühen Ramones hatten vermutlich mehr stilistische Bandbreite als diese Band. Und doch verfehlen diese Songs selten ihr Ziel und diese vollends unprätentiöse Formel des eingängigen Garage Punks ist und bleibt ein irrsinnig verlockendes Angebot. Und so lage wir weiterhin regelmäßig so potente Geschosse wie May I Rest oder You're Invited vorgelegt bekommen, werde ich mir auch weiterhin dankbar jede neue Zuckerbombe in den Rachen stopfen, die Power Pants mir vor die Füße werfen. Wuff!

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Furia Fatal – Chain Shot DLC

Punk mit Gaming-Hyperfixierung ist ja nicht so der große Indikator für Kreativität und künstlerischen Wert, aber die zweite EP dieser Band aus Fresno, Kalifornien widersetzt sich dankenswerter Weise der allgemeinen Tendenz solcher Musikware zu zahnlosen, abgedroschenen Chiptune-Sounds. Stattdessen liefern die hier ein paar ausgesprochen schmackhafte Häppchen aus fuzzigem LoFi-Elektropunk mit ordentlich Beißkraft ab, die mich abwechselnd mal an so Zeug erinnern wie S.B.F., ISIS, Exit Mould, Penance Hall, Kerozine, Giorgio Murderer oder auch die stärker elektrolastigen Projekte dieses Zhoop/Djinn/etc.-Typen: Nightman und Brundle.

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Ghoulies – Shafted By The Algorithm

Das neue Jahr ist noch keine Woche jung und schon hat die Erste Theke den ersten Blockbuster-Titel für 2025 draußen... digital zumindest. Die Ghoulies aus Perth, Australien sind eine dieser Bands bei denen es sich anfühlt, als wären sie schon viel länger unterwegs, nicht zuletzt weil sie sich schon lange ihren eigenen festen Platz im Garage-/Synth-/Eggpunk-Spektrum erstritten haben - und das nicht etwa weil sie besonders an dessen Fundamenten wackeln würden, sondern eigentlich eher indem sie existierende Formeln auf maximalen Feinschliff hochpolieren - mit explosiven Resultaten. Nicht zuletzt haben sie dann aber auch noch genau das verhexte Songmaterial am Start, das man so leicht nicht mehr aus dem Kopf kriegt. An vielen Stellen erinnert ihr Sound vage an halbwegs oldschoolige Artefakte aus einer Ära noch vor der Etablierung des allgegenwärtigen Eggpunk-Sammelbegriffs wie etwa von frühen Ausmuteants, Quitter oder Drug Sweat, passt aber gleichermaßen auch gut zusammen mit jüngeren Erscheinungen á la Cherry Cheeks, Satanic Togas, Research Reactor Corp., Gee Tee, Kitchen People oder Tommy Cossack & The Degenerators.

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Dadgad – New Year Demos

Nach dem die Band aus Rom bereits einen ganzen Arsch voller netter EPs und Splits veröffentlicht hatte, die alle recht bequem in etablierte Muster des fluffigen Eggpunk gepasst haben, markierte ihre letzte Veröffentlichung dann eine bemerkenswerte Wandlung zu einer roheren, Fuzz-verseuchten Ästhetik. Die neueste EP klingt jetzt wie eine erfolgreiche Verquickung beider Tendenzen und beinhaltet gewisse Qualitäten nicht unähnlich zu so durchweg hochgeschätztem Vertretern wie Die TV, Electric Prawns 2, Temporary Curse oder auch gegenwärtigem Erik Nervous.

Titanium Exposé – Disorders

Das Debüt-Tape auf Goodbye Boozy von dieser Band aus Haarlem, Niederlande ist ausgezeichneter Nachschub an Egg-mäßigem, unwuchtigem Garage Punk-Chaos, das in etwa so klingt wie Synth-Infizierte Uranium Club in den etwas straffer strukturierten Songs, während in anderen Momenten ein Level an schrulliger Kreativität erreicht wird auf einer Höhe mit so schweren Fällen wie Checkpoint, Pressure Pin, Liquid Face, Skull Cult und Belly Jelly.

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Government Sex – Baby Farts

Die zweite EP dieser Band aus Austin, die möglicherweise zu 75% aus rein imaginären Mitgliedern bestehen mag, strapaziert genau die richtigen Schmerz- und Genusspunkte im Nervensystem mit diesen drei wunderschön brennenden Mülltonnen aus primitivem, rohem Drei-Akkord Garage- und Fuzz Punk, der sich gerade eben ausreichend dement benimmt um anspruchsvolle Genießer von so Scheiß á la Buck Biloxi, ISIS oder Giorgio Murderer wunschlos glücklich zu hinterlassen.

Jimsobbins – When You Find Out

Es gefiel mir schon sehr was ich auf der netten Split EP hörte, die das Duo (?) Jimsobbins aus Providence, Rhode Island, nun ja... in erster Linie mit sich selbst unter dem Alias Cindy veröffentlicht hatte. Diese neue digitale Single bringt mehr vom gleichen guten Scheiß. Den Anfang macht eine rundum kompetente Nerves-Coverversion, gefolgt von einem eigenen Song dessen quirliger Vibe sich etwa in der Nähe von so Krempel wie R.M.F.C., Billiam, Gonk, Shrudd, Music for Microwaves oder Liquid Lunch verorten lässt.

Shady Lady and the Malefactor – A Nickname

Die dritte EP dieser Band aus Stockholm macht unmittelbar mal einen ausgezeichneten Eindruck mit einem moderat exzentrischen und abwechslungsreichen Mix aus Garage-, Post-, Synth- und Art Punk der geringfügig Devo-mäßigen Machart, zu dessen Tugenden und Referenzen auch etwa das quirlige Chaos von Skull Cult und Jelly Belly gehört, die '80er Synth Punk-Flashbacks jüngerer Isotope Soap, etwas Psychedelia á la Mononegatives und die Unvorhersehbarkeit von Pressure Pin. Auch eine erfreuliche Überraschung: Der Bonus-Remix des pulsierenden Rausschmeißer-Tracks Wendy Got Balls, der tonnenweise von einem aus der Zeit gefallenen retro '80er 12" Disco Edit-Charme mitbringt.

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Dick Hick – Evil Music !!!

Horror-/Dungeon-affiner Garage Punk aus Houston. Ausgebombt, moderig riechend und ausgesprochen grob, erinnert mich dieser Scheiß an so Größen wie frühe Strange Attractor, Neo Neos, Lumpy & The Dumpers, Stinkhole und Research Reactor Corp. Alles davon klingt wie Musik in meine Ohren, auf jeden Fall mehr als was du vermutlich gerade hörst.

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