Es gefiel mir schon sehr was ich auf der netten Split EP hörte, die das Duo (?) Jimsobbins aus Providence, Rhode Island, nun ja… in erster Linie mit sich selbst unter dem Alias Cindy veröffentlicht hatte. Diese neue digitale Single bringt mehr vom gleichen guten Scheiß. Den Anfang macht eine rundum kompetente Nerves-Coverversion, gefolgt von einem eigenen Song dessen quirliger Vibe sich etwa in der Nähe von so Krempel wie R.M.F.C., Billiam, Gonk, Shrudd, Music for Microwaves oder Liquid Lunch verorten lässt.
Die dritte EP dieser Band aus Stockholm macht unmittelbar mal einen ausgezeichneten Eindruck mit einem moderat exzentrischen und abwechslungsreichen Mix aus Garage-, Post-, Synth- und Art Punk der geringfügig Devo-mäßigen Machart, zu dessen Tugenden und Referenzen auch etwa das quirlige Chaos von Skull Cult und Jelly Belly gehört, die ’80er Synth Punk-Flashbacks jüngerer Isotope Soap, etwas Psychedelia á la Mononegatives und die Unvorhersehbarkeit von Pressure Pin. Auch eine erfreuliche Überraschung: Der Bonus-Remix des pulsierenden Rausschmeißer-Tracks Wendy Got Balls, der tonnenweise von einem aus der Zeit gefallenen retro ’80er 12″ Disco Edit-Charme mitbringt.
Horror-/Dungeon-affiner Garage Punk aus Houston. Ausgebombt, moderig riechend und ausgesprochen grob, erinnert mich dieser Scheiß an so Größen wie frühe Strange Attractor, Neo Neos, Lumpy & The Dumpers, Stinkhole und Research Reactor Corp. Alles davon klingt wie Musik in meine Ohren, auf jeden Fall mehr als was du vermutlich gerade hörst.
Neuer Scheiß von Midgee? Super, da nehm ich zwei von. Oh, und neue Songs von Electric Prawns 2 obendrein? Halts Maul und nimm mein Geld! Midgee aus Melbourne beweisen sich hier erneut als eine sichere Bank für Fans von verspulter Synth-/Garage-/Eggpunk-Qualität im Fahrwasser von so Bands wie Prison Affair, Nuts, Set-Top Box oder Beer. Ungleich ambitionierter und variabler kommen dann die vier Songs der Garage-Sensation Electric Prawns 2 aus Moffat Beach rüber, wobei sie sich hier überwiegend auf der sonnigen Seite ihres musikalischen Spektrums bewegen in einem saumäßig eingängigen Bündel von kompakten Smashern die unter anderem ähnliche Tugenden und Qualitäten aufweisen wie man sie etwa auf den Jüngsten Billiam-Veröffentlichungen oder manchen Alien Nosejob-Platten vermuten würde.
Dieses vorzüglich Popo tretende Debütalbum von Brian Alchamaa aka Outside View aus Austin, Texas hat ein sattes all-killer-no-filler 15-Song-Paket für uns auf Lager aus teilweise Synth-veredelten, geringfügig Richtung ’77 tendierenden Garage-Ohrwürmern, von denen einige an den Simplizismus von Buck Biloxi, The Spits, Bart and the Brats erinnern, andere hingegen an die glitzernden Hymnen von so Bands wie Why Bother?, Deletions, Digital Leather und Lost Sounds.
Für meinen Geschmack waren bisherige Veröffentlichungen von Why Bother? aus Mason City, Iowa häufig etwas durchwachsen, wobei die unbestreitbaren Highlights aber duchaus für jeden Song zu entschädigen wussten, in denen das Songwriting einen Tacken zu halbgar war oder die Performance nicht so recht zünden wollte. Mit der Zeit hat sich ihre Hits-zu-Fehlzündungs-Rate aber klar verbessert und ihr neuester Langspieler liefert ihr bislang stärkstes Set an saumäßig eingängigen Ohrwürmern ab, das wie üblich Elemente von ausgesprochen simplen ’77er Vibes, Bruchstücken von Power Pop und auch reichlich an kontemporärem Garage- und Synth Punk zu einem beeindruckenden Feuerwerk aus unaufhaltsamen Hooks und Melodien verschmilzt, dem es dabei auch keineswegs an stilistischer Breite mangelt.
Dieses schnuckelige neue Tape einer Band aus Los Angeles hat für uns eine Ladung des so lärmigen wie auch hyperaktiven Synth-/Electro Punks, der sich irgendwie vage nach Klassikern der ’70er und ’80er anhört aber dann doch keine ganz treffende Ensprechung in jener Ära findet, wobei ich aber sagen würde dass Primitive Calculators und Nervous Gender keine ganz abwegigen Vergleiche wären. Darüber hinaus kann man auch gut Parallelen ziehen zu einer Reihe ziemlich unterschiedlicher jüngerer Bands wie Lost Packages, ISS, Spyroids, Skull Cult und Freak Genes, plus eine Prise von hybridem Garage-/Post Punk á la Tyvek und Shark Toys in gitarrenlastigeren Tracks wie Ford Branca.
Wenn du dachtest, die 2022er EP dieser Band aus Montreal wäre schon reichlich schräg und total Banane gewesen, sagen Pressure Pin so: „Hold my Beer“, denn das war alles noch gar nichts! Die zweite EP legt die Messlatte noch mal deutlich höher sowohl bezüglich aufwendiger Songkonstrukte als auch was freidrehendes Chaos und ungezügelte Kreativität angeht in einer Gesamtästhetik, die irgendwo im Nebel von Garage-, Synth-, Art und Eggpunk herumgurkt mit einem deutlichen Devocore-Einschlag, und es gleichsam voll darauf anlegt, alle Grenzen und Konventionen besagter Genres zu sprengen. Das ist genau jener eklektizistische „anything goes“-Ansatz der mich insbesondere an jüngere Werke von Trashdog und Checkpoint erinnert, aber wenn man das ganze mal auf seine grundlegenden Bauteile herunterbricht, kann man auch Parallelen zu zu den ’90er Midi Pop-Exkursionen von Metdog erkennen, den Devo-ismen von Isotope Soap, der quirligen Freude von Snooper und den Garage-/Art Punk-Ohrwürmfabriken namens Smirk und Cherry Cheeks. Die Typen verbauen mehr Ideen und Inspiration in einen einzigen Song als viele andere Garagenbands für ein ganzes Album übrig haben.
Eine weitere Achterlicht-EP sorgt erneut für einen beachtlichen Wumms und sprengt vom bisherigen Output der Niederländer mal locker das größte Loch in die Decke. Die Band hat noch nie so tight geklungen wie hier und das Songmaterial signalisiert ebenfalls einen massiven Sprung nach vorne in einem einzigen Spektakel aus gefährlichen Hooks und hartnäckigen Melodien grob im Fahrwasser von so Garage-/Synth-/Eggpunk-Schwergewichten wie Dadar, Satanic Togas, Research Reactor Corp. und Gee Tee.
Der Nachfolger zur tollen letztjährigen EP der Band aus Cincinnati, Ohio versucht gar nicht zu fixen was nicht kaputt ist und liefert stattdessen einfach kurzangebunden vier neue Schläge von dem gleichen großartigen Scheiß ab, der sich aus Elementen von Noise Rock, Post-, Garage- und Synth Punk zusammenfügt und mich auf die eine oder andere Art an so unterschiedliche Bands wie Busted Head Racket, Brandy, R.Clown, ISS, Spyroids and Knowso, De()t, Toy Brigade oder Nervous Tick and the Zipper Lips erinnert.