Physicalist sind eine neue Band aus (vermutlich) Vancouver, die sich um Dave P von der lokalen Power Pop-Sensation Night Court dreht. Deren Qualitäten schwingen auch auf dieser Platte mit, aber das zentrale Klangkostüm ist hier doch ein ganz anderes, eine infektiöse Verschmelzung von Hard-, Art- und Postcore mit einer unübersehbaren Garage Punk-Kante und melodischen Obertönen, was mich auf der Artcore-Seite der Gleichung etwa an Mystic Inane, Rolex oder Launcher erinnert und an Dumpies, Sauna Youth und Eyeball in seinen poppig-garagigen Tendenzen.
Ich hab nicht viel neues oder aufschlussreiches über diese EP zu erzählen außer dass die Band aus Boise, Idaho sich halt in einer spezifischen Subnische betätigt, die zuvor von so Bands wie Prison Affair, Beer und vielleicht Set-Top Box etabliert wurde und sich hier abspielt wie eine extra krude Variante dieses speziellen Fleckchens in der Eggpunk-Landschaft und nicht trotz, sondern gerade wegen besagter dissonanter Rohheit den Nagel auf den Kopf trifft, auch wenn man eigentlich dem Genre hier nichts neues hinzufügt.
Ordentlich räudiger, KBD-beeinflusster oldschool Garage Punk, der für mich in etwa so klingt als würde hier das frühe Schaffen von Strange Attractor mit der sauprimitiven und rohen Energie der frühen The Dogs oder American Muscle verschweißt, wenngleich man hier aus einem deutlich verlässlicheren Stapel an solidem Songmaterial schöpfen kann als es bei den letztgenannten Bands anfangs der Fall war. Der Scheiß geht richtig in die Fresse, einfach ausgedrückt.