Kal Marks – Adventure

Uni­ver­sal Care erscheint am 6. Februar auf Explo­ding In Sound.

Trauma Harness – Walt’s Crawlers

Trauma Harness - Walt's Crawlers

Album Num­mer drei der ganz offen­sicht­lich von Hor­ror und B-Movies beein­fluss­ten Post­pun­ker aus St. Louis führt die zwie­ge­spal­tene Marsch­rich­tung der ver­gan­ge­nen paar EPs fort, wech­selt sich wie selbst­ver­ständ­lich zwi­schen quir­li­gem Syn­th­pop mit einem gele­gent­li­chen John Car­pen­ter-Vibe und vor­züg­lich knar­zen­den Punk­num­mern ab, die häu­fig wie eine Ver­quir­lung aus frü­hen Mis­fits und Naked Ray­gun klin­gen, ver­edelt mit einem Kreis­sä­gen-/Gi­tar­ren­sound, den man eher bei Hüs­ker Dü oder Big Black ein­ord­nen würde. In bei­den Betriebs­modi fällt hier das deut­lich geschärfte und teil­weise fan­tas­ti­sche (Organ Donor ist sowas von per­fekt!), min­des­tens aber immer solide Song­ma­te­rial auf. Etwas ambi­va­lent stehe nur ich dem grenz­wer­ti­gen Kalauer am Ende ent­ge­gen…



Album-Stream →

CO SONN – VBG Trash Ensemble Vol. 1

CO SONN - VBG Trash Ensemble Vol. 1

CO SONN ist der Name des Solo­pro­jekts von einem gewis­sen Cas­per Teng­berg aus dem schwe­di­schen Väners­borg. Noch gar nicht so lange unter die­sem Alias aktiv, ist des­sen Band­camp aber schon mit einer stol­zen Anzahl von EPs voll­ge­pflas­tert. Auf Lazy Octu­pus ist jetzt sein ers­ter Lang­spie­ler als Tape erschie­nen und die Songs dar­auf erwe­cken den unge­zwun­ge­nen Ein­druck von zwölf unge­fil­ter­ten Moment­auf­nah­men. Immer im Garage Punk ver­an­kert, decken diese aber auch eine beacht­li­che sti­lis­ti­sche Band­breite ab. Da kann man sich an sehr unter­schied­li­ches Zeug erin­nert füh­len, etwa an Erik Ner­vous, The UV Race, die unzäh­li­gen Bands aus dem Umfeld der kali­for­ni­schen Dwy­er/S­egall-Con­nec­tion und an den Fuzz­punk frü­her Wav­ves, No Age oder Male Bon­ding.



Album-Stream →

Uniform – No Trending

Uniform - No Trending

Die ande­ren Uni­form mal wie­der. Nicht das New Yor­ker Indus­trial Pun­k/­Noi­se/­Me­tal-Duo. Auch nicht die kali­for­ni­schen Gara­ge­ro­cker; wie sich her­aus­stellt haben letz­tere ihren Namen inzwi­schen zu Uni abge­kürzt. „The Uni­form“ ist immer noch frei, behal­tet das also im Hin­ter­kopf für den Fall, dass ihr mal ’nen SEO-opti­mier­ten Namen für eure Band braucht. The Nir­vana oder Das Beat­les wären natür­lich noch effek­ti­ver. Andere Men­schen neh­men Geld für sol­che Tipps, von mir bekommt ihr die geschenkt!

Die Rede ist hier also von den Post­pun­kern aus Atlanta. Die tauch­ten hier vor län­ge­rer Zeit schon mal mit einem ziem­lich guten Demo auf, das ein wenig wie der abge­wrackte Cou­sin von Wymyns Pry­syn klang. Nicht von unge­fähr, denn alle Mit­glie­der von denen sind auch bei Uni­form am Werk, außer­dem sind noch Leute von Nurse und Slugga an Bord. Auf ihrem Debüt­al­bum ist der unge­stüme Vor­wärts­drang des Demos über weite Stre­cken einem mehr oder weni­ger gedros­sel­ten Tempo und einer blei­er­nen Schwere gewi­chen, die den Geist der Wipers in ihren dun­kels­ten Momen­ten her­auf­be­schwört.



Album-Stream →

Seafog – Dig It On Up

Seafog - Dig It On Up

Eine nicht mehr brand­ak­tu­elle aber umso exzel­len­tere EP kommt von einer Band aus Dun­edin, Neu­see­land. Einen Sound rol­len sie dar­auf aus, bei dem ich mir kaum vor­stel­len könnte, dass er irgend­ei­nem ande­ren Ort ent­spränge. Das hat ein­fach die­sen spe­zi­el­len Fly­ing Nun-Vibe. Relax­ter Indie­rock und Jangle Pop mit post­pun­ki­gen Groo­ves, durch­zo­gen von psy­che­de­li­schen Dro­nes, immer eine Zehen­spitze vor­sich­tig in die Avant­garde getaucht. Und natür­lich erin­nert mich das an The Clean sowie an aktu­elle Bands á la Surf Fri­ends, T54 und Boom­ga­tes.


Album-Stream →

Proto Idiot – Leisure Opportunity

Proto Idiot - Leisure Opportunity

Einige der jün­ge­ren Relea­ses auf Slo­venly Record­ings waren nicht so wirk­lich meine Tasse Tee in ihrer für mei­nen Geschmack doch etwas zu kon­ser­va­ti­ven Rück­be­sin­nung auf aus­ge­latschte 08/​15 Garage-For­meln; in mei­nen Augen war da mehr Masse als Klasse am Start. Die neu­este Ver­öf­fent­li­chung ent­puppt sich jedoch mal wie­der als eine ein­zige Rock’n’Roll-Glückspille.

Proto Idiot aus Man­ches­ter exis­tie­ren wohl schon ’ne Weile und haben bereits eine ganze Reihe von EPs und zwei Com­pi­la­ti­ons ver­öf­fent­licht, mir begeg­nen sie hier aber zum ers­ten mal mit ihrem (besagte Com­pi­la­ti­ons nicht mit­ge­zählt) Lang­spiel­de­büt. Das ent­zückt mit einem Sound aus ganz viel Garage- und einem klei­nen biss­chen Post­punk. Das hat durch­aus was von frü­hen Par­quet Courts und Eddy Cur­rent Sup­pres­sion Ring, es kommt aber auch immer wie­der der Vibe der Buz­z­cocks und gene­rell der bri­ti­schen 77er Schule auf. Ange­nehm dum­mer aber auch aus­ge­zeich­net rocken­der Spaß. Der Ope­ner kün­digt unmiss­ver­ständ­lich an, was fol­gen wird: I’m stu­pid. You’re stu­pid. Let’s do it!



Album-Stream →