Ein Fixpunkt in der Garagenszene der letzten Jahre ist zurück mit einer diesmal wieder etwas größer angelegten LP via Erste Theke Tonträger, nachdem die vergangenen paar Jahre eher durch ein Stück weit unter dem Radar fliegende Kassetten- und Digital-Releases geprägt waren. Das Ding hier kommt nicht weniger eklektizistisch daher als besagte jüngere Veröffentlichungen, aber gleichzeitig auch um einiges fokussierter, entschlossener und konsistenter als das vorhergegangene Geschepper. Das Zeug umspannt ein Spektrum aus kräftig vorangehendem Post Punk (When It's Gone, A.P.A.C.) , melancholischen Indie Rock-Balladen (Texas Cloud), flauschigem Synth-Pop (Let U Know), geradeaus-rockenden Garage-/Fuzz Punk-Explosionen - reichlich Speck zum festbeißen und alles zusammengehalten von Vinny Earley's immer selbstsicheren, häufig brillianten Songwriting-Fähigkeiten. Mit Weekend Shadows und Carryon gibt es dann zu guter Letzt noch zwei dieser göttlichen Power-/Fuzz Pop-Ohrwürmer wie sie der Typ einfach perfektioniert hat.
REVV Prism Hick Tracy Solution Rat Art Tech Billiam Maximum/Max Out Metdog Surfin Da Web Barf! Successful Musician Paulo Vicious Cocô De Um Dia Busted Head Racket Poor No More
Klint Keep On Rockin Beer Full Leather Jacket Factoids Reel Rock Rude Television Artificial Paint Hacker Scammer Hogg No Self Etiquette Unknown Title Jëg Hüsker Fomo Boy
Spodee Boy Procedures Aus Zugvögel Warm Exit Concrete Fascination MKVulture Coach Glas Nost Speak Violence Corker Distant Dawn
Pura Manía Las Locas Aventuras De Horacio Gómez Pleasants Karaoke Booth Bigheads Attica Accidente Atajos Jenerator Jenkins Desert Mirage The Slads Panic Attack
Nach einer inzwischen scheinbar spurlos aus dem Internet verschwundenen, äußerst appetitanregenden ersten EP vor zwei Jahren liefert jetzt Dirtnap Records das Langspieldebüt dieser Band nach und inzwischen gibt es auch ein paar belastbare Fakten dazu. O-D-EX sind nämlich ein Duo bestehend aus niemand geringerem als Garage Punk-Hochadel Mark Ryan (am bekanntesten als integraler Bestandteil von Radioactivity, Mind Spiders und Marked Men) und einem gewissen Micah Why, dessen bisherige Bands mir noch gar kein Begriff waren. Der minimalistische Synth Punk hat klar ein bisschen den Vibe der späten Mind Spiders geerbt, aber insgesamt ist das Zeug hier düsterer, sparsamer und roher mit einem gewissen oldschool-Vibe, der unter anderem die Energie von Minimal Man, Nervous Gender, Screamers, Units, Primitive Calculators oder Visitors transportiert. Genauso kann man das aber auch plausibel mit jüngeren Zeiterscheinungen vergleichen wie Powerplant, Pow!, Spyroids oder etwa einer Mischung aus etwas friedlicheren Lost Packages, dem digitalen Lo-Tech Wahnsinn von Nubot555 und den minimalistisch-wavigsten momenten von Digital Leather.
Songs über Autos haben gerada ja nicht so Konjunktur und ich würde sagen zurecht, denn die Zukunft gehört mal sowas von den Bahnen und Fahrrädern und das verschwenderischste aller persönlichen Transportmittel kann sich eigentlich kaum schnell genug aus unserem Alltag zurückziehen. Aber allem zum Trotz, hier ist noch mal eine ganze EP im Zeichen des unwahrscheinlichen Autopunk-Liedguts. Musikalisch tritt das durchweg Ärsche in einem verschrobenen Mix aus Art- und Garage Punk, dem ich mal einen ähnlichen Charakter zu so Genre-Hausnummern wie Vexx, Cel Ray, Warm Bodies, Warp oder Fugitive Bubble unterstellen möchte.
Eine neue Billiam EP die alle tollen Kunststücke vollbringt die man von einer neuen Billiam EP erwartet - geht sowas von klar, das! Und du, anonymer Rezipient dieses Blogs, hast ja sowieso schon lange rausgefunden ob du das liebst oder hasst, was der Typ immer so anstellt - so in etwa das musikalische Äquivalent zu einem Wes Anderson-Streifen. Sowohl was Wes Anderson als aus Billiam angeht bin ich jedenfalls dem Zauber unheilbar verfallen und auch wenn beide sich in Zukunft damit zufrieden geben sollten, immer wieder den gleichen Trick aufzuführen, kaufe ich denen weiterhin alles ab was ich bekommen kann!