C-Krit - C-Krit

Schei­ße, riecht das mal streng hier… aber auf ei­ne gu­te Art und Wei­se. Nach an­dert­halb mil­de ver­stö­ren­den Tapes auf Im­po­tent Fe­tus kommt jetzt per Te­try­on Tapes der ers­te “Lang”-Spieler der Band hin­ter­her und ver­brei­tet er­neut hel­le Freu­de. Ganz schön ei­te­ri­ger Hard- und Noi­se­co­re ist das, den man va­ge mit so Acts wie Soup­cans, Stink­ho­le oder Vul­tu­re Shit ver­glei­chen mag, aber auch von al­ten Pio­nie­ren wie Flip­per, No Trend und Bro­ken Ta­lent hat das ein biss­chen was. Als Kind wur­de mir von mei­nem re­li­giö­sen Um­feld mal sug­ge­riert, man könn­te sich durch das hö­ren von bö­ser Rock­mu­sik ganz schnell ei­nen fie­sen Dä­mon ein­fan­gen (zum Glück hielt die Pa­nik­ma­che in mei­nem Fall nicht lan­ge vor…). Kei­ne Ah­nung was man sich beim leicht­sin­ni­gen An­hö­ren die­ser Kas­set­te ein­fängt, aber zu den Ne­ben­wir­kun­gen ge­hö­ren wil­der Sar­kas­mus, Durch­fall und ein aus­ge­präg­tes Ge­fühl von al­les scheiß­egal.

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Split System - Split System

Hier ha­ben wir es mal wie­der mit ei­nem arsch­tre­ten­den, ge­mä­ßigt old­schoo­li­gen Ga­ra­ge Punk-Ar­te­fakt aus Aus­tra­li­en zu tun, her­auf­be­schwo­ren von Leu­ten die ihr Hand­werk ver­ste­hen. Am Ge­sang ha­ben wir hier nie­mand ge­rin­ge­ren als den groß­ar­ti­gen Jack­son Reid Briggs, der hier frei von den Ver­su­chun­gen und Ab­len­kun­gen des Gi­tar­ren­spiels mal ganz schön vi­tal und be­freit klingt, ei­ne deut­lich nu­an­cier­te­re Ge­sangs­per­for­mance ab­lie­fert als wir das bis­her von ihm ge­wohnt wa­ren. Auch die rest­li­chen Be­tei­lig­ten sind bei­lei­be kei­ne Un­be­kann­ten, sind hier doch un­ter an­de­rem Leu­te von Stiff Ri­chards und Speed Week am Werk. Simp­les aber mit­rei­ßen­des Song­ma­te­ri­al trifft auf ei­nen un­auf­halt­sa­men Dri­ve. Das Zeug klingt schon auf den ers­ten Blick ver­traut, hat da­bei aber ei­ne ge­wis­se Ver­spielt­heit und Viel­sei­tig­keit, wel­che die­se Songs den­noch klar von den zu­vor ge­nann­ten Bands zu un­ter­schei­den ver­mag.

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Hippyfuckers - ????

Ein ve­ri­ta­bler Schlag in die Ma­gen­gru­be, das De­büt-Tape die­ser Band aus St Lou­is, Mis­sou­ri. Hard­core Punk mit un­kon­ven­tio­nel­len und fle­xi­blen Struk­tu­ren, in man­chen Au­gen­bli­cken durch­aus me­lo­disch und cat­chy, in an­de­ren dann mit ei­nem düs­te­ren Post Punk /​ De­ath Rock-Un­ter­ton und au­ßer­dem ist da noch der ge­ra­de sehr schick­li­che (ver­steht mich nicht falsch, ich find’s su­pi) Ga­ra­gen­vi­be am Start. Man mag sich mal an Hüs­ker Dü in ih­rer Hard­core-Pha­se er­in­nert füh­len oder an neue­ren Hard-/Post­co­re-Krem­pel wie Nopes, Pink Gui­tars, Ce­ment Shoes oder den knall­bunt-psy­che­de­li­schen Hard­core-Alb­traum von Mur­de­rer.

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Print Head - Change

Ein neu­es Tape des mys­te­riö­sen Pro­jekts das mög­li­cher­wi­se in Hicks­ville, New York an­säs­sig ist und das Zeug bleibt un­vor­her­seh­bar wie eh und je. Dies­mal be­kom­men wir ei­nen Bat­zen von durch­weg un­ter ei­ne Mi­nu­te lan­gen, me­lo­di­schen Ga­ra­ge-Smas­hern vor den Latz ge­knallt - ab­ge­fuzz­ter High Speed Power­pop, der ein biss­chen so an­mu­tet wie ei­ne Ga­ra­ge Punk-In­kar­na­ti­on der frü­hen Gui­ded By Voices aus ei­nem al­ter­na­ti­ven Rea­li­täts­strang.

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Isotope Soap - In Need Of Systematic Entropy

Mit or­dent­li­cher Ver­spä­tung - wie heut­zu­ta­ge lei­der so ziem­lich al­les, das mal auf Vi­nyl er­schei­nen möch­te - be­kom­men wir das neu­es­te Opus von Schwe­dens fä­higs­ter Syn­th­punk-Ka­pel­le und mei­ne Fres­se, ist das ein ab­ge­spac­ter neu­er Le­vel an Schräg­hei­ten, auch für die­se Band. Ge­nau so wie ich’s am liebs­ten hab al­so. Zur Hälf­te bestht die LP aus ex­tra ver­spul­ten, in­stru­men­ta­len In­ter­lu­des mit so ei­nem ge­wis­sen Hauch von ei­nem bi­zar­ro John Car­pen­ter Sound­track und die rest­li­chen Songs schei­nen mehr als je zu­vor In­spi­ra­ti­on von al­ten Gen­re-Pio­nie­ren zu ge­win­nen - na­tür­lich ist da auch ein biss­chen De­vo drin, aber noch eher den­ke ich da et­wa an so Zeug wie Screa­mers, Units oder Ner­vous Gen­der, ver­mischt mit jün­ge­ren Acts à la Set-Top Box, Di­gi­tal Lea­ther und ge­le­gent­lich mei­ne ich auch ei­ne grim­mi­ge Post Punk-Ge­ruchs­no­te ähn­lich zu Bands wie Vi­deo oder VHS zu re­gis­trie­ren.

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Big Baby - Big Baby's Big Fuckin' Record

Ach weh, hier ist noch­mal ei­ne klei­ne La­dung von kom­plett un­ori­gi­nel­lem aber durch­weg hoch­klas­sig arsch­tre­ten­dem Ga­ra­ge Punk, der je­nen, die be­reits bö­se un­ter Sick Thoughts-Ent­zug lei­den ein will­kom­me­ner Er­satz sein wird und auch Freun­de von Da­dar, Shit­ty Life oder - in man­chen Au­gen­bli­cken - Boo­ji Boys nicht all­zu ner­vös ma­chen wird. Die­se ziem­lich nor­ma­len aber durch­aus put­zi­gen Ba­bys trin­ken dann letz­ten En­des ja doch nur Bier und kein Blut - ich muss zu­ge­ben, dass ist doch tat­säch­lich ei­ne klei­ne Über­ra­schung bei ei­ner Band aus Tritts­burgh, Trenn­syl­va­nia.

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Animated Violence - Demo

Ein rei­ner Quell der Ga­ra­ge-be­feu­er­ten Hard­core-Glück­se­lig­keit, ab­ge­lie­fert von ei­ner Band die viel­leicht aus Long Beach, Ka­li­for­ni­en kommt oder viel­leicht auch nicht. Der Scheiß hält ei­ne ein­wand­freie Ba­lan­ce zwi­schen dumm ge­ra­de­aus bret­tern­der old­school En­er­gie und den di­ver­sen Ma­cken und Ver­schro­ben­hei­ten jün­ge­rer Hard­core-Phä­no­me­ne, was sie auf der Gen­re­land­kar­te in gu­ter Ge­sell­schaft zu ge­gen­wär­ti­gen Sor­gen­kin­dern der Mar­ke Mys­tic In­a­ne, Laun­cher, Fried E/​M, Mo­dern Needs oder Li­quid As­sets lo­ka­li­siert.

Onyon - Onyon

Simp­ler und ein­gän­gi­ger Post Punk aus der um­trie­bi­gen Leip­zi­ger Sze­ne. Das ge­winnt jetzt zwar kei­nen In­no­va­ti­ons­preis, ist da­für aber um­so stil­si­che­rer in sei­nem Syn­th-Un­ter­stütz­ten, mi­ni­ma­lis­ti­schen An­satz, der sei­ne va­ge old­schoo­li­gen Kal­ter-Krieg-Vi­bes selbst­be­wusst zur Schau trägt. In Shi­ning Ri­ver Utah gibt es dann doch mal ei­ne klei­ne Über­ra­schung in Form aus­ge­präg­ter Folk-/A­me­ri­ca­na-Vi­bes à la Angst oder Mitt­acht­zi­ger Gun Club und auch im wei­te­ren Ver­lauf ver­steht man es durch­aus, den Scheiß ab­wechs­lungs­eich und kurz­wei­lig zu ge­stal­ten. Über­haupt fällt da­bei ein un­ge­wöhn­lich spa­ßi­ger, war­mer, po­si­ti­ver Vi­be auf, der trotz der weit­ge­hen­den Be­schrän­kung auf eta­blier­te Gen­re-Pa­ra­me­ter ei­nen Groß­teil der Songs durch­zieht.

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