Gustave Tiger - At The Idyll's End
Die letz­tes Jahr erschie­nene EP Mit­anni Mares die­ser Kapelle aus Buda­pest ließ ja schon gespannt auf­hor­chen, aber jenes kleine Beben konnte mich in keins­ter Weise vor­be­rei­ten auf die­sen Erd­rutsch von einem atmo­sphä­risch dich­ten Album. Ohne Scheiß, beim ers­ten Hör­durch­gang fiel mir von den ers­ten Tak­ten an die Kinn­lade mal sowas von auf den Boden. Und ich bin wirk­lich nicht mehr so leicht zu beein­dru­cken.

Es ist ein Album der schein­ba­ren Wider­sprü­che. Semi-sin­fo­ni­sche Chor­ge­sänge und new-agi­ges Geschwur­bel tref­fen auf Blast­beats, Noi­se­at­ta­cken und selbst für einen über­ra­schen­den Blä­serein­satz ist hier Platz. Über weite Stre­cken zieht sich ein gewis­ser Gothic-Vibe durch die Songs, aber auch ein Psy­che­de­li­sches Blues­riff kann da mal als Song­fun­da­ment her­hal­ten. An jeder Ecke pas­siert hier irgend etwas span­nen­des, aber nicht nur das. Am Ende hat das auf Alb­um­länge alles Hand und Fuß. Selbst in den kon­ven­tio­nel­le­ren Momen­ten kön­nen sie mit drü­cken­dem Post­core über­zeu­gen, der stel­len­weise etwas an White Lung erin­nert. Außer­dem durch­zieht das ganze Album eine unglaub­lich trau­rige wie auch epi­sche Atmo­sphäre, eine sur­reale Anders­welt­lich­keit wie ich sie schon lange nicht mehr gehört habe, erst recht nicht auf einer Art Pun­k­al­bum.

Gust­ave Tiger haben hier ein ziem­lich unver­gleich­li­ches Stück Musik erschaf­fen und man kann nur hof­fen, dass sie damit auch außer­halb der unga­ri­schen Lan­des­gren­zen die Beach­tung bekom­men, die sie sich red­lich ver­dient haben. Ich bin da mal ver­hal­ten opti­mis­tisch.


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