Blank Range – Phase II

Blank Range
Letzte Woche war etwas arm an hörenswerten Veröffentlichungen, das nutze ich mal um das eine oder andere nicht mehr so brandaktuelle Ding ins Rampenlicht zu rücken.
Letzten Sommer erschien dieses tolle Debüt-Tape der Rootsrocker aus Nashville, erst jetzt wurde ich durch die immer zuverlässigen Plattenwühler von Rollo & Grady drauf gestoßen. Es kündigt sich gerade eine kleine Welle von klassisch Blues- und Soul-beeinflussten Retrobands an, aber Blank Range stechen da ganz klar heraus mit einem warmen aber ungeschliffenen Sound und formvollendetem Songwriting und Arrangements. Ein Sound, der von dem derzeit alles dominierenden Garagengedöns kaum weiter entfernt sein könnte und auch jegliche klischeehaften Zeppelinismen und ähnliche Retro-Fallstricke gekonnt umschifft. Oder mal so gefragt: Wann habt ihr zum letzten mal eine wirklich Überzeugende, unpeinliche Rockballade gehört? Eben. Großartige Band, ich freu mich auf mehr davon.

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Michael Beach – Golden Theft

michael beach
Eigentlich habe ich ja für die nächsten hundert Jahre die Schnauze voll von Folkigen Indieschrammlern, aber diese Platte hat mich dann doch noch mit Wucht erwischt.
Das liegt mitunter daran, dass der zeitweise in San Francisco wie auch im australischen Melbourne ansässige Barde schwerlich im arg überstrapazierten Indie-Folk Genre zu verorten ist. Man merkt doch schnell, dass seine musikalischen Wurzeln viel tiefer reichen, seine Musik einen direkteren Draht zu klassischen amerikanischen Folk- und Blues-Traditionen hat als besagte Indie-Leisetreter. Er wirkt authentischer, ehrlicher und meilenweit entfernt vom derzeit vorherrschenden Wohlfühlgeschrammel. In den rockigeren Momenten, welche die erste Albumhälfte dominieren, fühle ich mich gelegentlich an die alten Bluespunker Gun Club erinnert.
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