Italia 90 - III

Auch wenn in den letz­ten Jah­ren deut­lich mehr Rum­mel um andere bri­ti­sche Bands aus ihrem musi­ka­li­schem Spek­trum gemacht wurde, ver­kör­pert kaum eine Band so sehr die Seele und DIY-Atti­tüde der Szene und einen nach­drück­li­chen Appell an das ver­drängte, schlechte Gewis­sen einer Gesell­schaft wie die Lon­do­ner Art-/Post­punk-For­ma­tion Ita­lia 90. Es ist lang­sam echt mal an der Zeit, dass mehr Leute auf sie auf­merk­sam wer­den. Wie gehabt höre ich hier vor allem Echos alter bri­ti­scher Post Punk Haus­num­mern wie Cri­sis, Mem­bra­nes, Swell Maps und frühe Mekons raus. Gleich­zei­tig baut die Band ihr Klang­spek­trum aber wei­ter aus. Wenn Punk­bands einen auf lang­sam machen, endet das meis­tens in einem schreck­li­chen Unfall. Aber erstaun­li­cher Weise sind die zwei lang­sams­ten und lei­ses­ten Momente die ein­deu­ti­gen High­lights die­ser EP. In Open Vains kol­li­diert dabei die milde Dar­bie­tung mit einer mar­kerschüt­tern­den Anklage, was in die­ser Kom­bi­na­tion ein wenig an aktu­elle Pro­tomar­tyr erin­nern mag. Der Raus­schmei­ßer Against The Wall hat hin­ge­gen einen gewis­sen psy­che­de­li­schen Unter­ton mit Wire so anno Chairs Mis­sing gemein.