Idles - Joy As An Act Of Resistance

Ich hatte ja meine Vor­be­halte, aber auf dem zwei­ten Album der gerade ziem­lich gehyp­ten Band aus Bris­tol kommt ihre unver­schämt vor­wärts schie­bende Mischung aus Post­punk/-core und Noise Rock kei­nes­wegs ver­wäs­sert rüber, son­dern Idles klin­gen hier ein­fach noch viel mehr nach sich selbst als schon auf ihrem gran­dio­sen Debüt. Das glei­che gilt für den Gesang von Front­mann Joe Tal­bot, der dem vor­mals noch etwas im Zaum gehal­te­nen inne­ren Spring­teu­fel unge­zü­gelt freien Lauf lässt. Wie ein end­los agi­tier­ter (oder man könnte auch sagen: unglaub­lich bri­ti­scher) See­len­ver­wand­ter von Protomartyr’s Joe Casey spuckt er häss­li­che Rea­li­tä­ten auf den Boden, die aus sei­nem Mund wie sinis­tere Abzähl­reime klin­gen. Und zwar von der Sorte, an deren Ende unver­meid­lich jemand wei­nend nach Hause läuft. Eine pas­sende Unter­ma­lung für’s neue Zeit­al­ter der Bul­lies.


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