Fakes & Harsh Reality - Split Tape
Diese Split­kas­sette zweier Bands aus Mont­real hat eine eher grot­tige und eine aus­ge­zeich­nete Seite. Fan­gen wir mit der grot­ti­gen an: Die vier Songs von Fakes wären eigent­lich ganz erträg­li­cher, wenn auch unori­gi­nel­ler Gara­gen­punk. Was das ganze jedoch kom­plett her­un­ter­zieht ist der über­trie­ben bemühte, nerv­tö­tende Quietsch­ge­sang mit dem die Sän­ge­rin sicher furcht­bar durch­ge­knallt und weird rüber­kom­men will. Weckt bei mir aber nur müdes gäh­nen. Zu oft gehört, zu kli­schee­haft und am Ende ein­fach so ner­vig wie der Typ auf’m Kon­zert hin­ter dir, der es für ange­bracht hält, pau­sen­los whoo­hoo in dein lin­kes Ohr zu schreien und nicht an den Bli­cken der Leute merkt, dass sie ihn am liebs­ten umbrin­gen wür­den. Eine der schlech­tes­ten (Gesangs-)Angewohnheiten der jün­ge­ren Indie­land­schaft, hier bis zum Erbre­chen durch­ge­zo­gen.
Das Tape mal umzu­dre­hen kann ich hin­ge­gen sehr emp­feh­len, denn die B-Seite macht das alles mal locker wett. Harsh Rea­lity spie­len dre­cki­gen, melo­di­schen Indie­rock voll fuz­zi­ger Gitar­ren­wände, der die Her­zen derer erfreuen dürfte, die die unge­schlif­fene Debüt-EP von Milk Music moch­ten. Oder man stelle sich eine räu­dige LoFi-Vari­ante von Dino­saur Jr’s Bug mit einer noch deut­li­che­ren Noise-Kante vor. Macht sau­mä­ßig Laune und lässt einen die lau­sige A-Seite schnell ver­ges­sen.


Thank you, Weird Canada!
Thank you, Gold Soundz!


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